Neujahrsempfang der CSU-Stadtratsfraktion mit Ilse Aigner

Blumen für die Damen gab es beim Neujahrsempfang der CSU-Stadtratsfraktion. Von links: Bundestagsabgeordneter Volker Ullrich, Vizebürgermeisterin Eva Weber, Vizefraktionschef Leo Dietz, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Oberbürgermeister Kurt Gribl mit seiner Frau Sigrid, Fraktionsvorsitzender Bernd Kränzle, Landtagsabgeordneter Andreas Jäckel, Vizefraktionsvorsitzender Ralf Schönauer und Landtagsabgeordneter Johannes Hintersberger. Foto: Monika Grunert Glas

Augsburg: Mehrere Hundert Besucher nahmen am Neujahrsempfang der CSU-Stadtratsfraktion im Rathaus teil. Gastrednerin war Landtagspräsidentin Ilse Aigner. 

So begeistert folgten CSU-Mitglieder und -Förderer der Einladung der Stadtratsfraktion zum Neujahrsempfang, dass das Obere Fletz im  Rathaus derart voll war, dass einige die dreistündige Veranstaltung sogar stehend verfolgen mussten. Fraktionsvorsitzender Bernd Kränzle meinte, das "Volk" wolle einen so erfolgreichen Oberbürgermeister wie Kurt Gribl eben einmal persönlich sehen.

Als Gastrednerin hatte man Landtagspräsidentin Ilse Aigner gewinnen können. Sie zitierte nach ihren Vorrednern, Bernd Kränzle, Landtagsabgeordneter Johannes Hintersberger und Oberbürgermeister Kurt Gribl,  Franz Josef Strauß, der einmal gesagt hatte, Bayern sei die Heimat, Deutschland das Vaterland und Europa die Zukunft. Im Vorfeld nicht nur der Kommunalwahlen, sondern auch der im Mai anstehenden Europawahl, betonten die Politiker, wie wichtig es sei, dass Bayern im europäischen Gremium gut vertreten werde. "Politik funktioniert nur mit Menschen, die sich einbringen", mahnte Ilse Aigner. 

Sehr erfolgreiches Jahr für Augsburg

Bernd Kränzle und Kurt Gribl blickten auf 2018 als "sehr erfolgreiches Jahr" zurück. Aufgezählt wurden unter anderem die Verwirklichung der Uniklinik mit erneutem, ausdrücklichen Dank an Horst Seehofer, der diese einst mit seinem Eintrag ins Goldene Buch versprochen hatte, die Umwandlung des Stadttheaters in ein Staatstheater,  die Schaffung von 500 Kinderbetreuungsplätzen, die Videoüberwachung und der Doppelhaushalt. "Die Kasse stimmt", freute sich Kränzle und dankte dafür Vizebürgermeisterin Eva Weber. "Wir sind liquide, und die paar Euro Schulden werden unsere Nachfolger abzahlen", frotzelte er. Nachdem Förderanträge zu spät eingereicht worden waren, stand eine Rückzahlung im Raum, die der Stadt 28 Millionen Euro hätte kosten können. Kränzle dankte dem Landtag, der mit allen Kräften einen Weg gefunden habe, das zu vermeiden.

