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Stefan Gruber

Startpunkt ist: Augsburg - City
registriert seit 12.11.2015
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Wortschätzle 16 - "A Buzzele - miad, ead ond faul"

Stefan Gruber
Stefan Gruber | Augsburg - City | am 14.01.2016 | 234 mal gelesen

Stefan Gruber Es war der »Doschdig Obad« (Donnerstag Abend) und »du meunsch, du kosch in Rua grilla« (und du meinst, du kannst in Ruhe grillen) - nix war's. War doch vorm Gärdle (Garten) doch »glatt a kleus Buzzele« (tatsächlich ein kleines Baby) - vermutlich war's schon etwas älter, aber das ist jetzt egal - und das hat geschrien, fast eine Stunde lang. Es klang so richtig »miad, ead und faul« (müde und faul). Das Wort...

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Wortschätzle 15 - A gelbe Wies voller Bettseucherbluama

Stefan Gruber
Stefan Gruber | Augsburg - City | am 14.01.2016 | 53 mal gelesen

Stefan Gruber Es war eine wunderschöne Wiese voll mit gelben »Bettseucherbluama« - Löwenzahn, wegen des austretenden weißen Milchsaftes. »A Plastikgugg in da Hosensack gschdegt« - eine Plastiktüte in die Hosentasche gesteckt - und nix wie hin. Doch die Böschung war sehr steil und prompt hat's »mi da Ranga na gschlaga und mi granatamäßig aufs Fidla gschlaga« - frei übertragen: ich bin ausgerutscht, mich hat es heftig auf...

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Wortschätzle 14 - "Wia a Suggl aus dr Sauwuale"

Stefan Gruber
Stefan Gruber | Augsburg - City | am 14.01.2016 | 161 mal gelesen

Stefan Gruber Ja war das ein verregnetes Wochenende. Und bei den Temperaturen gab es bei der Wanderung zum 1.Mai auch keine guten Aussichten, ein paar Zentimeter zu wachsen - ich gebe diese Hoffnung aber nicht auf. Doch was brachte der kurze Ausflug: »a dicks Knui mit am mords Bladschare«, ein dickes Knie mit einem großen blauen Fleck. Man muss schon eine große Graddl machen (Die Graddl ist der Schritt, also die...

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Wortschätzle 13 - Die Freinacht und das »Maiele«

Stefan Gruber
Stefan Gruber | Augsburg - City | am 14.01.2016 | 139 mal gelesen

Stefan Gruber Ein Schwabe unterwegs in Berlin. Die Stadt ist multi-kulti, dahin sind in den vergangenen 25 Jahren auch viele Schwaben ausgewandert und trotzdem hab ich vergangenes Wochenende dort niemanden gefunden, der ein »Maiele« aufstellt. Was das ist? Eine kleine Birke, geschmückt mit langen farbigen Bändern, die ein Bursche in der Nacht zum 1.Mai seiner Liebsten ans Haus oder an den Zaun stellt, festmacht, damit...

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Wortschätzle 12 - A Zupfl isch keu Schnall ned

Stefan Gruber
Stefan Gruber | Augsburg - City | am 14.01.2016 | 390 mal gelesen

Stefan Gruber Es menschelt auch beim Schwaben - damit meine ich nun nicht den Gebrauch des Wortes Mensch, das je nach Artikel Unterschiedliches bezeichnet, so als »der Mensch« natürlich den Menschen an sich, aber mit dem sächlichen Artikel, »das« in der Form »des Mensch« und »aMensch« eine Frau meint - die Benutzung dieser Bezeichnung war und ist immer despektierlich, negativ gemeint. Nein, ich meine, dass der Schwabe,...

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Wortschätzle 11 - »Am Sundig war i auf dr Dult«

Stefan Gruber
Stefan Gruber | Augsburg - City | am 14.01.2016 | 115 mal gelesen

Stefan Gruber Auch am Afdermede kann man eine Bumbel und Guadsla kaufen. Sonnig wars und »gnua« (genug) »Leit« (Leute) waren mit mir »zam« (zusammen) am »Sundig« (Sonntag) auf der Augschburger Oster-Dult zwischen dem Jakober- und Vogeltor. Und der Schwabe meint, er könne da was bekommen, das es sonst nicht gibt, eventuell sogar etwas billiger als anderswo. Aber es wird schon viel »Glumb« (unnützes Zeug) verkauft,...

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Wortschätzle 10 - Was wiascht isch, muss net schiach sei

Stefan Gruber
Stefan Gruber | Augsburg - City | am 14.01.2016 | 719 mal gelesen

Stefan Gruber Der Schwob ist ja ein ganz Lieber und hängt an viele Wörter ein »le« hinten an und macht damit alles niedlich und klein. Das ist zwar sprachlich eine nette und freundliche Angewohnheit, aber er kann auch anders. Wenn etwas hässlich, »schiach« ist, dann sagt er's auch. Sagt er aber wiascht, dann muss die Person oder das beschriebene »Zuig« nicht unbedingt hässlich sein, kann aber. Bei Personen meint er...

