AEV: Mit starkem Powerplay zum Derbysieg

Im Powerplay eine Macht - hier wird gejubelt nach dem 2:0 durch Simon Sezemsky.
 
Nach dem Spiel hat NHL-Rekordverteidiger Ray Bourque einen Tipp für seinen Sohn Chris.
Augsburg: Curt-Frenzel-Stadion |

Schon am Freitag zeigte der AEV stark ansteigende Form und entführte einen Punkt aus Nürnberg, am späten Sonntagnachmittag lief es noch besser: Spitzenreiter RB München kam mit 5:2 vor ausverkauftem Haus unter die Räder. Goalie Markus Keller verhinderte vor allem zu Beginn des Spiels Münchner Tore, dann nahm der AEV das Heft in die Hand. Nach Sahir Gills Abstauber im ersten Drittel zog Augsburg im Mitteldrittel, begünstigt durch undisziplinierte Oberbayern, durch vier Powerplay-Treffer davon. Das späte zweite Tor für den EHC hatte nur noch statistischen Wert, so dass Markus Keller seinen ersten DEL-Sieg der Saison mit der Humba vor der Fankurve feiern konnte.

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Markus Keller steht aufgrund der Muskelverletzung Olivier Roys weiterhin im AEV-Tor, durch Marco Sternheimers Verletzung – in Nürnberg zog er sich durch einen unabsichtlichen Schlittschuhtritt eine tiefe Fleischwunde über der Ferse zu – kam der 18-jährige Dennis Miller zu seinem zweiten Einsatz. Das Spiel begann flott, Keller hatte erst etwas mehr zu tun als sein Gegenüber Fießinger. Durch die Ausfälle von Aus den Birken und Reich kam Münchens Nummer 3 zu seinem ersten DEL-Spiel. Zunächst hielten seine Vorderleute die Augsburger von gefährlichen Schüssen ab, die erste Großchance führte in der 15. Minute zum 1:0: Daniel Schmölz störte vor dem Tor, sprang hoch, und ließ so Matt Frasers Schuss passieren. Der ging nur an den Pfosten, aber von dort landete die Scheibe hinter Fießinger im Torraum – Sahir Gill schaltete am schnellsten und bugsierte sie die fehlenden Zentimeter weiter.

Sechsmal Powerplay, vier Tore für den AEV

Mit 1:0 ging's ins Mitteldrittel, wo Münchens junger Torhüter von seinen Vorderleuten ein ums andere Mal im Stich gelassen wurde. Das 2:0 erzielte Simon Sezemsky, wie so oft im Powerplay durch einen Direktschuss von links, Drew LeBlanc hatte aufgelegt (23. Minute).

Die Schiedsrichter griffen jetzt kleinlich durch, was auch Augsburgs Schmölz zu spüren bekam und im folgenden Überzahlspiel Markus Keller, den Münchens Topscorer Mark Voakes mit einem Schlagschuss überwinden konnte. Die Panther stellten sich jetzt aufs härtere Durchgreifen der Unparteiischen ein, München nicht. Die Folge: Nur eine Strafe gegen Jakob Mayenschein vom AEV, aber fünf gegen die Oberbayern – und drei weitere Powerplay-Treffer für die Schwaben: In der 31. Minute sah der gerade von der Strafbank gekommene Mayenschein Gill neben dem Tor, der passte sofort weiter auf Adam Payerl: 3:1. In der 37. Minute saßen gleich zwei Münchner draußen, und wieder wurde Payerl angespielt: 4:1.

Es folgte ein doppelter Pfostentreffer von Drew LeBlanc, erst nach längerem Videostudium erkannten die Schiedsrichter, dass die zwischen den Pfosten fliegende Scheibe die Linie nicht komplett überquert hatte. Das 5:1 folgte trotzdem noch kurz vor der zweiten Pause, Matt Fraser nutzte das nächste Überzahlspiel.

„Münchens wahre Liebe“ beeindruckt auch Ray Bourque

Im Schussabschnitt hatten die Münchner zweimal in Überzahl die Gelegenheit ins Spiel zurückzukommen, aber Augsburgs Penaltykilling und Schlussmann Keller verhinderten einen schnellen Anschlusstreffer. Erst als Dennis Miller nach einem Bandencheck gegen Ehliz zum Duschen geschickt wurde, schaffte Voakes auch für München das zweite Powerplay-Tor Es fiel in der 57. Minute und damit zu spät, um eine Aufholjagd zu starten.

So kam Markus Keller zu seinem ersten Sieg in der DEL und die Fans feierten lautstark „Münchens wahre Liebe“, was auch Ray Bourque beeindruckte. Die Verteidigerlegende (über 1.600 NHL-Spiele für Boston und Colorado, meiste Verteidiger-Tore und -Assists, ein Stanley Cup) weilt derzeit bei seinem Sohn, Münchens Stürmer Chris Bourque, und fand die Stimmung im Curt-Frenzel-Stadion um einiges besser als in Münchens Halle.

Am kommenden Wochenende muss der AEV in Düsseldorf (Freitag, 19:30 Uhr) und gegen Iserlohn (Sonntag) ran.
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