Gribl nimmt Kiefer in Schutz

 Oberbürgermeister Gribl  nahm Sozialreferent Stefan Kiefer in Schutz. Wenn er an ihn denke, dann nicht nur anlässlich dieses Themas, sondern auch, weil Augsburg eine Stadt der sozialen Verantwortung sei. Man denke nur an die Neustrukturierung der Obdachlosenbetreuung. Augsburg, betonte Gribl, sei eine sichere Stadt, bundesweit nach München an der Spitze, und wenn es um die Verbrechensaufklärung gehe, dann ganz vorn. 2018 nannte der OB ein Jahr mit "bahnbrechenden Entwicklungen". Er wie schon zuvor Kränzle mahnte einen zivilisierten Umgang miteinander an und würdigte die Zusammenarbeit mit dem Landkreis und dem Wittelsbacher Land ebenso wie die Koalitionspartner von SPD und Grünen. Sowohl Fraktionschefin Martina Wild von den Grünen als auch Florian Freund von der SPD waren beim Neujahrsempfang zu Gast.
Gribl zog auch gleich eine positive Bilanz über "zehn Jahre CSU-geführte Stadtregierung". Stets habe man aktive Unterstützung vom Freistaat erfahren. Augsburg sei eine "Stadt der Jugend", eine "Stadt der Umwelt", eine "engagierte Sportstadt"  - 2022 kommt die Kanu-Slalom-Weltmeisterschaft -, eine "Stadt der Feuerwehr" - er sei stolz auf seinen Masterplan von 2009, der etwa den Neubau von Feuerwehrhäusern regelte -, eine "Stadt der Elektro-Mobilität" und eine "Stadt der  Schulsanierung" - 300 Millionen Euro umfasst das Projekt. Hauptthema der Zukunft sei es, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, natürlich im Einklang mit der Natur. "Lasst uns einfach arbeiten", bat der OB um Zurückhaltung mit Kritik.Hinsichtlich seiner von den meisten erwarteten erneuten Kandidatur um das Amt des OB ließ er sich nicht aus der Reserve locken. Es sei nicht an der CSU, den Herausforderer zu spielen, das müssten andere tun.   

Hintersberger: Themen intensiver aufarbeiten

Landtagsabgeordneter Johannes Hintersberger, der auch CSU-Bezirksvorsitzender ist, betonte, ohne enges Miteinander hätte man nicht so viel Positives für Augsburg erstreiten können. Man müsse allerdings "Themen, die den Leuten unter den Nägeln brennen, intensiver aufarbeiten" und permanent die Verbindung zu Vereinen und Verbänden suchen. Politik sei mit Demut zu betreiben, das habe nichts mit Frömmelei zu tun. Hintersberger dachte ans Mittelhochdeutsche "Dienen mit Mut".

"Politik funktioniert nur mit Menschen, die sich einbringen"

Ilse Aigner scherzte, man dürfe es zu Jahresbeginn nicht zu streng nehmen mit den guten Vorsätzen, etwa weniger Spätzle, mehr Brokkoli: "Man muss auch der Entbehrung entsagen können." Ihren Fokus legte sie darauf, dass der Mensch kein Einzelwesen sei und nur gemeinsames Wirken die Gesellschaft voranbringe. Politik dürfe nicht zu "etwas Unanständigem, über das man auf privaten Feiern nicht reden möchte", werden, im Gegenteil, möglichst viele sollten sich in ihr engagieren. "Politik funktioniert nur mit Menschen, die sich einbringen." Das Land voranzubringen funktioniere aber nur bei passenden Rahmenbedingungen wie der freiheitlichen Grundordnung oder Rechtsstaatlichkeit, die keine Selbstverständlichkeit seien. Nicht überall gehe es den Menschen so gut wie in Europa, wo seit 1945 Jahren Friede herrsche. "Ich bin eine überzeugte Europäerin", sagte Ilse Aigner. Bayern allein könne in der Welt nicht bestehen: "Auf einen Bayern kommen 115 oder 120 Chinesen." Wichtig sei es beispielsweise, die Ursachen zu bekämpfen, die derzeit so viele Menschen zur Flucht veranlassten, das aber könne nur auf europäischer Ebene gelingen. "Willst du schnell gehen, gehe allein, willst du weit gehen, gehe gemeinsam mit anderen", zitierte  die Landtagspräsidentin ein afrikanisches Sprichwort.

Umrahmt wurde der Empfang von Musik mit dem Young Stage Ensemble unter der Leitung von Elisabeth Haumann, deren Gospel wie etwa "Happy Day" mit viel Applaus bedacht wurden.
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Gerhard Schmid aus Augsburg - Süd | 13.01.2019 | 19:47  
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