Volkswagen kauft MAN und Renk

Wie MAN bekannt gab, soll der Kaufpreis bei rund zwei Milliarden Euro liegen (Archivbild). (Foto: Janina Funk)

Der Wolfsburger Volkswagen-Konzern kauft den Augsburger Großmotorenhersteller MAN Energy Solutions und den Getriebehersteller Renk - beide bereits Teil der VW-Tochter MAN. Hintergrund des Kaufs durch den Hauptkonzern sind Umstrukturierungspläne.

Wie MAN am Donnerstag in München bekannt gab, soll der Kaufpreis bei rund zwei Milliarden Euro liegen. Die rund 5000 Augsburger Beschäftigten von MAN Energy Solutions und Renk sollen im VW-Konzern bleiben, heißt es von dem Augsburger Traditionsbetrieb. Hinter der Kaufentscheidung steckt eine Strategie, die VW bereits im Frühjahr bekannt gegeben hatte: Der Konzern will seine LKW- und Bus-Sparte Traton mit den Marken Scania und MAN bündeln und anschließend börsenfähig machen. Traton soll zur Führungsgesellschaft eines reinen Bus- und LKW-Konzerns werden. Die Maschinenbau-Töchter hingegen sollen direkt Wolfsburg unterstellt sein. Die Veräußerung ist bis Ende 2018 geplant. Der Kaufpreis soll zwischen 1,85 und 2,05 Milliarden Euro liegen. Der Preis entspricht dem Wert von MAN und Renk am Jahresende. Ein außerplanmäßiger Gewinn entstehe dabei nicht, so MAN.

Den Zeitpunkt für den Börsengang will Volkswagen vom Umfeld an der Börse abhängig machen. Frühestens wird es wohl in den Wochen vor Ostern 2019 so weit sein.

Rund 4000 Mitarbeiter hat MAN Energy Solutions in Augsburg, bei Renk sind es 1100. Sie sollen im VW-Konzern bleiben, heißt es von MAN.

Deutschlandweit sind rund 31 000 Mitarbeiter in dem Unternehmen beschäftigt, ein Drittel davon bei MAN Truck & Bus in München.

VW hat für MAN bis 2025 eine Standort- und Beschäftigungsgarantie gegeben. Der Konzern, den es bereits seit 250 Jahren gab und der auch Druckmaschinen herstellte, Industrieanlagen baute und mit Stahl handelte, wird mit der Veräußerung zerschlagen. (kd)
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