Weiterbildung: Karriere trotz Studienabbruch?

Wer sich für ein Studium entschieden hat, ist zunächst hochmotiviert. Die vielen Eindrücke und das Kennenlernen der neuen Kommilitonen und des allgemeinen Uni-Alltags beanspruchen in der Regel, in den ersten Tagen oder Wochen, die komplette Aufmerksamkeit. Spätestens wenn der Lernstress losgeht und die ersten Klausuren anstehen, bemerken viele Studenten, dass das gewählte Fach oder generell ein Studium vielleicht doch nicht die richtige Wahl waren. Aber das bedeutet nicht gleichzeitig das Karriereende. Es gibt zukunftsweisende Weiterbildungsmaßnahmen, die ebenfalls zum gewünschten Ziel führen können.

Warum brechen immer mehr Studenten ihr Studium ab?

In Deutschland bricht fast jeder Dritte sein Studium vorzeitig ab und dass schon in der Anfangsphase. Eine im Juni 2017 veröffentliche DZHW-Studie dazu zeigt die Abbruchquote im Detail. Bei Studenten eines Bachelor-Studiengangs beträgt die Quote 29 Prozent, wobei die Quote an Universitäten von 33 auf 32 Prozent gesunken ist, während sie bei Fachhochschulen von 23 auf 27 Prozent angestiegen ist. Besonders häufig sind mathematisch-naturwissenschaftliche Studiengänge betroffen, wobei hier die Abbruchquote an Universitäten von 39 auf 42 Prozent angestiegen ist. Dabei brechen knapp 50 Prozent ihr Studium während der ersten zwei Semester ab und 29 Prozent im 3. oder 4. Semester.

Aber woran liegt es, dass die Zahl der Studienabbrecher steigt? Die Gründe dafür sind vielfältig. Auch die Gründe wurden in einer DZHW-Studie genau erforscht. Aus dieser Studie geht hervor, dass 30 Prozent ihr Studium abbrechen, da sie den hohen Leistungsanforderungen nicht gerecht werden konnten, 17 Prozent fehlte es an Motivation und 15 Prozent haben ihr Studium abgebrochen, weil sie sich doch eher eine praktische Tätigkeit wünschen. Weitere Gründe für einen Studienabbruch sind: schlechte Studienbedingungen, die finanzielle und familiäre Situation sowie andere persönliche Gründe.

Studienabbrecher: Weiterbildung und Jobchancen

Auch wenn immer weniger Studienabbrecher in der Arbeitslosigkeit landen, kann es sich durchaus schwierig gestalten als Studienabbrecher einen Job zu bekommen. Das liegt zum einen daran, dass Studienabbrecher zunächst ratlos sind und sich über berufliche Alternativen noch keine Gedanken gemacht haben und zum anderen liegt es an den oftmals formalisierten Bewerbungsprozessen, die bevorzugt von großen Unternehmen für die Bewerberauswahl genutzt werden. Für Studienabbrecher ohne Abschluss wird es da schwierig. Trotzdem ist ein Studienabbruch kein Grund zur Hoffnungslosigkeit.

Viele Firmen bevorzugen sogar Studienabbrecher, da diese außer einem abgeschlossenen Studium in der Regel hervorragende intellektuelle Voraussetzungen mitbringen, sehr motiviert und engagiert sind sowie eine gewisse Reife mitbringen. Dies ist insbesondere bei kleinen und mittelständischen Unternehmen der Fall. Die Jobchancen erhöhen sich natürlich enorm, wenn eine Weiterbildung als Studienabbrecher absolviert wird. Vorteilhaft ist hier, dass die im Studium erworbenen Kenntnisse in der Regel je nach Anbieter sogar teilweise angerechnet werden, so dass sich die Dauer der Weiterbildungsmaßnahme manchmal dementsprechend verkürzt.

Studienabbrecher: Weiterbildungsmaßnahmen mit Zukunft

Besonders zukunftsweisende Weiterbildungsgänge sind im IT-Bereich zu finden, da hier Führungs- und Fachkräfte aber auch Unternehmensnachfolger dringend gesucht werden und zwar im Zuge der zunehmenden Digitalisierung. Alleine von August 2016 bis August 2017 wurden in diesem Bereich 20 Prozent mehr Stellen, speziell für IT-Fachkräfte, ausgeschrieben und zwar insgesamt 428.000 Stellen. Zu den besonders zukunftsweisenden Weiterbildungsgängen gehören hier sowohl IT-Administratoren, Data Scientists und Web-Entwickler, wobei Entwickler besonders stark gefragt sind. Daneben besteht eine große Nachfrage nach IT-Sicherheitsexperten, IT-Beratern bis hin zu Anwendungsbetreuern und System-Administratoren.

Weitere stark nachgefragte IT-Berufe sind SAP-Berater, User-Support, Java-Entwickler und Projekt-Manager. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Angebot mit dem Namen Finish IT 3.0. Dabei handelt es sich um eine spezielle Beratung für Studenten die ihr Studium im Fach Wirtschaftsingenieurwesen, Elektrotechnik oder Informatik abgebrochen haben und nach beruflichen Perspektiven im IT-Bereich suchen. Finish wird vom CyberForum e.V. angeboten und berät Studienabbrecher ausführlich und stellt den Kontakt zu Arbeitgebern aus der IT-Branche her. Es ist das größte, regional aktive Hightech-Unternehmer-Netzwerk innerhalb Europas.
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