SPD-Stadtratsfraktion erklärt AVV-Tarifreform endgültig für gescheitert

Viel Kritik mussten Politik und AVV für die Tarifreform einstecken. Ist die neue Gratis-Zone nun eine wirkliche Verbesserung für den ÖPNV oder nur ein herumdoktern an der Reform? Ganz klar letzteres, sagt die Augsburger SPD. (Foto: Janina Funk)

Der städtische Wirtschaftsausschuss fasste am Mittwoch einen Beschluss für die gratis City-Zone. Ab 2020 soll der Nahverkehr zwischen Hauptbahnhof und Rathausplatz demnach kostenlos sein. Dies sei vor allem auch ein Indiz dafür, dass die AVV-Tarifreform endgültig gescheitert sei, betont nun die Augsburger SPD.

Die SPD hatte sich von Anfang an gegen die Tarifreform ausgesprochen, und 2017 auch gegen die Änderungen gestimmt. Die Anpassungen im Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV) traten dann zum 1. Januar 2018 in Kraft und lösten gerade in der Stadt Augsburg viel Kritik aus, da durch die Reform die Preise vor allem für Gelegenheitsfahrer deutlich teurer wurden. 

"City-Zone zu kurz gegriffen"

"Mit teuren und vielfältigen Sonderlösungen wird nun versucht, so lange an der Tarifreform herumzudoktern, bis der alte Status quo der Tarife erreicht ist", schreibt die SPD-Fraktion nun in ihrer Presseerklärung. 

„Die City-Zone rund um den Königsplatz ist unseres Erachtens zu kurz gegriffen", wird SPD-Stadtrat Christian Moravcik zitiert. "Sie mag als herausragendes Novum verkauft werden, kaschiert jedoch tatsächlich nur die Verschlechterungen, die durch die Tarifreform verursacht wurden."

Trotz kostenloser City-Zone blieben insbesondere im Osten, wie dem Stadtteil Lechhausen, Benachteiligungen bestehen. Auch räumliche Gegebenheiten, wie die für mobilitätseingeschränkte Personen schwer zu bewältigende Steigung von der Jakobervorstadt in die Innenstadt, würden nicht berücksichtigt. Die SPD fordert daher eine Ausweitung der Gratis-Zone. (jaf)
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