Mittelstand punktet mit attraktiven Arbeitsplätzen in Konkurrenz zu den Konzernen - Ulrike Bahr besuchte Bauunternehmen Bendl

Betriebsrat Christian Schuler, Stefan Weißenhorner, Mitglied der Geschäftsführung, geschäftsführender Gesellschafter Stefan Wiedemann, MdB Ulrike Bahr, Prokuristin Margot Bendl und der Gründer und Mehrheitsgesellschafter Harry Bendl
 
Von links: Stefan Weißenhorner, Mitglied der Geschäftsführung, Betriebsrat Christian Schuler, MdB Ulrike Bahr, Prokuristin Margot Bendl , geschäftsführender Gesellschafter Stefan Wiedemann und der Gründer und Mehrheitsgesellschafter Harry Bendl
Die beiden Geschäftsführer der Günzburger Baufirma Bendl haben insgesamt sieben Kinder, das würde schon zeigen, wie familienfreundlich das Unternehmen sei, scherzte Geschäftsführer Stefan Wiedemann bei der Begrüßung der Bundestagsabgeordneten Ulrike Bahr. Sie machte im Rahmen ihrer Schwabentour zu familienfreundlichen Unternehmen Station bei dem mittelständischen Bauunternehmen, das 1945 gegründet wurde.
Zum Gespräch mit der Abgeordneten waren neben den Geschäftsführern Stefan Wiedemann und Stefan Weißenhorner auch der Betriebsrat Christian Schuler, die Marketing Managerin Julia Klotz, die Prokuristin Margot Bendl und der ehemalige Geschäftsführer Harry Bendl zusammengekommen.
Bendl baut schlüsselfertige Industrie- und Gewerbebauten, Wohnbauten, Außenanlagen, saniert Kanäle und bietet Projektentwicklung an. Das Unternehmen beschäftigt 140 Mitarbeiter und bildet pro Jahr etwa vier Azubis aus. Für die Mitarbeiter gibt es ein ganzes Bündel an familienfreundlichen Maßnahmen: Flexible Arbeitszeitmodelle, Vertrauensarbeitszeit, Jahresarbeitszeitkonten, Familientage, Homeoffice oder Kinderbetreuung in den Ferien. Mit dem Betriebsrat habe man ein sehr kameradschaftliches Verhältnis, so Wiedemann.
Auch sonst ist dem Unternehmen Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeiter extrem wichtig. Neben einer betrieblichen Kranken- und Unfallversicherung bietet Bendl seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, bei schwerwiegenden Verletzungen unter anderem auch einen privaten Orthopäden zu konsultieren. Die Kosten, die nicht durch die Krankenversicherung gedeckt sind, übernimmt die Firma. „Das machen wir zum Wohl unserer Beschäftigten, aber auch aus unternehmerischen Gründen. In der Regel sind die Mitarbeiter nach einem wesentlich kürzeren Genesungsprozess wieder fit und arbeitsfähig“, erklärte Geschäftsführer Stefan Wiedemann. „Wir in der SPD fordern nicht umsonst seit vielen Jahren die Bürgerversicherung, um diese Zwei-Klassen-Medizin endlich zu beenden“, antwortete Ulrike Bahr.
Bereits seit zehn Jahren bietet das Unternehmen am Freitagnachmittag oder Samstagvormittag Deutschunterricht an für seine ausländischen Mitarbeiter an, zu denen mittlerweile auch einige Flüchtlinge gehören. Seit 2014 ist die Bendl GmbH & Co. KG Mitglied im Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“. Für seine Bemühungen, ein familienfreundlicher Arbeitgeber zu sein, bekommt Bendl regelmäßig Auszeichnungen, zuletzt 2018 die Auszeichnung „Erfolgreich. Familienfreundlich. Bayerns Top 20“.
„Der Mittelstand ist Vorreiter in Sachen Familienfreundlichkeit“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Stefan Wiedemann. „Ich würde mir sehr wünschen, dass das von allen Parteien unterstützt wird. Wir haben uns gefreut, dass Sie einen Vergabevorteil für familienfreundliche Unternehmen unterstützen würden“, sagte Wiedemann an die Bundestagsabgeordnete gewandt. „Denn im Moment treten wir mit unseren Produkten gegen Konzerne an, die uns auch mittels Lohndumping im Preiswettbewerb unterbieten können. Es wäre sehr wünschenswert, wenn also in Zukunft ein Qualitätswettbewerb stattfinden könnte!“
Im weiteren Gespräch wurden auch allgemeine gesellschaftliche Fragen erörtert. Die beiden Geschäftsführer beklagten, dass die Lohn- und Gehaltsschere immer schneller extrem auseinander gehe. „Die Baukonzerne lassen in Indien ihre Pläne zeichnen und in Weißrussland ihre Baumaterialien herstellen, dann versteuern sie ihre Gewinne im Ausland und haben hier die schwarze Null – wir mittelständischen Unternehmen stehen gegen die keinesfalls in einem fairen Wettbewerb!“
Auch beim Thema Akademisierung wünscht sich Bendl Unterstützung von der Politik. „Für uns macht es wenig Sinn, überall auf dem Land neue Hochschulstandorte zu gründen“, sagte Seniorchef Harry Bendl. „Stattdessen wäre es besser die Ausbildung zu pushen. Heute weiß doch keiner mehr, dass ein guter Handwerker mehr verdienen kann als so manch ein Studierter“.
„Ich bin beeindruckt von Ihrem Unternehmen und den vielen Maßnahmen, die Sie Ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen“, sagte MdB Ulrike Bahr. „Im Familienausschuss im Deutschen Bundestag setze ich mich dafür ein, dass Mütter und Väter Familie und Beruf miteinander vereinbaren können. Gerne nehme ich Ihre Anregungen, ihre Kritik und Ideen mit ins politische Berlin“.

Ulrike Bahr
Die Bundestagsabgeordnete Ulrike Bahr, Jahrgang 1964, ist seit über 30 Jahren politisch aktiv. Anfang der 80er Jahre kämpfte sie in ihrem Heimatort Wemding bei Nördlingen erfolgreich für ein Jugendhaus. 1986 trat sie in die SPD ein, gründete während ihres Pädagogikstudiums in Augsburg die GEW Hochschulgruppe. 2002 wurde sie Stadträtin, 2008 stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Seit 2010 ist sie Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Augsburg, seit 2017 Vorsitzende des SPD-Bezirks Schwaben. Seit Oktober 2013 gehört Ulrike Bahr dem Deutschen Bundestag an und ist Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Mitglied im Unterausschuss für Bürgerschaftliches Engagement. Zu Ihren Fachgebieten gehören weiterhin die Mehr-Generationen-Häuser sowie die Kinder- und Jugendhilfe, Strategien gegen Rechtsextremismus und Demographischer Wandel. Von 1991 bis 2013 war sie Hauptschullehrerin an verschiedenen Schulen in Augsburg und der Region.
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