Umfrage: Was Augsburger Verkehrsteilnehmer jetzt fordern

Bereits im Sommer hat die Stadt Augsburg für mehr Abstand unter allen Verkehrsteilnehmenden geworben. (Foto: Martin Augsburger/Stadt Augsburg)

Die Stadt Augsburg hat eine Online-Umfrage für ein faires Miteinander im Straßenverkehr erstellt und nun ausgewertet. Gegenseitige Rücksichtnahme und Infrastruktur sind den Befragten am wichtigsten, so das Ergebnis.

Mit ihrer Fair-im-Verkehr-Kampagne möchte die Stadt Augsburg in Kooperation mit der Polizei Schwaben-Nord das Miteinander aller Verkehrsteilnehmer verbessern und sicherer gestalten. Die Kampagne läuft seit Juli 2019.

Um weitere Kampagneninhalte und -aktionen zu planen, hat dieStadt im Sommer eine Online-Umfrage durchgeführt. Dabei waren alle Augsburger aufgefordert, ihre Vorstellungen und Ideen eines guten Miteinanders im Stadtverkehr zu konkretisieren und Bitten an unterschiedliche Verkehrsteilnehmende zu formulieren.

Die Umfrage wurde über verschiedene Print-, Online- und Social-Media-Kanäle beworben. Auch Interessensgruppen wie der ADFC Augsburg, der ADAC Augsburg, das Forum Augsburg lebenswert und die Lokale Agenda wurden informiert und gebeten, die Umfrage mit ihren Mitgliedern in den sozialen Netzwerken zu teilen.Während der Augsburger Radlwoche im Juli wurden zudem zufällig ausgewählte Passanten angesprochen und befragt. 

741 Personen haben teilgenommen

An der Umfrage haben insgesamt 741 Personen aus Augsburg und Umgebung teilgenommen. Mehr als 56 Prozent davon haben angegeben, vor allem mit dem Fahrrad in Augsburg unterwegs zu sein. „Da vergleichsweise viele Radfahrende mitgemacht haben, ist die Umfrage zwar nicht als repräsentativ zu betrachten. Die Ergebnisse helfen uns trotzdem, weitere Kampagneninhalte zu planen, da wir die Ergebnisse filtern können. Immerhin liegt der Fokus von Fair-im-Verkehr auf dem Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer, zu denen Kinder und  mobilitätseingeschränkte Personen genauso gehören, wie  Personen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind“, sagt Stefan Sieber, Leiter der Hauptabteilung Kommunikation. 

Wunsch an die Autofahrer: Mehr Abstand halten

Die Umfrage zeige, so die Stadt Augsburg, dass unabhängig davon, mit welchem Verkehrsmittel jemand unterwegs ist, alle zu einem besseren Miteinander beitragen können. Durchweg von allen gefordert wurde vor allem mehr gegenseitige Rücksicht und dass Verkehrsregeln befolgt werden.

Etwa 30 Prozent der Befragten wünscht sich, dass Autos mehr Abstand halten – sei es von Auto zu Auto oder beim Überholen von Radfahrern. Für letzteres weist die Stadt auf den vorgeschriebenen seitlichen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern hin, was "in etwa der Länge einer Pool-Nudel" entspreche, so die Stadt in ihrer Pressemitteilung.

Wunsch an die Fußgänger: Nicht nur aufs Handy starren

30 Prozent ist in etwa auch der Anteil der Befragten, der an Radfahrer die Bitte hat, sich an die Verkehrsregeln zu halten und rote Ampeln nicht zu ignorieren. „Haltet euch besser an die Regeln, damit unser Ruf nicht so schlecht ist“, appelliert ein Umfrage-Teilnehmer.

Von Personen, die zu Fuß unterwegs sind, wird laut Umfrage erwartet, dass sie Radwege respektieren und sich vor dem Überqueren von Radwegen und Straßen umschauen anstatt ständig in ihr Handy zu starren.

Umfrage-Teilnehmer sehen Bedarf an Ausbau der Infrastruktur

Neben rücksichtslosem und verkehrswidrigem Verhalten geben viele Teilnehmer der Online-Umfrage auch eine mangelnde  Verkehrsinfrastruktur an, wie zum Beispiel schlecht geführte und nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechende Radwege, Ampeln, Kreuzungen und Baustellen. In diesem  Zusammenhang wurden Stellen wie der Kö, die Pferseer Unterführung und die Hermanstraße genannt.

Nötig seien dafür auch Maßnahmen zur Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs in der Innenstadt, eine eindeutige und zukunftsfähige Verkehrsführung und -planung, Kontrollen mit zum Teil höheren Strafen sowie die Optimierung der Ampelschaltungen, Vor-Ort-Informationen und niedrigere Höchstgeschwindigkeiten.

Die Umfrage-Ergebnisse fließen in weitere Bausteine der Fair-im-Verkehr-Kampagne ein. „Auf der Basis der formulierten Bitten erstellen wir eine allgemeine Gebrauchsanweisung für Augsburgs Straßen und Wege, die wir unter anderem Fahrschulen und verschiedenen Interessensgruppen zur Verfügung stellen“, erklärt Stefan Sieber.

Alle Ergebnisse der Umfrage unter www.augsburg.de/FairImVerkehr. (pm)
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