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Wortschätzle 9 - Bringsch an Gredda voll Grombira mit

Stefan Gruber
Stefan Gruber | Augsburg - City | am 14.01.2016 | 226 mal gelesen

Stefan Gruber Früher, wenn man Gemüse brauchte, hat man in der Stadt auf den Bauern gewartet, der mit dem Bulldog, dem Traktor, mit Anhänger durch die Straßen fuhr, klingelte, schrie und seine Ware anpries. Manche gingen in den eigenen Garten zum Ernten oder auf den Markt. Da hieß es dann »Bringsch mer fei an Gredda voll Grombira mit!« Der Gredda war und ist bis heute ein wichtiges Einkaufsutensil: Der Korb. Der Auftrag...

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Wortschätzle 8 - Ned gschimpft isch globt gnua

Stefan Gruber
Stefan Gruber | Augsburg - City | am 14.01.2016 | 1387 mal gelesen

Stefan Gruber Der Schwabe sei sehr penibel und sparsam, manchmal wird er ja sogar mit den Schotten verglichen. Sprachlich lässt er so einige Buchstaben weg, auch Endungen von Wörtern fallen in seinem Dialekt der Sparsamkeit anheim. Auf die Spitze treibt er's mit der Frage »Hä?«, die höflich gemeint »Entschuldigen Sie, ich habe Sie nicht verstanden« bedeutet. Fragt man, was den Schwaben charakterisiert, so kommt...

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Wortschätzle 7 - Ein »Gsälzbrot« ist nicht salzig

Stefan Gruber
Stefan Gruber | Augsburg - City | am 14.01.2016 | 963 mal gelesen

Stefan Gruber Schwäbisch macht natürlich auch vor der »Kiche«, der »Kuche«, der Küche nicht halt. Wer auf sein Butterbrot ein »Breschdlings-gsälz« schmiert und Salziges erwartet, der wird schwer enttäuscht. »Gsälz« hat nichts mit Salz oder geselchtem Fleisch zu tun. Ein »Gsälz« ist im Schwäbischen eine Marmelade und »Breschdling« sind Erdbeeren. Der Begriff »Breschdling« ist in unserer Region allerdings selten in Gebrauch...

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Wortschätzle 6 - Dia hod mi'm Deifl Kuadregg droscha

Stefan Gruber
Stefan Gruber | Augsburg - City | am 14.01.2016 | 157 mal gelesen

Stefan Gruber Drischt einer mit dem Dreschflegel auf nassen Kuhdreck, auf Jauche, ein, dann spritzt es, ebenso wenn der Bauer aus dem "Bonza-", dem Odel-, Jauche- oder Güllefass sein Feld mit Kuhdung düngt. Steht einer zu nah dran,gibt es die kleinen oder größeren rotbraunen Flecken um die Nase, die meist niedlichen "Rossmugga", die Sommersprossen. Wer welche hat, der "hod mi'm Deifl Kuadregg droscha". "Mugga" sind...

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Wortschätzle 5 - Hosch's Drottwar scho kehrt?

Stefan Gruber
Stefan Gruber | Augsburg - City | am 14.01.2016 | 153 mal gelesen

Stefan Gruber Der Schwabe - speziell der Augschburger - ist ja wortgewandt und sprachenbegabt, spricht nicht nur Schwäbisch und »über d'Leit« sondern auch Französisch - sprachliche Hinterlassenschaft Napoleons und seiner Konsorten, den »Franzosen, mit den roten Hosen« im Schwobaländle. Was in gehobenen Gesellschaftskreisen damals für distinguiert gehalten wurde, hat sich auch in der Sprache des Volkes...

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Wortschätzle 4 - A Bläddlesbischdol macht Krach ond schdingt

Stefan Gruber
Stefan Gruber | Augsburg - City | am 14.01.2016 | 219 mal gelesen

Stefan Gruber Der Fasching ist vorbei, die Mäschkerle können ihr Faschingskostüm nun verräumen - heute ist Aschermittwoch. Und da gehörte bei einem rechten Ausgschburger Cowboy und Westernheld früher natürlich auch die "Bläddlesbischdol" dazu - »ohne warsch oifach koi Cowboy ned«. Damals war noch nicht die Rede von gewaltverherrlichenden Spielzeugwaffen und Laserschwertern. Es waren Pistolen, die mit konfettiartigen...

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Wortschätzle 3 - Die Dogganandla der Puppenmütter

Stefan Gruber
Stefan Gruber | Augsburg - City | am 14.01.2016 | 354 mal gelesen

Stefan Gruber Die »Dogganandl« ist doch eines der beliebtesten Mädle-Spielzeuge, man kann sie aus- und anziehen, wickeln, füttern. Der Begriff ist kaum noch zu hören, aber gemeint ist die Puppe. Kleine Mädle, Puppenmütter, schoben sie meist liebevoll in der Kinderschees, im Kinderwagen, im Hof umher. Etwas despektierlich ist dagegen »rumdoggala«, womit nur ein unnützes, Zeit verschwendendes »Spielen« gemeint ist und auch...

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Wortschätzle 2 - Der Augschburger fährt "Funkaschees"

Stefan Gruber
Stefan Gruber | Augsburg - City | am 14.01.2016 | 225 mal gelesen

Stefan Gruber "La Chaise" ist französisch für Stuhl, etwas länger ist die "Chaiselongue" zum drauf Liegen, manche sagen dazu auch "Recamière". Im Schwäbischen wird's zur "Schees" und kann dann in unserer Region die Bedeutung eines Hand- oder Bollerwagens oder gar einer Kinderschees, eines Kinderwagens, haben. Aber eine "Chaise" mit Pferden davor wird zur Kutsche. Ohne Pferde, dafür mit Funken sprühender Oberleitung und...