Weltvegantag – Bundeslandwirtschaftsministerium handlungsunfähig

Unter unsäglichen Bedingungen werden sogenannte Nutztiere geschlachtet - bei Rindern liegt die offizielle Fehlbetäubungsrate bei 9%, bei Schweinen sogar bei 12,5%
Oberster Amtsveterinär bestätigt: BMEL tut schon seit 10 Jahren nichts gegen Tierqual.

Die Vorteile einer pflanzenbasierten Lebensweise auf unser Klima, den Welthunger und die menschliche Gesundheit werden durch umfangreiche wissenschaftliche Studien bestätigt. Das Bedürfnis der Mehrheit unserer Bevölkerung, Nahrungsmittel ohne Tierleid zu konsumieren, wächst Tag für Tag. Dem versuchen Agrarindustrie und lobbytreue Politiker mit dem Zurückhalten von Informationen, sogenannten „Tierwohl-Labels“ und hübschen Werbebildchen auf ihren Produkten entgegenzutreten. Wie einst die Tabak-Industrie behauptete, Rauchen ist gesund, wird der Verbraucher nun von Fleisch- und Milchindustrie bewusst getäuscht. In den Medien hingegen findet man fast täglich Dokumentationen über die traurige Wirklichkeit der leidenden Tiere. Die Bundespolitik bleibt jedoch weiter untätig.

Auf die Anfrage der V-Partei³ an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner wegen nachweislich tierschutzwidriger Betäubungsmethoden von Schlachttieren entgegnete das Ministerium: Alles sei rechtens und im Übrigen seien die Kontrollbehörden der Bundesländer zuständig. Ein Tierqual-Skandal jagt den nächsten, die Veterinärämter sind so unterbesetzt, dass Betriebe nur alle paar Jahre kontrolliert werden. Werden Missstände aufgezeigt, wird häufig der zuständige Veterinär unter Druck gesetzt oder die Verstöße von den Staatsanwaltschaften nicht verfolgt. Offensichtlich ist der Einfluss des Bauernverbands und der Massentierhaltungsindustrie so groß, dass dem Staatsziel „Tierschutz“ geringe bis keine Bedeutung beigemessen wird.

Der oberste Amtsveterinär und 1. Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Fleischhygiene, Tierschutz und Verbraucherschutz (BAG), Dr. Kai Braunmiller sagt dazu:

„Das ist die Standardaussage vom BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft), dass die Anderen, Länder, Hersteller und Anwender, zuständig sind und die bisherigen Rechtsvorgaben ausreichend seien. Sie haben es somit schwarz auf weiß, das BMEL wird sich trotz seiner Zuständigkeit wie üblich nicht für eine Verbesserung des Tierschutzes einsetzen. Eine klassische Interessenskollision, die so nicht sein dürfte. Das erleben wir nun schon seit 10 Jahren, deshalb werden immer noch Millionen von Eintagsküken geschreddert, ca. 2 Millionen Ferkel betäubungslos kastriert, tierquälerische Langstreckentransporte durchgeführt, Schlachttiere mit schlechten Betäubungssystemen unter Qualen getötet und Mastschweine und Mastrinder größtenteils in tierschutzwidrigen Haltungssystemen auf Betonboden gehalten, wodurch Ihnen wissenschaftlich nachgewiesen erhebliche Schäden zugefügt werden. Die fachliche Seite der Tierärzteschaft wird ignoriert, die Lobby (DBV) bestimmt, was gemacht wird. Auch das freiwillige staatliche Tierwohllabel wird daran nicht viel ändern, das soll nur von den wichtigen Themen ablenken und ein besseres Gewissen suggerieren.“

Eva-Marie Springer aus dem Bundesvorstand der V-Partei³ fordert: „Höchste Zeit, dass dem Verbraucher bewusst gemacht wird, wie einfach, preiswert und gesund Umstellung auf eine rein pflanzliche Ernährung zu bewerkstelligen ist! Dass von Seiten der Gesundheits-, Pharma- und Tierindustrie versucht wird, das Gegenteil zu beweisen, liegt im reinen Eigeninteresse – das sollte allen Verbraucher*innen klar sein. Wenn die Bundespolitik untätig ist, kann man auch selber mit seiner Stimme etwas bewirken – und natürlich mit dem Einkauf von pflanzlichen Lebensmitteln.“
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