„Multimobilität“: Wie die A8, die B2 und die B17 entlastet werden sollen

In jeder Gemeinde im Wittelsbacher Land soll es einen Carsharing-Standort geben. Foto: Thomas Hosemann/swa

Ob A8, B2 oder B17, wer hat nicht schon über Staus gestöhnt? Mehrere Konzepte könnten Entlastung bringen. Stadtwerke-Geschäftsführer Walter Casazza stellte nun Möglichkeiten im Augsburger Kreistag vor.

Wie wäre es, morgens beispielsweise in Langweid, Schiltberg oder Hollenbach in eines von zwei an einer Ladestation stehenden Autos einzusteigen und damit bis zu einem Park-and-Ride-Platz zu fahren, um von dort per Bus zur Arbeitsstätte zu gelangen? Möglich werden soll das mit einem Konzept, das die Stadtwerke Augsburg planen. Gestern Nachmittag wurde es im Kreistag Augsburg vorgestellt.

Ein privates Auto wird pro Tag etwa eine Stunde lang tatsächlich genutzt. Ein Carsharing-Auto der Stadtwerke Augsburg hingegen ist sieben bis acht Stunden unterwegs. Das rechnete Walter Casazza, Geschäftsführer der Stadtwerke Augsburg, gestern dem Augsburger Kreistag vor. "Die Kunden fliegen uns zu", zeigte er sich begeistert. Manch einer könne auf den Zweitwagen verzichten, indem er ein Carsharing-Auto nutze. "Multimobilität" sei das Schlagwort. ÖPNV-Kunden nutzten nicht mehr nur ein Verkehrsmittel, sondern kombinierten mehrere. Das sei im Sinne der Umwelt. Laut Casazza wurde bereits mit dem Landkreis Aichach-Friedberg Kontakt aufgenommen. "Dort wird der Megatrend unterstützt", sagte er.

Wie könnte das Konzept in Zukunft aussehen? In jeder Gemeinde im Kreis solle eine Ladestation gebaut werden, an der zwei Carsharing-Fahrzeuge beheimatet sind: Als Ergänzung zur AVV-Linie. "Das stellt die Mobilität in den Gemeinden sicher", so Walter Casazza. Es handle sich um ein "sehr attraktives Angebot". Es solle einen Kombitarif geben.

Der Verkehr rund um Augsburg: Ob A 8, B 2 oder B 17, wer hat nicht schon über Staus gestöhnt? Mehrere Konzepte gemeinsam könnten Entlastung bringen. Wie, das sollte die Kreistags-Sondersitzung zum Thema Verkehr gestern aufzeigen. Stefan Scheckinger, Leiter des Bereichs Straßenbau im Staatlichen Bauamt, weiß um die "Krisengebiete". Eines davon ist zum Beispiel die B 2. Dort staue sich morgens der Verkehr zurück bis Langweid, erklärte er. Grund dafür sei, dass derjenige, der auf die A 8 Richtung München fahren wolle, auf 150 Metern nach rechts rüber müsse, während der, der aus Richtung München komme und in Augsburg abfahren wolle, auf dem gleichen Abschnitt von 150 Metern nach rechts müsse. So schnitten sich die Verkehrsströme, was die Ursache der Behinderungen sei. Die Lösung: Man werde eine weitere Spur "anflicken". Der Verkehr aus Richtung München könne dann weiter geradeaus fahren und müsse nicht kreuzen.

"Der Bürger steigt nicht gerne um"

Gute Nachrichten für Bahnkunden aus der Region hatte Klaus Wywiol von der bayerischen Eisenbahngesellschaft. Die Auslastung der Regiobahn sei erfreulich. Es sei vorgesehen, am Wochenende einen 30-Minuten-Takt einzuführen. Dafür würden derzeit die Kosten kalkuliert. Gut, dass Ende 2018 der Bahnsteig F am Hauptbahnhof fertiggestellt sein soll, wie Walter Casazza versicherte.

Wann kann man mit der Straßenbahn von Gersthofen bis in die Stadtmitte der Fuggerstadt fahren? Die Verlängerung der Straßenbahnlinie 4 könnte auch in Bezug auf das Carsharing-Projekt interessant sein. "Der Bürger steigt nicht gerne um": Darin waren sich die Experten und die Kreistagsmitglieder gestern einig. Technisch machbar ist die Verlängerung, das steht bereits fest. 3,8 Kilometer lang wäre die Strecke, sieben Haltestellen soll sie haben. Die Kosten: Eine grobe Schätzung beläuft sich auf 45 Millionen Euro. Nun möchte man die Fahrgastpotenziale untersuchen.

Nicht nur die Linie 3 von Haunstetten nach Königsbrunn (Planfeststellung 2019) soll kommen, sondern auch eine Straßenbahnlinie 5 vom Uniklinikum zum Hauptbahnhof. Trassenvarianten werden noch untersucht. Problem: Die Erreichbarkeit der Stadt von Westen her darf unter diesem Projekt nicht auch noch leiden.

Aktuellstes Projekt ist die Erneuerung des Belags auf der B 2 im Bereich Augsburg-Ost: Ab Donnerstag, 18 Uhr, bis Montag, 6 Uhr, kann man von Augsburg-Ost aus nicht auf die A 8 auffahren. Vom 19. bis 23. April, gleicher Zeitraum, kann man aus Richtung München kommend die Autobahn nicht in Augsburg- Ost verlassen.
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