AEV im Kampf um die Playoffs: Herber Rückschlag im Schwarzwald

Endstation Strahlmeier: Wie beim ersten Heimspiel verhinderte Schwenningens Goalie Tore der Panther (hier Thomas Holzmann)
 
Astronautenhelm und dicke Backen: Drew LeBlanc, dahinter Olivier Roy

Nach dem tollen Sieg gegen Meister München folgte zwei Tage darauf im Sechs-Punkte-Spiel beim Schwenninger ERC ein herber Dämpfer: Die Panther verloren das vorgezogene Spiel am Donnerstagabend mit 1:3. Man sah den Spielern den Kraftakt gegen den Spitzenreiter an, der SERC dagegen wirkte frischer und ging schon in der ersten Minute in Führung. Der AEV versuchte immer wieder sich aufzubäumen, gegen eine dicht gestaffelte Abwehr gelang jedoch nur der Ehrentreffer in der Schlussminute – da führten die Wild Wings jedoch schon mit 3:0…

Manchmal weiß man nachher alles besser. Zum Beispiel, dass man den Sohn nicht nur zum Hockeytraining hätte fahren sollen, sondern dort bleiben und zuschauen. Haareraufen und Ärgern wäre erspart geblieben. Ärgern über ein Spiel, bei dem die Schwenninger Wild Wings den ersten Angriffsversuch der Panther abfangen und im direkten Gegenzug das 1:0 erzielen konnten. Bei Damien Fleurys Treffer war die erste Minute noch nicht vorüber.

Jordan Samuels-Thomas: kurze Dreads und fast ein Tor

Und auch der neue im rot-grün-weißen Dress hatte noch keine Sekunde gespielt. Morgens um 1:00 Uhr kam nämlich frisches Blut für die verletzungsgeplagten Panther in Gestalt von Jordan Samuels-Thomas, trainierte am Vormittag mit der Mannschaft und sollte abends helfen in Schwenningen zu punkten. Der große Schwarze mit den kurzen Dreadlocks wurde zunächst als Center zwischen Hans Detsch und Aleks Polaczek eingesetzt und machte seine Sache fürs erste ganz gut. So gut, dass Mike Stewart ihn auch während der Schlussoffensive einsetzte, wo dem Amerikaner fast sein erstes Tor gelang. Drew LeBlanc hatte jedoch über den Umweg der Füße eines Schwenningers getroffen, Samuels-Thomas sich „nur“ vor Dustin Strahlmeier aufgebaut und Schwenningens Torhüter die Sicht auf den Puck verstellt.

Vorangegangen waren 59 frustrierende Minuten, in denen Strahlmeier und die zwar dezimierte, aber bombenfeste Abwehrmauer vor ihm nicht zu knacken war. Denn während beim AEV ein Stürmer nachverpflichtet werden musste könnten die Schwenninger einen weiteren fitten Defender brauchen; drei sind verletzt, weshalb der etatmäßige Stürmer Simon Danner zur Zeit auf einer ungewohnten Position spielen muss. So kam Pat Cortinas Team wenigstens auf drei komplette Verteidiger-Pärchen. Diese und konsequent nach hinten arbeitende Stürmer ließen dem Augsburger Angriffswirbel kaum Raum zu Entfaltung. Und vorn trafen die Schwarzwälder immer wieder zu psychologisch ungünstigen Zeiten: Zum Spielbeginn und nach Druckphasen des AEV.

Matschiges Eis im Kopf und den
harten Kampf gegen München in den Knochen

Der frühe erste Treffer machte für Augsburg das Eis matschig, während die Schwenninger drüber flitzten – fünf Schüsse hatten sie bereits abgegeben, da hatte der AEV noch keine einzige Chance herausgespielt. Nach knapp zehn Minuten fand dann auch endlich der AEV statt: Samuels gewann Anspiele – ein großes Manko dieser Saison –, er passte toll auf Polaczek vor dem Schwenninger Tor, TJ Trevelyan konnte einen unkontrolliert neben dem Tor herumschwirrenden Puck nicht verwerten und der unermüdlich rackernde Drew LeBlanc führte trotz Astronautenhelm und dicker Backe seine erste Reihe mit Topscorer Matt White und dem ehemaligen Schwenninger Daniel Schmölz zu vielversprechenden aber leider nichts haltenden Ausflügen ins gegnerische Drittel.

Das Halten übernahm Dustin Strahlmeier, der lange auf seinen ersten Shut-out hinarbeitete, wobei ihm seine Hintermannschaft nach Kräften half. Aber auch Mike Stewarts Team agierte defensiv nicht schlecht, so dass auch die Schwenninger nur zu wenigen guten Chancen kamen. Das 2:0 für die Hausherren fiel dann konsequenterweise nach einer tollen Einzelaktion: Stefano Giliati löste sich mit einer unorthodoxen Bremse von Christian Kretschmann und haute den Puck neben dem verdutzten Olivier Roy in den Winkel (38. Minute). Vorangegangen war ein Mitteldrittel, in dem sich der AEV etwas besser präsentiert hatte, aber Thomas Holzmann, Mark Cundari, Gabe Guentzel und Jordan Samuels-Thomas waren mit Augsburgs besten Möglichkeiten allesamt an Strahlmeier gescheitert.

Obwohl der AEV im Zwei-Tage-Rhythmus in Iserlohn, gegen Krefeld und München hatte spielen müssen, während der SERC vier Tage regenerieren konnte drückte man zu Beginn des Schlussabschnitts noch einmal mächtig auf die Tube, war bei fünf gegen fünf das bessere Team, konnte aber auch bei Überzahl nicht scoren. Ein Bruch im Spiel war die gleichzeitige Hinausstellung von Scott Valentine (AEV) und Damien Fleury (SERC) – jetzt nahm Schwenningen wieder Fahrt auf. Markus Poukkula sorgte kurz darauf für die endgültige Entscheidung: Er setzte sich an der Bande gegen Brady Lamb durch, zog vors Tor und traf aus kurzer Distanz zum 3:0 (51. Minute).

Natürlich stemmten sich die Augsburger dagegen, nahmen schon zweieinhalb Minuten vor Spielende Roy vom Eis und versuchten es zu sechst gegen vier Schwenninger. Das oben beschriebene Tor blieb der Ehrentreffer, wenigstens sieht die Tordifferenz des AEV weiterhin sehr gut aus – bei der Abrechnung vor Playoffstart könnte sie noch einmal sehr wichtig werden.

Straubing am Sonntag, Ingolstadt am Freitag:
Zwei Heimderbys vor der Olympiapause

Noch wichtiger sind natürlich Punkte. So sollte bei den beiden anstehenden Heimderbys – Straubing am Sonntag um 16:30 Uhr, Ingolstadt am kommenden Freitag wie üblich um 19:30 Uhr – tunlichst gewonnen werden. Dazwischen steht die schwere Reise am Mittwoch nach Berlin an. Mindestens sechs Punkte sollten es sein aus diesen letzten drei Spielen vor der Olympiapause, dabei alle drei gegen die Schanzer: Es muss endlich bei den Sechs-Punkte-Spiel gewonnen werden.
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Gunnar Peters aus Bobingen | 26.01.2018 | 20:53  
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