Stadratssitzung: BUJAA! übergeben Sarg an Kurt Gribl

Die Menschenwürde wurde symbolisch zu Grabe getragen
Augsburg: Rathaus |

Am 20. September, der letzten Stadtratssitzung vor der Landtagswahl, kamen vier schwarz gekleidete Jugendliche und übergaben dem Oberbürgermeister einen Sarg, der das Beerdigen der Menschenwürde darstellen sollte.

Das „Bündnis junger Antirassist*innen Auxburg“ (kurz: Bujaa!) hatte zu der Aktion aufgerufen. Der Sprecher Maximilian Kopeczek erklärte hierzu in der Stadtratsitzung: "Wir haben heute Dr. Kurt Gribl diesen Sarg überreicht um ein Zeichen zu setzen. Herr Gribl und die CSU, dessen stellvertretender Vorsitzender er ist, spalten durch ihre Hetze die Gesellschaft. Und ihre Politik hat tödliche Folgen: auf Druck der CSU wurden die Grenzen nach Deutschland geschlossen und die Seenotrettung so gut wie unmöglich gemacht. Allein in diesem Jahr sind mehr als 1600 Menschen im Mittelmeer grausam ertrunken. Herr Gribl ist für dieses Unrecht mit verantwortlich und weigert sich Augsburg zum sicheren Hafen zu erklären. Daher haben wir uns dazu entschieden, ihm heute einen Sarg mit der Menschenwürde darin zu übereichen. Kurt Gribl und seine Partei treten die Menschenwürde mit Füßen, und wir, die jungen Antirassistinnen und Antirassisten aus Augsburg, kämpfen für eine menschenwürdige Politik!“

Noch bevor das Bündnis zu einer Schweigeminute für die Opfer im Mittelmeer aufrufen konnte, wurde die politische Kunstaktion von verschiedenen Mitgliedern des Stadtrates unterbrochen. Unserem Fotografen wurde mit Gewalt die Kamera abgenommen, unserem Sprecher wurde von Dr. Kurt Gribl das Handy, von dem er unser Statement ablaß, aus der Hand entrissen.

Statt dass der Stadtrat sich mit den Konsequenzen seiner Politik auseinander setzte und sich der Schweigeminute anschloss, wurden den Mitgliedern von Bujaa! strafrechtliche Konsequenzen angedroht. Wir finden, dass an einem Ort, der für politische Debatten geschaffen wurde, diese auch zugelassen werden müssen und werden uns weiter entschlossen für die Wahrung der Menschenwürde einsetzen!

Das „Bündnis junger Antirassist*innen Auxburg“ hat sich Anfang dieses Jahres gegründet und hat die Proteste gegen den Bundesparteitag der AFD mitorganisiert. Neben der AfD nimmt das Bündnis auch die CSU in den Fokus, da diese für die Aushöhlung des Asylrechts in Bayern und auch auf Bundesebene maßgeblich verantwortlich ist.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.