Seenotrettung: SPD-Fraktion stellt sich hinter Augsburger Flüchtlingsrat und reagiert irritiert auf Weber-Aussage

Augsburg soll sichere Hafenstadt werden. Dafür setzte sich der Flüchtlingsrat während der Friedenstafel auf dem Rathausplatz ein. (Foto: Alex Lacher)
Die Augsburger SPD-Fraktion zeigt sich in einer Pressemitteilung irritiert und erstaunt über die Aussagen von Eva Weber. Diese hatte am Mittwoch den Auftritt des "Lifeline"-Kapitäns Claus-Peter Reisch kritisiert, der auf Initiative des Augsburger Flüchtlingsrates im Rahmen der Friedenstafel auf dem Rathausplatz sprach. In seiner Rede berichtete der Kapitän, der sich zur Zeit nach einem Rettungseinsatz auf dem Mittelmeer auf Malta vor Gericht verantworten muss, von der Tragödie auf dem Mittelmeer. Im Anschluss wurden 300 orangefarbene Luftballons mit der Aufschrift "Augsburg wird sicherer Hafen" verteilt und gen Himmel geschickt.

Für Bürgermeisterin Eva Weber, die der Tafel in Vertretung von Oberbürgermeister Kurt Gribl beiwohnte, sei die Aktion nicht in Ordnung gewesen. Die Friedenstafel solle ein Fest der Kirchen und Bürger sein und nicht für politische Zwecke missbraucht werden. Für politische Diskussionen sei das Rahmenprogramm des Festes gedacht. 
  
„Wir sind sehr erstaunt über die Aussagen von Frau Weber", heißt es in der Pressemitteilung der SPD. "Wir sind als Koalitionspartner ebenfalls Teil der Stadtregierung und begrüßen den Redebeitrag des Seenotrettungs-Kapitäns. Auch können wir die These, dass für politische Themen kein Platz an der Friedenstafel sei, nicht unterstützen. Frieden kann niemals unpolitisch sein“, so Anna Rasehorn, Stadträtin der SPD-Fraktion.

Fraktionsvorsitzende Margarete Heinrich pflichtet bei: „Wo, wenn nicht bei der Friedenstafel soll denn über Frieden gesprochen werden?" Menschen wie Claus-Peter Reisch, Kapitän des Rettungsschiffs "Lifeline" gehörten geehrt statt, wie jetzt in Malta, angeklagt zu werden, so Heinrich. (pm)
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