Tunnel unter dem Hauptbahnhof "stößt ins Herzstück vor" - Stadtwerke kündigen lärmintensive Arbeiten ab 5. Februar an

Mit schwerem Gerät werden Löcher ins Erdreich gebohrt, ein Drahtgeflecht eingelassen und mit Beton ausgegossen. Eine enge Reihe von solchen Betonbohrpfählen bildet schließlich eine Tunnelwand. (Foto: swa / Thomas Hosemann)
Die Arbeiten für den Straßenbahntunnel unter dem Augsburger Hauptbahnhof stoßen demnächst "ins Herzstück" vor: in den Bereich der Bahnsteige und Gleise der Personenzüge. Dazu haben jetzt "vorbereitende Arbeiten für den zusätzlichen Bahnsteig F begonnen", vermelden die Stadtwerke am Freitag. Von Montag, 5., bis Freitag, 23. Februar, werde an dieser Stelle mit großem Bohrgerät gearbeitet. Montag bis Donnerstag finden die lärmintensiven Arbeiten jeweils auch nachts statt.

Der rund 180 Meter lange Tunnel ist inzwischen vom Bahnhofsvorplatz im Osten bis direkt zum Bahnhofsgebäude ebenso im Rohbau fertig, wie der 133 Meter lange Abschnitt im Westen von der Rosenaustraße unter den Gütergleisen bis zu den Personengleisen. Rund 156 Meter ist die Wendeschleife unter den Gütergleisen lang.

Die 115 Meter lange Lücke dazwischen unter den Personenbahnsteigen und dem Bahnhofsgebäude werde nun bis 2021 geschlossen, so die Stadtwerke, die diesen Abschnitt als "das Herzstück des Projekts" bezeichnen. Denn schließlich entstehen unter den Bahnsteigen zwei Ebenen. Ganz unten die Straßenbahnhaltestelle und dazwischen die sogenannte „Verteilerebene“, die Unterführung von der aus die Reisenden nach oben zu den Bahnsteigen und nach unten zur Straßenbahnhaltestelle gelangen werden – barrierefrei mit Rolltreppen und Aufzügen.

Bahnsteig F geht im Dezember in Betrieb

Während die Arbeiten für das Tunnelstück unter dem denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude bereits seit vergangenem Jahr in vollem Gange sind, nehmen die Arbeiten für den neuen, zusätzlichen Bahnsteig nun Fahrt auf. Dieser Bahnsteig wird später für den Regio-Schienen-Takt der Bahn nötig sein. Aber auch während der Bauphase sei er unerlässlich. Denn die Arbeiten in den Personenbahnsteigen erfolgen unter „rollendem Rad“, wie die Stadtwerke es beschreiben. Das heißt, alle Züge müssen während des Tunnelbaus fahren können. Deshalb könne immer nur ein Bahnsteig mit den zugehörigen Gleisen für den Tunnelbau gesperrt werden. Die Züge werden in dieser Zeit jeweils über den neuen Bahnsteig F abgewickelt. Am 9. Dezember wird dieser mit dem Fahrplanwechsel in Betrieb gehen.

Nun wird im Bereich des künftigen Bahnsteig F mit Betonbohrpfählen der Tunnel vorbereitet. Die Hangkante wird zu den Gütergleisen hin abgestützt. Außerdem werden die Fußgängerunterführungen zu den Bahnsteigen bis zum neuen Bahnsteig F verlängert.

Bis 2023 soll der Straßenbahntunnel samt Haltestelle unter dem Hauptbahnhof in Betrieb genommen werden. Als Bau- und Planungskosten sind inzwischen rund 193 Millionen Euro veranschlagt, zuzüglich Nebenkosten etwa für das Projektmanagement. (pm)
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