Mit Sprachpaten über den Schulabschluss zum Studium

Loredana und Heinrich sind sich einig: ohne ihre Sprachpaten lebten sie heute auf der Straße.
 
Hendrik Brügmann begleitet Loredana seit 2016 als Sprachpate.

Die Sprachpaten des Diakonischen Werkes Augsburg unterstützen junge Migranten beim Erlernen der deutschen Sprache und begleiten sie auf ihrem Weg zum erfolgreichen Schulabschluss. Zum Schuljahresbeginn sucht die Diakonie Augsburg Interessierte, die sich als Sprachpaten ehrenamtlich engagieren möchten.

Loredana und Heinrich sind sich einig: ohne ihre Sprachpaten lebten sie heute auf der Straße. Loredana ist 18 Jahre und kam 2016 von Rumänien nach Deutschland. Heinrich ist 22, er ist aus Kasachstan und lebt seit 2013 in Deutschland.

Sie gingen seither in Deutschland in die Schule. Loredana macht im beginnenden Schuljahr ihre Mittlere Reife und Heinrich hat im vergangenen Schuljahr bereits sein Abitur bestanden – mit einer glatten 1 in Mathe. Beide konnten kein Deutsch als sie nach Deutschland kamen, obschon Heinrich als anerkannter Spätaussiedler Deutscher ist.

Wie kann das funktionieren?


Die Sprachpaten des Diakonischen Werkes Augsburg treffen sich mindestens einmal pro Woche mit ihren Schützlingen, teilweise auch öfter. An erster Stelle steht natürlich Deutsch, Verständnisübungen, schriftliche Aufgaben. Darüber hinaus wiederholen sie aber auch den Unterrichtsstoff mit den Schülern, stehen als Ansprechpartner für Fragen zur Verfügung, helfen in allen Bereichen, vermitteln Kontakte. Kurzum: Die Sprachpaten fungieren als Stabilisator im Leben der jungen Menschen.

Hendrik Brügmann ist einer der Sprachpaten. Er ist schon seit 2010 dabei und hat in den letzten zwei Jahren Loredana betreut. Anfangs habe er sich mit Loredana auf englisch unterhalten, berichtet er. Schnell wurde ihr Deutsch besser. Die jungen Migranten werden gezielt an einen der Sprachpaten – fast ausschließlich Senioren – vermittelt. Die Sprachpaten haben unterschiedliche Fähigkeiten und die Schüler unterschiedliche Bedürfnisse.

Christina Nica vom Jugendmigrationsdienst der Diakonie Augsburg ist zuständig für die Sprachpaten. Sie erzählt, dass es zwischen den Sprachpaten regelmäßige Treffen gebe, bei denen sie sich austauschen. „Die Sprachpaten haben eine kleine Familie gebildet. Sie machen es gerne. Das sieht man auch daran, dass sie in ihrer Freizeit zusammenkommen. Die Sprachpaten und ihre Schüler veranstalten auch immer ein Sommerfest.“

Die Idee der Sprachpaten

Die Idee der Sprachpaten entstand vor gut zehn Jahren. Christoph Heinbüchner, Leiter der Seniorenfachberatung des Diakonischen Werkes Augsburg, hatte Kontakt zu vielen rüstigen Senioren, die sich gerne ehrenamtlich engagieren wollten. Er fragte beim Jugendmigrationsdienst an, ob man sich eine Zusammenarbeit vorstellen könne. Die klappt seither sehr gut.

Nach zehn Jahren Einsatz möchten einige Sprachpaten nun allerdings gerne kürzer treten, auch Hendrik Brügmann: „Für mich ist es eine rundum positive Erfahrung. Man kriegt viel wieder zurück. Es ist sozusagen eine Win-win-Situation.“. Aber nun ist er der Ansicht, dass sich Jüngere engagieren sollten.

Und wie geht es mit Loredana und Heinrich weiter? Loredana gibt sich bescheiden: „Ich möchte einen Beruf finden, den ich richtig liebe, eine Familie gründen und viel reisen.“ Heinrich hat bereits einen Studienplatz und beginnt im Herbst sein Mathematikstudium: „Ich möchte auf alle Fälle eine Doktorarbeit schreiben und in Cambridge oder Oxford in Großbritannien meinen Master erreichen.“ Beide wissen, dass sie sich bei Problemen auch jetzt noch an Christina Nica und ihre Sprachpaten wenden können und blicken positiv in die Zukunft.

Wenn Sie sich gerne als Sprachpate engagieren möchten, nehmen Sie bitte Kontakt auf mit Christina Nica (Telefon 0821/455469-50, E-Mail nica.c@diakonie-augsburg.de) oder Christoph Heinbüchner (Telefon 0821/50943-50, E-Mail heinbuechner.c@diakonie-augsburg.de).
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