Sicherheit: Eine Augsburger Schule wird nun eingezäunt - welche sollen folgen?

Das Gelände der Blériot-Grundschule ist zu allen Seiten offen und dient in seinem jetzigen Zustand auch als Durchgang für Anwohner und Passanten - seit Jahren ein Ärgernis für die Schule. Nun wird das Gebäude eingezäunt. Ob und welche Schulen folgen sollen, wird von der Stadtverwaltung im Zusammenwirken mit Schulen und Polizei untersucht. Foto: Laura Türk

Ein "Sonderfall" sei der Bau dieses Zauns nun erst einmal. Das betonten fast alle Stadträte, die sich zu Wort meldeten. Nach einer kurzen Aussprache war sich das Gremium schnell einig: Um die Blériot-Grundschule im Univiertel wird ein Schutzwall gebaut. Mit dem schockierenden Vorfall an der Wittelsbacher Grundschule, bei dem ein Mann unbefugt das Gebäude betrat und auf der Toilette ein Mädchen missbrauchte, hängt die Entscheidung zwar nicht direkt zusammen, jedoch war das tragische Ereignis freilich auch in der Stadtratssitzung am Donnerstag großes Thema.

Es gehe zunächst nur um die Blériot-Grundschule, hob auch der städtische Schulreferent Hermann Köhler hervor. Das Gelände ist zu allen Seiten offen und dient in seinem jetzigen Zustand als Durchgang für Anwohner und Passanten - seit Jahren ein Ärgernis für die Schule, sagte Köhler.

Generell will der Referent dennoch in Zusammenarbeit mit den Schulen und der Polizei die "schulischen Sicherheitskonzepte vor allem in Bezug auf einen weiteren Ausbau der Gebäudesicherheit" überarbeiten. Besonderer Fokus liege auf der "Umzäunung von Schulgrundstücken".

Ob die Sicherheitsstandards an den Schulen in Augsburg ausreichend sind, darüber wurde intensiv diskutiert, nachdem im vergangenen Oktober eine neunjährige Schülerin der Wittelsbacher-Grundschule in einer Schultoilette sexuell missbraucht worden war. Rektoren wie Eltern wandten sich an das Schulverwaltungsamt und baten um Verbesserung der technischen und baulichen Infrastrukturen.

Mehrere Schulen haben Zaun-Anträge gestellt

Unstrittig ist unter den Fraktionen, dass die Einrichtungen besser ausgestattet werden sollen: mit Türöffnern, Gegensprech- und Rundsprechanlagen. In Sachen Zäune gehen die Meinungen aber auseinander.

Für jede Schule, für die ein Zaun nötig sei, solle auch ein Zaun genehmigt werden, sagte Regina Stuber-Schneider von den Freien Wählern. Es gehe auch darum, dem erheblich gestiegenen Vandalismus und der Zweckentfremdung entgegenzuwirken. Tatsächlich liegen laut Stadtverwaltung inzwischen von verschiedenen Schulen Anträge auf die Errichtung neuer Umzäunungen vor.

Martina Wild, Fraktionsvorsitzende der Grünen, betonte: "Wir lehnen eine generelle Umzäunung ab" - denn dies sei konträr zum Ziel der Integration öffentlicher Räume in die Stadtentwicklung und der multifunktionalen Nutzung von Bildungsstätten. Der Begrenzung um die Blériot-Schule stimmten die Grünen am Donnerstag aber zu. Genauso die SPD, aufgrund der "exponierten Lage des Schulhofs", wie SPD-Stadträtin Jutta Fiener erklärte. Die Blériot-Schule sei jedoch "ein Einzelfall". Auch in Zukunft müssten derlei Maßnahmen für jede Schule einzeln geprüft werden.

Dass Zäune um Schulen hundertprozentige Sicherheit schaffen, dieser Illusion gab sich kein Stadtrat hin. Die Wittelsbacher-Grundschule, in der sich der tragische Vorfall ereignete, war bereits damals umzäunt. 
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