AEV muss sich erst in der Verlängerung mit 4:5 gegen Luleå Hockey geschlagen geben

Topscorer Matt Fraser traf bei der 4:5 Niederlage n. O. gegen Luleå zweimal.
 
Drew LeBlanc bei seinem Ausgleichstreffer zum 4:4
Augsburg: Curt-Frenzel-Stadion |

Am heutigen Freitag stand eine ganz besondere Premiere im Augsburger Curt-Frenzel-Stadion an. Erstmalig in seiner 141 Jahre langen Historie bestritt der älteste Eislaufverein Deutschlands ein internationales Heimpflichtspiel. Die erfolgreiche Auswärtspremiere fand bei Luleå Hockey bereits letzte Woche statt und die Fuggerstädter konnten mit 2:3 n.P. die ersten beiden Punkte einfahren. Heute stand das Rückspiel gegen die Nordschweden an. Die Panther starteten stark in die Partie, aber etliche individuelle Fehler machten dem AEV das Leben schwer. Aber die Brechtstädter gaben sich nie auf, und so musste auch diese Partie in der Zusatzschicht ausgespielt werden. Diesmal waren die Gäste aus dem hohen Norden die glücklichen Sieger.

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Da wäre mehr für die Panther drin gewesen, aber bei drei Treffern nach individuellen Fehlern muss man wohl mit einem Punkt zufrieden sein. Im Tor starteten die Panther mit Markus Keller, sein Backup an diesem Abend war Moritz Borst. Rein akustisch sind die Pantherfans ja bekanntlich unangefochtener Meister aller Klassen. Und das bewiesen sie nicht nur zu Spielbeginn mit frenetischer Anfeuerung. Auch im Rückstand wurde „Europas wahre Liebe“ - der AEV - lautstark besungen. Insgesamt 5624 Zuschauer wollten die Heimpremiere in der Champions Hockey League sehen.

Drittel 1

Mit Vollgas waren die Panther in die Partie gestartet und konnten sich auch gleich zu Beginn erste Chancen erspielen (Adam Payerl, Simon Sezemsky). Aus dem Nichts fiel das 0:1 für die nordischen Gäste. Der 0:1 Führung durch Noel Gunler in der 6. Spielminute ging ein Aufbaufehler im eigenen Drittel voraus. Gunler konnte unbedrängt zum erfolgreichen Abschluss einnetzen. Die Pantherspieler monierten vergeblich einen Handpass. Nur eine Minute später war das Gestänge ein wahrer Panther und verhinderte eine weiteren Treffer der Nordschweden.

Danach zeigten die Panther wieder eine konzentrierte Leistung. In der 11. Minute konnte Scott Valentine aus aussichtsreichster Position abziehen. In der gleichen Minute gab es die erste Strafe des Abends gegen Lulea. Jonas Berglund musste wegen Halten in die Einzelzelle. Und die Panther bedankten sich mit einem wunderbar herausgespieltem Treffer. Auf Zuspiel von David Stieler und Sahir Gill konnte der aktuelle Topscorer der Panther, Matt Fraser, den verdienten Ausgleich zum 1:1 erzielen. Fraser hatte Sekunden zuvor auch schon das Gestänge getroffen.

Ein Crosscheck von Mr. Valentine in der 17. Minute brachte die Panther erstmals in Unterzahl. In der 18. Minute hatten sich dann Matt Fraser (Übertriebene Härte) und Isac Brännström (Halten) lieb und durften sich dann auch gemeinsam über jeweils 2 Strafminuten freuen. Die Unterzahl konnten die Hausherrn nahezu gefahrlos überstehen. In den letzten Sekunden des ersten Drittels konnte sich Jaroslav Hafenrichter noch eine richtig gute Chance erarbeiten. Aber der Schwedische Goalie konnte am kurzen Pfosten dicht machen.

In Summe zeigten die Panther eine gutes erstes Drittel. Es gelang ihnen prima die Schweden aus der Gefahrenzone heraus zuhalten und weitgehend auf die Außenpositionen zu verdrängen.


Drittel 2

Dem 1:2 in der 21. Minute ging ein Abwehrfehler der Panther voraus, ein Augsburger Verteidiger konnte den Puck nicht an der Bande halten und der anschließende Sololauf von Arttu Ilomäki war sehenswert, Markus Keller chancenlos. Aber die Panther bekamen schnell die Möglichkeit in Überzahl wieder auszugleichen. Aber es sollte anders kommen. Ein Aufbaufehler von Markus Keller leitete das 1:3 ein (23.). Luleå konnte den Puck aus der Luft fischen und mit einem Shorthander in Person von Berglund erfolgreich abschließen. Die nächste Überzahl, Frederik Styrman musste für zwei plus zwei Minuten auf die Strafbank (Beinstellen und Crosscheck ), ergab sich in der 28. Spielminute. Die gefährlichste Chance hatte wiederum Luleå nach einem, Achtung Überraschung, individuellem Fehler in der Pantherabwehr. Mit dem Shorthander hatte auch das Momentum gewechselt. Waren die Panther bis dahin mindestens gleichwertig so übernahmen die Gäste zusehends das Heft.

Patrick McNeill gab den Augsburger Unterzahlspezialisten in der 35. Minute die Chance sich zu bewähren (Stockschlag). Aber die Schweden fanden das doof und wollten mit vier gegen vier weiter spielen (Juhani Tyrväinen, Halten, 36.). Ohne Treffer ging es mit fünf gegen fünf weiter. Und dann zauberten die Panther. Ein klasse Pass von Daniel Schmölz brachte David Stieler in Position, der bedankte sich mit dem 2:3. Die Freude währte aber nicht lange. Mehr oder weniger im Anschluss gelang den Nordmännern das 2:4, Torschütze war Robin Kovacs.

Im zweiten Drittel haben sich die Panther das Leben mit individuellen Fehlern unnötig schwer gemacht und lagen ruck-zuck nach wenigen Minuten bereits mit 1:3 zurück. Gleich nach dem Anschlusstreffer war man dann nicht fokussiert genug und musste einen weiteren Treffer hinnehmen.


Drittel 3

Mit einem krachenden Check, laut Schiedsrichtern auch ganz fair, fuhr Valentine in der 48. Minute einen Schweden gegen die Bande. Und dieser Kracher hatte wohl etwas Motivierendes. Matt Fraser konnte nur wenige Spielzüge später mit einem satten Schuss zum 3:4 einnetzen (49.). Und die Hölle des Südens brannte wieder lichterloh. Doch die Schweden verstanden es gut, die forcierten Augsburger Angriffsbemühungen zu unterbinden. Aber in der letzten Spielminute konnten die Panther tatsächlich den ersehnten Ausgleich erzielen. Es musste aber erst einmal der Videobeweis bemüht werden, dann durfte Drew LeBlanc und das Gros der Zuschauer über den 4:4 Ausgleich jubeln. LeBlanc konnte einen Abpraller einnetzen.

Overtime

Ein intensives Hin und Her, mit Chancen auf beiden Seiten, endete mit dem glücklichen Ende für Lulea Hockey. Torschütze zum 4:5 Endstand nach Overtime war Petter Emanuelsson.
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