AEV kämpft München nieder: Entscheidung am Dienstag

Das Motto für Spiel 6 ist das Motto für Spiel 7
 
Adam Payerl traf doppelt
Augsburg: Curt-Frenzel-Stadion |

Der AEV lag nach der freitäglichen 0:1-Niederlage in München mit 2:3 in der Serie zurück und musste sein Heimspiel am Sonntagnachmittag gewinnen. „Do or Die“, Sieg oder Saisonaus hießen die Alternativen. Nach zwei Toren von Adam Payerl, überragenden Special Teams und einer wieder einmal sensationellen Defensiv-Leistung kommt es tatsächlich zum finalen Game Seven bei der „Battle of Bavaria“, der hart umkämpften Halbfinalserie zwischen Augsburger EV und EHC RB München. Showdown ist im Olympia-Eisstadion am Dienstagabend ab 19:30 Uhr.

Überraschung: Ullmann und Valentine dabei

Die Ärzte hatten Grünes Licht gegeben: Christoph Ullmann war nach dem Bandencheck in Spiel sechs in Düsseldorf erstmals wieder einsatzbereit und auch Abwehrrecke Scott Valentine stand nach fünf Spielen Pause wieder zur Verfügung – nach den langen und hart umkämpften Spielen der letzten Wochen war es ein großer Vorteil für Mike Stewart, zwei ausgeruhte Profis aufs Eis schicken zu können; für sie nahmen Jamie Arniel und Arvids Rekis auf der Tribüne Platz. Wie bei den vorangegangenen Spielen egalisierten sich zunächst die beiden Teams, kompakte Abwehr und Fehlervermeidung bestimmten das Geschehen, Chancen waren Mangelware und meist sichere Beute der Goalies aus den Birken und Roy. München hatte wie so oft etwas mehr vom Spiel, Augsburg war vor allem bei Kontern gefährlich.

Übertriebene Härte im Mitteldrittel

Im Mitteldrittel änderte sich das Geschehen: War im ersten Abschnitt noch fast jede Härte von den Schiedsrichtern durchgewunken worden – unter anderem ein harter, aber legaler Open-Ice-Hit von Valentine an Yasin Eliz – so wanderten jetzt Spieler beider Mannschaften auf die Strafbänke. Erst spielte Augsburg zweimal mit einem Mann gefällig aber erfolglos, dann war München dran. Vier Strafen nacheinander wurden gegen den AEV ausgesprochen, zweimal sahen sich sogar nur drei Rotgrünweiße fünf Blauweißen gegenüber – aber die Schwaben störten, blockten und trieben die Oberbayern zur Verzweiflung. Die Augsburger Fans sorgten für die berühmte akustische Hölle des Südens, eine Verständigung auf dem Eis war kaum möglich. Und kurz vor der zweiten pause explodierte die Stimmung: Matt Stajan, der mit über 1.000 NHL-Spielen mit Abstand erfahrenste Mann auf dem Eis musste zwei Minuten absitzen – aber er kam schon nach zehn Sekunden zurück: Drew LeBlanc hatte von der Seite vors Tor geschossen, aus den Birken wehrte mit dem Schläger ab – und servierte den Puck direkt auf Adam Payerls Kelle. Payerls erster Playoff-Treffer fiel fünf Sekunden vor der Sirene und war dementsprechend auch Pausenstand.

Payerls 2:0 erlöst Team und Fans

Valentines Check und seine Schläge gegen Christensen hatten München sichtlich eingeschüchtert, Payerls Treffer das Stadion endgültig zur Raserei gebracht – und die Roten Bullen mühten sich vergebens, blieben immer wieder in der dunkelgrünen Wand in der neutralen Zone hängen und mussten erst Zweikämpfe hinterm Augsburger Tor gewinnen um in Puckbesitz zu kommen. Das zermürbte sie zusehends, desweiteren machten es drei Strafzeiten gegen München leichter den knappen Vorsprung zu halten. In der Schlussminute nahm Don Jackson seinen Keeper für einen sechsten feldspieler vom Eis – das ging nach hinten los: Matt White hatte das leere Tor zwar verfehlt, den Puck aber ersprintet und so das Icing aufgehoben. Pass zur Seite auf Payerl, der aus spitzem Winkel von der Bande ins verlassene Netz traf.

Am Dienstag findet die epische Battle of Bavaria ihr verdientes Ende: Game Seven! Für den AEV bereits das dritte in Folge: 2017 unterlag man gegen Nürnberg, im Viertelfinale gewann man gegen die DEG. Die Chancen gegen München stehen gut, Mike Stewarts Team kann selbstbewusst antreten, es weiß: Wir können auch in München gewinnen. Und der EHC ist bereits seit der ersten Niederlage gegen den AEV angeknockt.
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