Projektstart Aus-/Neubaustrecke: Landrat Martin Sailer reagiert auf Position der IHK

Augsburg: Landratsamt | Die Deutsche Bahn AG stellte am vergangenen Donnerstag Vertretern der Region, den regionalen Abgeordneten, den Landräten und Oberbürgermeistern, den Bürgermeistern im Planungskorridor, den Kammern und Bayerns Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart die ersten Informationen zum Projektstart der Aus-/Neubaustrecke Ulm – Augsburg vor.

Mit Verwunderung nahm Landrat Martin Sailer die umfangreichen Ausführungen der IHK, die in der Augsburger Allgemeinen zum Thema wiedergegeben wurden, zur Kenntnis. Insbesondere die Tatsache, dass darin die Belange der Region zwischen Augsburg und Ulm keine Rolle spielen und die offene Frage der Legitimation der IHK, hier für die Region zu sprechen, verärgerten den Landrat: „Um was geht es uns? Wir wollen künftig eine Verbesserung des Fern- und Nahverkehrs, die Haltepunkte an der Strecke benötigen dringend einen barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe und den Anwohnern muss ein moderner Lärmschutz zur Verfügung gestellt werden. Zudem ist der Bau der dritten Gleise zumindest bis Dinkelscherben zwingend für einen funktionierenden Nahverkehr. Dies hat für mich noch mehr Bedeutung, wenn schon heute bekannt ist, dass die Kapazitäten für Fern- und Nahverkehr künftig noch steigen werden. All diese Aspekte scheinen für die IHK offenbar keine Rolle zu spielen, anders kann ich mir die Stellungnahme der IHK nicht erklären“, so der Landrat.

In der Projektvorstellung am vergangenen Donnerstag waren sich zudem alle Teilnehmer einig, dass der Ausbau nur dann erfolgen würde, wenn die Region geschlossen hinter dem Ausbauvorhaben steht und die bereits erfolgten Festlegungen, die Grundlage für die Aufnahme in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans waren, auch nicht wieder in Frage gestellt werden. Zu diesen Punkten gehört schon jetzt eine Fahrzeitverkürzung auf höchstens 30 Minuten zwischen Augsburg und Ulm, die Gewährleistung barrierefreier Bahnhöfe und eines effektiven Lärmschutzes sowie die Verbesserung des Nah- und Fernverkehrs und die feste Einbindung in die Magistrale für Europa.

„Neben den verkehrlichen Zielen ist aber zwingend die Akzeptanz der Region für eine schnellstmögliche Realisierung dieses Jahrhundertprojekts erforderlich“, sagt der Bundestagsabgeordnete Hansjörg Durz. In diesem Sinne will die DB für die künftige Einbindung der Region und aller sonstigen Beteiligten einen Koordinierungsbeirat einberufen, der voraussichtlich im dritten Quartal 2019 seine Arbeit aufnehmen wird. Mit diesem Instrument sollen neben der fachlichen und rechtlichen Begleitung durch die Bahn auch die Belange und Sorgen der Bürger in der Region wahrgenommen werden. 
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