Schüler fordern Sofortmaßnahmen für die Fos/Bos

"Bist du noch ganz dicht? Die FOS nicht." Die Generalsanierung der FOS/BOS soll bis 2025/26 abgeschlossen sein. Das reicht den heutigen Schülern nicht. Foto: Johanna Schokrowski

Augsburg - Nachdem im vergangenen Jahr rund 400 Schüler der Fachoberschule/Berufsoberschule Augsburg (Fos/Bos) gegen die Zustände in ihrer Schule demonstriert hatten, vertraten die Schüler am Freitag erneut öffentlich ihre Meinung. Sie forderten von der Stadt sofortige Maßnahmen, um das Lernklima zu verbessern und sprachen sich weiterhin für einen Neubau des Schulgebäudes aus.

Schimmel an den Decken, undichte Dächer, giftiges Asbest in den Wänden, dreckiges und verkalktes Wasser aus den Wasserhähnen, Legionellenbefall der Wasseranlagen in den Sporthallen und ein provisorisches Krankenzimmer auf dem Flur mit nur einer Liege: Das sind einige der Missstände, die die Schüler der Fos/Bos endlich beseitigt sehen wollen. Es gebe temporär unzugängliche Toiletten, Klobürsten sowie Abfalleimer seien fast nirgendwo vorhanden, teilweise fehlten Türen.

Nun müsse die Stadt reagieren, endlich Sofortmaßnahmen ergreifen, so die Forderung der Schüler. Gegen 14 Uhr demonstrierten Schüler und einige Lehrer auf dem Rathausplatz und zogen von dort aus weiter über die Annastraße und den Königsplatz zum Staatstheater.

Schüler fordern "nicht herausfallende Fenster"

Als Sofortmaßnahmen fordern die Veranstalter der Demonstration, die sich unter dem Namen "Best of Fos Aux" organisiert haben, unter anderem eine Sanierung der Sanitäranlagen, die Abdichtung der Dächer, "nicht herausfallende Fenster" und "auch endlich die erforderliche Schimmelbekämpfung".

Die fortlaufende Sanierung ist nach Meinung der Organisatoren keine langfristige Lösung, sondern lediglich eine kurzweilige Besserung. Sie fordern weiterhin einen Neubau, da die andauernde Sanierung sich kaum mit dem Alltagsbetrieb der Schule vereinbaren ließe, und es preislich kaum einen Unterschied mache. Falls die Stadt Augsburg nicht auf die Forderungen reagiert, drohen sie mit weiteren Streiks.

Stadt: Missstände sind teilweise auf "unsachgemäße Handhabung" der Nutzer zurückzuführen

Die Stadt Augsburg reagierte noch am selben Nachmittag mit einer Pressemitteilung, in der sie sowohl den Zeitplan der geplanten Sanierung erläuterte als auch die Demonstration kommentierte. Die geplante Generalsanierung, die nach momentanen Annahmen rund 20 Millionen Euro weniger kosten wird als ein Neubau, nämlich 88,4 Millionen Euro, soll demnach bis zum Schuljahresbeginn 2025/26 fertiggestellt sein. "Es ist nachvollziehbar, dass die enormen Zeitschienen frustrierend wirken", so Bildungsreferent Hermann Köhler. "Den über Jahrzehnte aufgetürmten Sanierungsberg können wir leider nicht in kurzer Zeit bewältigen." Ein Neubau würde aber laut Köhler ein gänzlich neues Verfahren mit weiteren Verzögerungen bedeuten. "Ich bin davon überzeugt, dass die generalsanierte Fos/Bos/RWS am Ende einem Neubau in nichts nachsteht." Der erste Bauabschnitt der Generalsanierung soll bis zum Schuljahr 2023/24 abgeschlossen sein.

Außerdem seien auch bereits kurzfristige Maßnahmen umgesetzt worden. Notdächer über den beschädigten Teilen des Daches sorgten inzwischen dafür, dass keine undichten Stellen mehr festzustellen seien. Die sanitären Anlagen seien allerdings erst Teil der Gesamtsanierung. Sollte es im Status Quo zu Beschädigungen kommen, würden diese instand gesetzt, gleiches gelte für fehlende Ausstattung. "Im Übrigen werden die Schultoiletten schultäglich gereinigt", kommentiert die Stadt. Missstände in den WC-Anlagen seien "zumindest in Teilen auf eine unsachgemäße Handhabung der Nutzer zurückzuführen".

Hermann Köhler wisse, dass "die enorme Komplexität dieser größten Schulbaumaßnahme nicht einfach zu verstehen ist." Es bestände nämlich hoher Abstimmungsbedarf, beispielsweise mit dem Fördergeber, der Regierung von Schwaben. "Wir suchen gerne zeitnah den Dialog mit den Schülerinnen und Schülern der Fos/Bos/RWS, um alle diese Hintergründe zu erläutern", so Köhler. (pm)
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