Schulsanierungen: Bildungsgewerkschaft kritisiert die Stadt Augsburg scharf

Durch das undichte Dach der FOS kam immer wieder Wasser. Zum Teil bildete sich Schimmel und Klassenräume wurden für unbenutzbar erklärt. (Foto: Laura Bongardt)

Heftige Kritik übt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nun an der Stadt Augsburg. Viele Augsburger Schulen, Schüler und Lehrer müssten "die Unfähigkeit der Stadt ausbaden, Schulentwicklung zu steuern und Gebäude in Schuss zu halten", heißt es in einer Pressemitteilung der GEW.

"Was sich gerade in Bezug auf die Sanierung vieler Augsburger Schulen abspielt, ist ein Armutszeugnis für die Stadt als Sachaufwandsträger", schreibt die Gewerkschaft weiter.  Wie in der Beschlussvorlage/18/01739 Peutinger Gymnasium des nächste Woche tagenden Stadtrats (TOP 13) nachzulesen, habe die Stadt innerhalb eines Jahres keine Räume für eine vorübergehende Nutzung durch die Gymnasiasten des Peutinger Gymnasiums finden können, die aufgrund einer Brandschutzsanierung ausziehen müssen. Konsequenz davon sei, dass das Peutinger Gymnasium in Zukunft weniger neue Schüler aufnehmen soll.

Gleichzeitig verkaufe die Stadt fußläufig erreichbare städtische Immobilien, die eine gute „Interimslösung“ dargestellt hätten (Fuggerstraße 12).

"Überhaupt: Was hat die Stadt Augsburg die letzten 30 Jahre an den Augsburger Schulen gemacht? Die viel zitierte „schwäbische Hausfrau“ spart, wenn sie ein Haus besitzt, jährlich zwei Prozent des Wertes ihrer Immobilie für immer wieder anstehende Sanierungen. Die Stadt offenbar nicht. Daher ist auch nie Geld für Reparaturen da", so die GEW. Gleichzeitig halte die schwäbische Hausfrau ihr Häuschen in Schuss. Viele kleine Reparaturen seien auf Dauer billiger, als alles völlig verwahrlosen zu lassen und dann eine Generalsanierung machen zu müssen.

Schimmel in Unterrichtsräumen

In Augsburg seien aufgrund mangelnden Bauunterhalts in mehreren Schulen die Treppenhäuser mit „Notabstützungen“ versehen, damit sie nicht einkrachen (St. Anna Grundschule, Löweneckschule). Der Brandschutz sei vielerorts so katastrophal, dass die Schulen kurz vor der Schließung stehen. Die Johann-Strauß-Grundschule beispielsweise habe gerade noch eine Genehmigung bis zu Beginn des Kalenderjahrs 2020. Dann müsse sie aufgrund der Mängel im Brandschutz geschlossen werden.

Neben mangelndem Brandschutz gehe es hier auch um so gesundheitsgefährdende Mängel wie Schimmel in Unterrichtsräumen. In der FOS/BOS etwa mussten schon mehrere Unterrichtsräume wegen Schimmelbefalls gesperrt werden.

"Angesichts der zu bewältigenden Sanierungen und Erweiterungen (Rückkehr des G9!) ist nicht zu sehen, wie die Stadt Augsburg mit ihrem bisherigen Vorgehen und ihrem sehr knappen Budget hier zu einem nachhaltigen Erfolg kommen möchte. Die Schülerinnen und Schüler in Augsburgs Schulen sind, genauso wie die Lehrerinnen und Lehrer, auch in den kommenden Jahren Dauerbaustellen, Raummangel und untragbaren Zuständen in ihren Lehr- und Lernorten ausgesetzt", wirft die GEW der Stadt vor. (pm)
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