Stadt will bei Linie 5 nun zweigleisig fahren - Wird hinterer Abschnitt "auf den St. Nimmerleinstag" verschoben?

Wie bitte geht es hier zum Klinikum? Bislang nur mit der Linie 2. Wann die Linie 5 fahren wird, steht noch lange nicht fest.

Der Augsburger Stadtrat soll am Mittwoch über das weitere Vorgehen in Sachen Linie 5 abstimmen. Weil Stadt und Stadtwerke ihrem zeitlichen Fahrplan für die neue Straßenbahn seit Jahren hinterherfahren, sollen die Planungen für die Strecke nun aufgeteilt werden. Davon versprechen sich die Beteiligten, weitere Verzögerungen zu vermeiden. Doch bei Verkehrsverbänden stößt die Idee auf Kritik.

Immer wieder mussten die Augsburger Stadtwerke zuletzt vermelden, dass sich das Planfeststellungsverfahren für das Großprojekt Linie 5 verzögert. Nun soll der Stadtrat beschließen, die Strecke aufzuteilen, um für den ersten Abschnitt zeitnah eine Genehmigung von der Regierung von Schwaben zu erhalten.

Linie 5: Auf der Ackermann-Straße wird es kompliziert

Die Verkehrsführung am Knotenpunkt Bürgermeister-Ackermann-Straße/Kriegshaberstraße ist den Planern zufolge so kompliziert, dass umfassende Anpassungen nötig sind. Dass sich deswegen alles erneut weiter nach hinten verschiebt, soll vermieden werden.

Der bahnhofsnahe Abschnitt soll daher unabhängig vom Rest der Strecke zur Genehmigung eingereicht werden. Sprich: Die Trasse wird zunächst einmal vom Hauptbahnhof "bis hinter die Bürgermeister-Ackermann-Brücke einschließlich der Anschlussstelle Hessenbachstraße" geplant, wie der Stadtratsvorlage zu entnehmen ist. Für diesen Teil soll "schnellstmöglich eine Genehmigung erreicht werden".

Abschnitt bis Klinikum hat "nachrichtlichen Charakter"


"Die Entwurfsplanung für den folgenden Abschnitt bis zur Wendeschleife Klinikum hat bis auf Weiteres nachrichtlichen Charakter", heißt es weiter.

Die Verkehrsverbände ANA (Arbeitsgemeinschaft Nahverkehr Augsburg) und VCD (Verkehrsclub Deutschland) halten das alles für keine gute Idee.

Verkehrsverbände kritisieren die Pläne

Mit dem Einreichen der Planunterlagen vom Bahnhofstunnel bis zur westlichen Seite der Ackermann-Brücke sei praktisch festgeschrieben, dass die Tram auch im weiteren Verlauf der Ackermann-Straße in der Straßenmitte zu fahren hat, so eine Befürchtung. Das ist momentan so geplant. Sollte sich aber später ergeben, dass in einem hinteren Abschnitt eine Trassierung etwa am Rande der Ackermann-Straße Vorteile bringe, sei es zu spät, erklärt der VCD-Kreisverband Augsburg.

Dessen Vorsitzender Christian Ohlenroth kritisiert: "Eine Aufteilung in zwei Planfeststellungsverfahren, bei der der 'zweite Abschnitt zunächst nur nachrichtlichen Charakter besitzt', wird sicherlich zu höheren Kosten führen und lässt eine Verschiebung des zweiten Teilabschnittes auf den St. Nimmerleinstag befürchten."
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