Was der Unesco-Welterbetitel jetzt nach sich zieht

Mit blau-weißen Bannern feiert die Stadt am Rathausplatz deutlich sichtbar ihren neuen Welterbe-Titel.

Auch einige Tage nach der Entscheidung gibt es in Augsburg kaum ein anderes Thema: Die Stadt freut sich über ihren Unesco-Titel. Sollte es dennoch Augsburger geben, die noch nichts von der positiven Entscheidung der Welterbe-Kommission am Wochenende gehört haben, würden sie spätestens bei einem Besuch in der Innenstadt davon erfahren: Denn der Rathausplatz ist inzwischen mit blau-weißen Bannern dekoriert. "Wir sind Welterbe" ist dort nun zu lesen. 

Während die Stadt sich auf das Titelfest "Augsburger Wasserglanz" am 20. Juli vorbereitet - im ganzen Stadtgebiet soll dann der nun achte Welterbestandort Bayerns gefeiert werden - denken einige Fraktionen im Stadtrat schon weiter. So fordert die CSU in einem Antrag einen "Masterplan" zur Pflege und Entwicklung der 22 Welterbestätten sowie zur Planung des nötigen Besucherzentrums. "Das Ergebnis wird das Bild Augsburgs sowohl in der Binnenwirkung wie nach außen bei unzähligen Besuchern aus der ganzen Welt für Generationen prägen", heißt es im Antrag. Gemeinsam mit den zuständigen Stellen müsse auch ein Tourismus-Konzept erarbeitet werden. Außerdem solle Augsburgs 800 Jahre altes Wissen über Wassermanagement auch vermittelnd dort zur Verfügung gestellt werden, wo sauberes Trinkwasser knapp ist.

Die Augsburger FDP fordert im Zusammenhang mit dem Unesco-Titel, die nach dem zweiten Weltkrieg zugebauten Gassen am Sparrenlech wieder freizulegen und für den Verkehr zu sperren. "Die Achse Leonardsberg-Pilgerhausstraße zerschneidet genau den Bereich der historischen Altstadt, die jetzt zum Weltkulturerbe erklärt wurde", so Lars Vollmar. Touristen müssten dort eine "hässliche vierspurige Schneise überwinden". Stattdessen wünscht sich die FDP moderne Wohnhäuser nach historischen Grundrissen und eine neue Ost-West-Tangente.

Auch der Landkreis erhofft sich, dass Stadt und Land Augsburg durch die "weltweit anerkannte Auszeichnung" eine touristische Aufwertung erhalten.
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