Nachhaltige Mobilität und Einsatz für die Demokratie: Neujahrsempfang der Augsburger Grünen

Über die Ziele der Grünen auf europäischer Ebene sprach Ska Keller, Vorsitzende der Grünen und Mitglied im Europäischen Parlament, am Sonntag im Augsburger Rathaus. Foto: Kristin Deibl

Augsburg - Klimaschutz, Mobilität und Demokratie waren die Kernthemen des Neujahrsempfangs der Augsburger Grünen im Rathaus. Auf kommunaler, Bundes- und Europa-Ebene blickten die Redner am Sonntag auf das vergangene Jahr zurück, zeigten aber auch die Herausforderungen auf, denen sich die Fraktion 2019 stellen will.

"Es ist nicht immer so einfach, schwarze, rote und grüne Belange unter einen Hut zu bekommen", begann Fraktionsvorsitzende Martina Wild. Die Augsburger Stadtregierung habe dennoch viele gute Projekte auf den Weg gebracht, "die die Stadt braucht". Nichtsdestotrotz gebe es einige Themen, für die sich die Grünen auch weiterhin einsetzen wollen. So wünsche sich die Fraktion etwa ein "konsequenteres, zügigeres und mutigeres Handeln" in Bezug auf die Fahrradstadt. Im Mai soll die Stadt nun Lastenfahrräder bekommen.

Um das Stadtklima zu verbessern wünscht sich Wild zudem eine Änderung der Baumschutzordnung sowie eine personelle Aufstockung im Amt für Grünordnung. Denn "Bäume sind ein wichtiger Bestandteil des urbanen Raumes". Im vergangenen Jahr hatte die Ankündigung der Stadt, am Herrenbach aus Gründen des Hochwasserschutzes 96 Bäume zu fällen, für viel Protest unter Naturschützern und Anwohnern gesorgt. Man habe jeden einzelnen Baum untersucht und am Ende doch nur 46 Bäume entfernen müssen, erklärte Umweltreferent Reiner Erben nun. "Ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann."

Erben zufolge ist das nicht der einzige Erfolg der Stadt in Bezug auf den Klimaschutz: "Augsburg hat seinen CO2-Ausstoß in den vergangenen fünf Jahren um 12,7 Prozent gesenkt." Damit habe Augsburg andere Städte übertroffen. "Aber das ist kein Grund, sich jetzt auszuruhen", betonte der Umweltreferent. Denn nichtsdestotrotz mache nach wie vor der Verkehr 20 Prozent des Gesamtausstoßes aus. Man wolle auch weiterhin an einer nachhaltigen Mobilität arbeiten und den ÖPNV ausbauen. "Der Bahnsteig F am Augsburger Hauptbahnhof war schon ein Meilenstein", erläuterte Martina Wild. "Jetzt freuen wir uns auf die Verlängerung der Linie 3." Diese soll wohl schon bis 2022 Augsburg und Königsbrunn verbinden.

Der Einsatz der Grünen für den Klimaschutz war auch Kernthema in der Rede von Ska Keller, Vorsitzende der Grünen und Mitglied im Europäischen Parlament. "Die Jugend geht auf die Straße, um sich für den Planeten einzusetzen. Sie erwartet zurecht von uns, die wir jetzt an den Schaltstellen der Macht sitzen, dass wir was tun." Die Fraktion wolle sich auch auf europäischer Ebene einsetzen, etwa für den Kohleausstieg und eine klimaneutrale Wirtschaft. "Gemeinsam bauen wir unser Europa auf, in diesem Jahr, aber auch in jedem anderen", schloss Keller.

"Gemeinsamkeit und Schwung für die Herausforderungen, die 2019 vor uns liegen" erhoffte sich auch Bundestagsabgeordnete Claudia Roth. Die Augsburger hätten im vergangenen Jahr bereits gezeigt, dass sie sich gemeinsam stark machen könnten, lobte Roth. Anlässlich des AfD-Parteitags, der 2018 in Augsburg stattfand, hätten die Bürger mit ihrem Protest gezeigt, dass die Stadt bunt und vielfältig sei. Einsatz für die Demokratie, über die Parteigrenzen hinweg, wünschte sich die Bundestagsabgeordnete. "Trotzdem werden wir natürlich weiter mit der CSU streiten, uns über die FDP ärgern und der SPD widersprechen", sagte Roth mit einem Augenzwinkern.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.