Offizieller Antrag an den Stadtrat: Augsburger Seniorenbeirat fordert vehement Nachbesserung der Tarifreform

Der Augsburger Seniorenbeirat fordert erneut Verbesserungen der Tarifreform. (Foto: Halil Ölmez)

Zum ersten Mal in seiner über 30-jährigen Geschichte nimmt der Seniorenbeirat der Stadt Augsburg sein satzungsgemäßes Recht wahr, an den Stadtrat einen förmlichen Antrag zu stellen, der dort auch behandelt werden muss. Es geht um die Nachbesserung der Tarifreform des öffentlichen Nahverkehrs im Sinne der Senioren.

Der Seniorenbeirat tritt dafür ein, dass das Senioren-Abo neben dem derzeit günstigen 9-Uhr-Abo zum angemessenen Preis wieder eingeführt wird. Senioren sollten damit Bus und Straßenbahn wieder ab 8 Uhr nutzen können. Was die Kurzstrecke betrifft, soll wieder die Regelung vor der Tarifreform gelten, dass mit einem Streifen der Streifenkarte die Nutzung der Öffentlichen Nahverkehrs jeweils in der Zone 10 beziehungsweise 20 möglich ist. Alternativ soll geprüft werden, ob nicht für die Beschreibung der Kurzstrecken-Zonen die Versorgungsregionen der Stadt, wie sie die Altenhilfe eingeteilt hat, Grundlage sein könnten.

Im Hinblick auf zonenübergreifende Fahrten spricht sich der Seniorenbeirat dafür aus, die derzeitige Regelung der Kurzstrecke (Einstiegszone plus mindestens vier Stationen) beizubehalten.

In seinem Antrag bittet der Seniorenbeirat den Stadtrat, ihn bei seiner Sitzung am 17. Mai in seinen Positionen zu unterstützen. "Wir wissen, dass zahlreiche ältere Mitbürger darauf angewiesen sind, schon vor neun Uhr den Öffentlichen Nahverkehr zu nutzen", so Robert Sauter, der Vorsitzende des Seniorenbeirats der Stadt Augsburg. Deswegen sei das neue, kostengünstige 9-Uhr-Abo für sie kein akzeptabler, vollständiger Ersatz für das bisherige Senioren-Abo.

In seiner jüngsten Sitzung wies der Seniorenbeirat auch darauf hin, wie wichtig es ist, dass die Senioren kostengünstig in ihren Stadtteilen unterwegs sein können.

Als nachteilig erweise sich, dass in einigen Stadtteilen Busse einige Schleifen ziehen, um möglichst viele Fahrgäste aufnehmen zu können. In der Folge könne es sein, dass mehrere Streifen abgestempelt werden müssten, ohne dass man das eigene Wohnviertel verlassen habe. "Das Problem liegt im System", kritisiert Robert Sauter, "wir bitten den Stadtrat, da genauer hinzuschauen".(pm)
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