AEV gegen Bremerhaven: Achte Heimniederlage

Auch im größten Gewühl - hier kämpfen Thomas Holzmann und Daniel Schmölz um eine Schusschance - behielt Tomas Pöpperle im Tor der Fischtown Pinguins die Übersicht.
 
Enge Deckung durch den Topscorer: Miha Verlic bedrängt Adam Payerl.
Augsburg: Curt-Frenzel-Stadion |

Der AEV kam stark ersatzgeschwächt – seit dem Sieg in Liberec fehlen die verletzten Stürmer TJ Trevelyan und Drew LeBlanc, seit ihren Fouls in Mannheim die gesperrten Verteidiger Scott Valentine und Brady Lamb – gegen defensiv kompakte Bremerhavener nicht ins Spiel. Den Norddeutschen reichten ein paar gute und schnelle Konter und ein Überzahltor zur 3:0-Führung, kurz vor Schluss fiel auch noch das 4:0 ins leere Tor. Der Schwung vom Feiertag in Liberec konnte in die Liga nicht mitgenommen werden, die Panther wirkten angeschlagen und ausgepowert nach mehreren „Englischen Wochen“.

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Zwei verletzte Stürmer, zwei gesperrte Verteidiger

Nur noch fünf Defender waren einsetzbar, zu den Fehlenden zählte auch Vielspieler Lamb: Tray Tuomie holte Youngster Niklas Länger erstmals in den DEL-Kader, wo der 18-Jährige aber nur während zwei Kurz-Einsätzen für Entlastung sorgen durfte. Der Top-Verteidiger des U20-Teams aus der DNL war aber noch keine große Hilfe für die verbliebenen fünf Abwehrrecken – McNeill, Haase, Rogl, Tölzer und Sezemsky mussten entsprechend häufig aufs Eis. Vorn machte sich vor allem das Fehlen von Augsburgs Kreativstem Drew LeBlanc bemerkbar. Zwar hatte David Stieler nur in Mannheim aussetzen müssen und konnte gegen den REV wieder ran, für die Aufgabe des Ideengebers stand aber nur Sahir Gill zur Verfügung. Trotzdem sah das erste Powerplay des AEV sehr vielversprechend aus, immer wieder wurde mit schnellen Pässen ein in aussichtsreiche Schussposition gefahrener Spieler gesucht und auch gefunden, aber die Schüsse gingen entweder am Tor vorbei oder landeten bei Pöpperle, Bremerhavens ausgezeichnetem Goalie. Der Deutsch-Tscheche behielt auch im größten Getümmel vor seinem Kasten die Übersicht und begrub jeden Puck unter sich, den seine Vorderleute nicht aus der Gefahrenzone schlagen konnten.

Dass die Norddeutschen schon vorher mit ihrem ersten Schuss in Führung gegangen waren – Vladislav Dietz hatte in der 2. Minute den Puck in den Winkel gehämmert – sorgte natürlich dafür, dass sie das Spiel defensiv gestalten konnten: Der AEV musste schließlich kommen, Bremerhaven konnte verteidigen und bei Kontern immer wieder gefährlich vor Oli Roy auftauchen. Oder einfach warten bis zum nächsten Powerplay. Das funktionierte: Im Mitteldrittel wurden zunächst abwechselnd Spieler beider Teams auf die Strafbank geschickt, und in der 30. Minute kam Friesen zurück aufs Eis, während beim AEV McNeill nach einer kuriosen Strafe – ein Haken ohne Stock! – weiter zum Zuschauen verdonnert war. Von draußen sah er den zweiten Treffer der Pinguins, Espeland hatte draufgehalen und durch Freund und Feind und vorbei an Roy eingenetzt.

Durch die vielen Strafen hatten vor allem die Special Teams Einsätze, wer aber wie die jungen Sternheimer, Mayenschein oder Lambacher weder in Unter- noch in Überzahl spielt, der kam nur noch sporadisch aufs Eis. Auf der anderen Seite wurden Spieler wie Gill, Fraser oder Payerl mehr als sonst gefordert und verloren auch bei fünf gegen fünf ihren Biss, so dass im zweiten Abschnitt die Angriffsbemühungen der Panther zusehendsversandeten, was sich auch im Schlussabschnitt kaum ändern sollte.

Ausgekontert

So war der dritte Treffer für die Fischtown – ein schön herausgespielter Konter, den Dietz mit seinem zweiten Tor vollendete – schon die Entscheidung. Trotz noch 15 Minuten auf der Uhr konnte Augsburg dem nichts mehr entgegensetzen. Bremerhaven blieb bei Kontern weiter gefährlich, während der AEV sich abmühte und es sich immer wieder im Angriffsdrittel bequem machte – aber viel Gefährliches wollte nicht mehr gelingen. Gut zwei Minuten vor dem Ende holte Tuomie Roy für einen zusätzlichen Angreifer vom Eis, was sich im Endergebnis niederschlug. Denn als die Jungs von vom Nordseestrand den Puck zum zweiten Mal erobern konnten folgte der letzte Konter des Spiels. Für Jan Urbas war es dann eine Leichtigkeit, den Puck im leeren Tor unterzubringen.

Schwenningen am Freitag, in Straubing am Sonntag

Am Freitag kommt Schwenningen ins Curt-Frenzel-Stadion. Der SERC ließ mit einem 6:1 gegen den MERC aufhorchen und konnte so die Rote Laterne an Krefeld weiterreichen. Und der AEV wird wieder kompletter an den Start gehen: Scott Valentine ist wieder dabei und der Rest des Teams, hoffentlich auch Drew LeBlanc, kann regenerieren. Denn diese Woche steht kein zusätzliches CHL-Spiel auf dem Programm.

Am Sonntag in Straubing darf auch Brady Lamb wieder eingesetzt werden, und er wird auch gebraucht: Die Niederbayern spielen bisher eine sehr gute Saison; sie stehen auf Platz 2 und konnten als bisher einziges Team München schlagen.
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