Wer soll es machen: Die Suche nach den OB-Kandidaten in Augsburg läuft

Das Rennen um das Rathaus ist eröffnet. (Foto: Peter Maier)
 
Frederik Hintermayr will für die Linkspartei als OB-Kandidat antreten. (Foto: Frauke Wichmann)

OB Kurt Gribl steht 2020 nicht mehr als Kandidat zur Verfügung– mit dieser Entwicklung haben die wenigsten Parteistrategen innerhalb und außerhalb der CSU gerechnet. Umso intensiver laufen nun die Überlegungen, wer ins Rennen geschickt werden kann.

Die CSU hat sich relativ schnell von der Überraschung erholt und gleichzeitig mit der Bekanntgabe von Gribls Entscheidung am Mittwoch vergangener Woche Eva Weber, die bisherige Finanzreferentin und zweite Bürgermeisterin, als bevorzugte Kandidatin präsentiert. Freilich steht noch die offizielle Nominierung durch die Delegiertenversammlung aus. Der Termin ist auf den 27. Mai festgelegt. Derzeit ist es wenig wahrscheinlich, dass ein anderes CSU-Mitglied gegen Eva Weber antreten wird, aber tatsächlich könnte sogar noch in der Delegiertenversammlung ein Konkurrent Ansprüche anmelden. „Ich glaube nicht, dass jemand aufstehen wird. Aber wenn, dann wäre es okay“, sagt dazu Eva Weber selbstbewusst. Dieses Selbstbewusstsein nährt sich aus dem großen Zuspruch, den sie auch aus den Ortsverbänden heraus erhalten habe, wie sie erzählt. Die CSU steht offenbar geschlossen zu Eva Weber.

Mehr Auswahl haben die Mitglieder der Grünen. Hier empfehlen sich aktuell drei mögliche Kandidaten: Martina Wild ist die Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Melanie Hippke ist Parteivorsitzende der Augsburger Grünen und Deniz Anan war von 2011 bis 2013 Sprecher des Grünen-Ortsverbands in Pfersee. Die Nominierungsversammlung findet am 15. Mai statt. Gut möglich, dass sich noch weitere Kandidaten melden, auch wenn das schriftliche Bewerbungsverfahren bereits abgeschlossen ist.

Die Linkspartei setzt ihre Hoffnungen auf den 26-jährigen Frederik Hintermayr. Kommunalpolitische Erfahrung hat dieser bereits gesammelt, er sitzt seit fünf Jahren im Bezirkstag. Die offizielle Nominierung soll am 27. Juli erfolgen. Ob sich noch weitere Kandidaten melden, ist offen.

Wer tritt für die SPD an?

Noch ohne offizielle Aspiranten auf eine OB-Kandidatur ist die SPD, allerdings drängen sich aktuell nur zwei Namen auf: Fraktionsvorsitzender Florian Freund und Ordnungsreferent Dirk Wurm. Beide gelten als ambitioniert. Aber nicht ausgeschlossen ist, dass sich die Sozialdemokraten einen Kandidaten von außen holen – und das gilt für alle politischen Gruppierungen in Augsburg. Denn: Wie OB Kurt Gribl in seiner Begründung für den eigenen Rückzug richtig andeutete, hatten sich in Augsburg alle darauf eingestellt, dass Gribl erst 2026 nicht mehr antreten werde und dann die günstigere Chance wäre, einen Machtwechsel im Rathaus zu erreichen – gegen einen amtierenden ein vielfach schwierigeres Unterfangen, das allerdings Gribl selbst geglückt ist.

Nun also tut sich die günstige Gelegenheit für die übrigen Parteien schon sechs Jahre früher auf, gleichzeitig fehlen diese sechs Jahre in der Vorbereitung, etwa um einen Wunschkandidaten zu profilieren und in Stellung zu bringen – ein klarer Vorteil für die CSU: Eva Weber ist in Augsburg als Bürgermeisterin schon bekannt.
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Enrico Baumann aus Augsburg - Süd/Ost | 23.03.2019 | 16:20  
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