Müll vermeiden, nicht aufsammeln!

Augsburgs Zweite Bürgermeisterin Eva Weber engagierte sich für die Aktion "Sauber ist in", den Frühlingsputz der CSU Pfersee. (Foto: Bernd Zitzelsberger)


Es pocht wieder stärker, das Herz für die Umwelt in der Brust vieler Kommunalpolitiker, und das quer durch alle Parteien. Schließlich sind bald wieder Wahlen, und viele Stimmen sind mittlerweile über ein großes Herz für den Umweltschutz zu holen. Es wird wieder fleißig der Müll aus den Naturflächen in der Stadt gesammelt. Jüngst war in den Wertachauen der Ortsverband einer Partei unterwegs und zog fleißig Plastik aus den Büschen. Stolz präsentierten die Freizeit-Umweltschützer ihre Ausbeute auf dem Pressebild und ermahnten in der Pressemitteilung sinngemäß, die Schöpfung mehr zu achten. Zwischen den Zeilen blitzte noch ein bisschen Eigenlob für die Sammelaktion durch.

Eine hübsche Aktion auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick wird deutlich: Das nutzt gar nichts. Durch die Grünanlagen zu robben ist eine nette Aktion. Aber das echte Problem wird damit nicht gelöst. Die Politiker präsentieren sich mit ein paar Plastikfetzen und erheben mahnend den Finger. Es gab so viele dieser Pressemitteilungen in den vergangenen Jahren, und es werden noch einige folgen.

Lasst es einfach. Bitte.

Diese paar Plastiktüten sind so gut wie nichts, verglichen mit den deutschen Plastikbergen, die statt recycelt zu werden irgendwo auf der Welt abgeladen und schlimmstenfalls ins Meer gekippt werden.

Liebe Politiker, aktiviert Eure Achtsamkeit für die Schöpfung an früherer Stelle und klopft endlich der Verpackungsindustrie auf die Finger, so dass Müll vermieden wird. Steuern hoch für unsinnige Luftverpackungen, steuerliche Entlastung für alle Produzenten, die ihre Waren in Gläser oder ähnlich nachhaltige Gefäße abfüllen. Eine andere Besteuerung für Waren, die sich Kunden beim Händler direkt in mitgebrachte Behältnisse füllen lassen. Es gäbe so viele Möglichkeiten, sofort die Entwicklung in eine andere, sauberere Richtung zu lenken. Das muss endlich geschehen.

Engagierte Privatleute, die schon lange Müll vermeiden möchten, werden nicht genügend ausrichten können gegen die breite Masse, die sich hierüber keine so großen Gedanken macht. Die Müllbekämpfer, wie beispielsweise die Macher des Forums Plastikfreies Augsburg, konnten sicher schon viele zum Umdenken bewegen - für den großen Richtungswechsel ist aber die Politik zuständig.Übrigens: Tolle Tipps zum Müllsparen finden sich unter www.plas tikfreies-augsburg.de.

Macht es einfach. Bitte.

(von Agnes Baumgartner)
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