1:2 nach Krampf- und Kampfspiel: AEV unterliegt München

Rot-grün-weißes Fahnenmeer zum Saisonstart.
 
Nur kurz jubelte der AEV: Matt Fraser traf zum 1:1, Glückwünsche dazu gab's von Brady lamb, Steffen Tölzer und Adam Payerl.
Augsburg: Curt-Frenzel-Stadion |

Nichts für Feinschmecker war das erste DEL-Spiel der Saison, denn wie im vergangenen Playoff-Halbfinale setzte Augsburg auf meist starke Defense und ließ München oft und lang im Drittel vor Oli Roy kurven und passen – aber eben kaum schießen. Zweimal kamen die Oberbayern doch durch und gewannen das Derby mit 2:1, denn für den AEV konnte nur Champions-League-Topscorer Matt Fraser einnetzen.

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Olivier Roy hat nach der Blindarm-OP auch seine Fingerverletzung rechtzeitig überwunden und hütete das AEV-Tor, und auch der Sturm war wieder vollzählig. Ein Verteidiger allerdings hatte sein letztes Spiel im April in München gespielt und wurde für seine langen Dienste im AEV-Dress vor der Wiederauflage des Halbfinals geehrt: Arvids Rekis. In der vierten Minute wäre der 40-Jährige erstmals gebraucht worden, um Maximilian Kastner am Torschuss zu hindern. So konnte dieser nach einem Konter Olivier Roy erstmals überwinden. Der Treffer war nicht unverdient: München hatte Augsburg zu Spielbeginn regelrecht eingeschnürt, erst dann konnte der AEV kleine Schritte in Richtung Aus den Birken gehen und hatte nach knapp vier Minuten die erste Großchance, als Thomas Holzmann frei vor dem Tor mit der Rückhand scheiterte. Das ausgelassene Tor rächte sich sofort: Aus dem direkten Konter fiel das 1:0 für den EHC RB, Voakes hatte Kastner aufgelegt.

München war stark im ersten Spielabschnitt, spielerisch nicht so überragend wie letzte Woche Luleå, aber um den AEV von Angriffen abzuhalten und selbst gute Chancen zu kreieren reichte es - die beste zum 2:0 setzte Voakes an den Pfosten.

CHL-Topscorer Matt Fraser trifft auch in der DEL

Das änderte sich im Mitteldrittel: Nachdem der AEV erstmals mit einem Mann mehr spielen konnte (gut, aber erfolglos) blieb das Momentum weiter in Schwaben- und wie schon sechsmal in der Champions League war es wieder Matt Fraser, der einen Pass von Adam Payerl verwerten konnte. Fraser rockt zurzeit Europa und scheint seine CHL-Form auch in der DEL abrufen zu können.

Lange blieb es nicht beim 1:1, dann schlug München eiskalt zurück: Keine zwei Minuten darauf servierte Voakes schon fürs zweite Tor, diesmal war der Nutznieser Justin Schütz, der die Stimmung im ausverkauften Haus etwas dämpfte. Durch vierzig neue Plätze im Obergeschoss von Bob’s Terrasse meldet das CFS jetzt mit 6179 Zuschauern ausverkauft. Überraschend viele Münchner hatten den weiten Weg nicht gescheut und sorgten im ausnahmsweise ziemlich vollen Gästeblock für Stimmung – hatten sie sich die Fahrt nach Augsburg zusammengespart und auf CHL_Reisen verzichtet, wo sich nur ein Kleinwagen in die Slowakei aufgemacht hatte? Die ca. 300 mitgereisten Oberbayern sahen weiter ein überlegenes RB-Team und zwar nie aufgebende Panther, denen vorn jedoch nichts mehr gelang.

Stimmung durch Callahan und die Unparteiischen

Für Stimmung sorgte Mitch Callahan, der hinter Aus den Birkens Tor zwei Münchner so provozierte, dass alle drei auf der Strafbank platznehmen mussten und der AEV zum zweiten Mal im Powerplay agieren konnte. Aber auch diese zwei Minuten vergingen wieder ohne Treffer.

München hielt sich danach komplett von der Strafbank fern, indem sie meist relativ fair zu Werke gingen und den Schiedsrichtern die Fouls abseits des Geschehens nicht auffielen. Da es nur auf der anderen Seite Hinausstellungen gab, hatte auch Coach Don „Fuck you“ Jackson keinen Grund wie letzte Woche in Ambri ausfällig zu werden, als er den Schiedsrichter übelst beleidigte und von der CHL mit einer Bewährungsstrafe belegt wurde. Auch München konnte seine Powerplays nicht nutzen und rettete das knappe Ergebnis geschickt über die Zeit: Augsburg bekam durch frühes Stören nicht einmal die Gelegenheit, Oli Roy durch einen sechsten Feldspieler zu ersetzen und wie gegen Luleå vor Wochenfrist den späten Ausgleich zu erzwingen.

Viertelfinal-Revanche?
Am Freitag kommt Düsseldorf

So blieb der AEV ertmals in dieser Saison punktlos, die ersten DEL-Punkte können am Sonntag in Krefeld gewonnen werden, bevor am kommenden Freitag der Viertelfinalgegner Düsseldorf die Chance bekommt, sich fürs Aus in Spiel 7 zu rächen. Spielbeginn im Curt-frenzel-Stadion ist um 19:30 Uhr und die Karten werden trotz der Derby-Niederlage mal wieder knapp.
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