Parkverbot für E-Scooter: Stadt will die roten Roller vom Rathausplatz verbannen und führt Gespräche mit Verleihfirma

Zusätzliche Parkverbotszonen für E-Scooter will die Stadt Augsburg. (Foto: Janina Funk)

Mehr als 200 E-Scooter der schwedischen Verleihfirma Voi stehen derzeit im Augsburger Stadtgebiet zur Verfügung. Wie die Nutzer diese roten Flitzer handhaben, sorgt jedoch immer wieder für Aufregung. Die Roller werden teilweise mitten auf dem Gehweg geparkt oder blockieren den Wartebereich bei Straßenbahnhaltestellen. Nun will die Stadtverwaltung durchgreifen und die Park-Regeln für die E-Scooter verschärfen und führt Gespräche mit dem schwedischen Unternehmen bezüglich einer Sperrzone für E-Scooter vor dem Rathaus, den Prachtbrunnen in der Maximilianstraße sowie an Haltestellen des ÖPNV.

„Demgegenüber soll es in der zentralen Innenstadt Bereiche geben, die durch die App explizit als Abstellmöglichkeiten ausgewiesen werden“, teilt die Stadt mit. Eine Kennzeichnung von Abstellflächen mittels einer Markierung auf dem Boden sei derzeit nicht vorgesehen.

Für Voi wäre ein Parkverbot einfach umzusetzen. Per GPS-Signal ortet die App den Standort, befindet sich der Fahrer in einer Parkverbotszone, blinkt auf dem Smartphone „Keine Parkzone – Parken Verboten“ auf. „Sobald sich ein Roller in der Sperrzone befindet, ist es nicht möglich diesen Roller abzugeben“, erklärt Claus Unterkircher, Leiter des deutschen, österreichischen und schweizer Raumes bei Voi. Wenn der Roller jedoch trotzdem dort – ungesperrt – abgestellt werde, deaktiviert sich der Roller automatisch nach mehreren Minuten und es werde eine Gebühr in Höhe von 25 Euro fällig.

Das sind allerdings nicht die einzigen Verstöße bezüglich E-Scootern. Oft fahren zwei Personen auf den Rollern, wer dabei erwischt wird, muss 10 Euro Strafe zahlen. Zudem werden Roller mutwillig zerstört. Ein 16-jähriger Jugendlicher hat nach Angaben der Polizei beispielsweise am vergangenen Wochenende einen E-Scooter mitten in der Nacht auf die Straßenbahngleise gestellt. Als ihn Mitarbeiter der ehrenamtlichen Sicherheitswacht dabei erwischten und den jungen Mann darauf ansprachen, sagte dieser, es „nur aus Spaß“ gemacht zu haben.

E-Scooter landen auf Bahngleisen und in Bächen

Die Roller beschäftigen außerdem vermehrt die Berufsfeuerwehr, denn regelmäßig landen die Roller in Bächen und die Tauchergruppe muss komplett ausrücken. Immerhin sind die Modelle der Roller für den deutschen Markt robuster konzipiert worden und gehen nicht so leicht kaputt. Unter Wasser senden sie weiterhin Signale aus, so dass der Leihanbieter sie problemlos orten kann.

Eine überarbeitete Park-Regelung könnte die Akzeptanz der E-Scooter fördern. Auch die Verleihfirma hätte etwas davon, wenn die Nutzer die Roller künftig gesammelt an bestimmten Orten abstellen würden, denn dann müssten sie über Nacht nicht in der ganzen Stadt verteilt zum Aufladen oder Akkutausch eingesammelt werden. Dafür, dass die Roller mit Kleintransportern abgeholt werden und das die Ökobilanz erheblich beeinträchtigt, stehen die Verleihfirmen in der Kritik.

„Wir wollen deshalb in der Zukunft komplett auf grüne Logistik umstellen“, sagt Unterkircher. Zwar arbeite man momentan noch mit Partnern zusammen, die zum Einsammeln und Laden Autos verwenden. Künftig plane Voi, die E-Scooter mit austauschbaren Batterien auszustatten, die dann mit E-Cargobikes gewechselt werden können.
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