Nach Kritik von IG Bau Schwaben: Vorstandsvorsitzende von MyHammer wehrt sich

In Deutschland herrscht Handwerkermangel. Claudia Frese, Vorstandsvorsitzende von MyHammer, wehrt sich gegen Vorwürfe der Gewerkschaft, ihr Portal würde dubiose Geschäftsmodelle unterstützen. (Foto: seoterra/123rf.com)
Nachdem kürzlich der schwäbische IG Bau-Bezirksvorsitzende Michael Jäger Online-Portale wie MyHammer oder Helpling kritisierte, meldet sich nun die Vorstandsvorsitzende von MyHammer, Claudia Frese, zu Wort. 

Frese betont, alle Betriebe, die auf dem Portal aktiv sein wollen, müssten alle gemäß der geltenden Handwerks- und Gewerbeordnung notwendigen Qualifikationsnachweise erbringen. "Zusätzlich hat MyHammer technische Schranken gesetzt, in deren Rahmen zulassungspflichtige Tätigkeiten nur von Unternehmen mit entsprechenden Qualifikationen ausgeführt werden dürfen. Zudem arbeitet MyHammer eng mit den zuständigen Steuer- und Aufsichtsbehörden zusammen. Die Rückwärtsauktionen wurden bereits 2006 abgeschafft."

Für Handwerker sei MyHammer oft der erste Schritt in die Online-Welt. Sie nutzen den Marktplatz, um sich eine Onlinereputation und einen Kundenstamm aufzubauen oder um Auftragslücken zu füllen. Durchgeführte Umfragen würden zeigen, dass die registrierten Betriebe im Durchschnitt fünf Mitarbeiter beschäftigen.

"Seit mehreren Jahren herrscht in Deutschland Handwerkermangel", sagt Frese. "Die überwiegende Mehrheit der Auftraggeber auf MyHammer sind Privatpersonen und sich des Handwerkermangels schmerzlich bewusst. Eine durchschnittliche Handwerkerstunde kostet 50 bis 60 EUR brutto. Die auf MyHammer abgegebenen Angebote bewegen sich im Durchschnitt auch in dieser Preisspanne". Zudem könnten sich die Handwerker ihre Aufträge in der Regel selbst aussuchen und kaum ein Handwerker, auch nicht die bei MyHammer registrierten, werde zum Mindestlohn oder gar darunter arbeiten, so die MyHammer-Vorstandsvorsitzende.(pm)
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