AEV muss sich mit 3:4 n. P. gegen die DEG geschlagen geben

Viel Verkehr vor Oli Roy herrschte vor allem während Powerplay für Düsseldorf. Hier räumen Patrick McNeill und Daniel Schmölz vor dem Tor auf. (Foto: George Stadler)
 
DEG-Torhüter Niederberger entschärfte alle Penaltys der Panther und hielt so den Zusatzpunkt fest.
Augsburg: Curt-Frenzel-Stadion |

4786 Zuschauer im CFS sahen ein ziemlich zerfahrenes Spiel, das von vielen Strafzeiten und sechs Überzahltreffern geprägt war. Glücklicher Sieger nach Penaltyschießen mit 3:4 waren die Gäste vom Rhein.

An diesem Freitagabend stand für den AEV das zweite Heimspiel der DEL Saison 2019/20 an. Zu Gast war die Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft, kurz DEG. Die Erinnerung an die letzte Partie beider Mannschaften dürfte unterschiedlicher kaum sein. Der AEV warf in einer packenden Halbfinalserie die Mannschaft mit dem Löwen auf der Brust mit einem 2:1 in Spiel 7 aus den Playoffs. Das war im März.

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Headcoach Tray Tuomie vertraute wieder auf Olivier Roy im Pantherkasten. Etwas außergewöhnlich, mit Simon Sezemsky trug ein Verteidiger den Helm des Topscorers. Während der Partie mussten dem Abwehrchef der Panther hinter der Bande, Jamie Bartmann, die Haare zu Berge gestanden sein. Tray Tuomie wird sich ob der Chancenauswertung seiner Panther einige Gedanken gemacht haben.

Drittel 1

Von der ersten Minute an war Körpereinsatz auf beiden Seiten gefragt. Die erste große Chance des Abends konnten sich die Gäste erspielen (3.). Je nach Blickwinkel war Olivier Roy auf seinem Posten oder Maximilian Kammerer vergab alleine vor dem Tor. Die ersten Minuten gehörten Düsseldorf, die sich immer wieder im Pantherdrittel festspielen konnten. DEG Neuzugang Luke Adam konnte sich in der 11. Minute mit einer schönen Bewegung in gute Position spielen. Aber noch konnte Roy seine weiße Weste bewahren. Den Panthern gelang es einfach nicht, dem Gegner sein Spiel aufzuzwingen. Für eine offensivstarke Heimmannschaft standen die Panther verflixt oft in der Defensive.

Und diese war dann auch in der 13. Minute in verschärfter Weise gefordert. Jaroslav Hafenrichter musste wegen Hakens auf die Strafbank. Ein angetäuschter Schlagschuss rutschte letztendlich zum 0:1 ins Gehäuse von Roy (14.). Torschütze war Jerome Flaake. Wer gehofft hatte, das Tor war ein Weckruf, der sah sich getäuscht. Die erste ernstzunehmende Chance für die Panther gab es in der 16. Minute. Drew LeBlanc konnte einen Puck auf das Tor der Gäste bringen. Ein Hoher Stock brachte Daniel Schmölz eine Ruhepause ein (16.). Die dauerte allerdings nicht lange. Ein katastrophaler Abwehr- bzw. Aufbaufehler von Henry Haase leitete des 0:2 ein. Unverhofft stand Ken Andre Olimb plötzlich allein vor Roy und bedankte sich mit dem 0:2 (17.). Kurz darauf hatte der AEV sein erstes Powerplay, Mark Zanetti musste wegen Crosschecks vom Eis und Adam Payerl erlöste die Pantherfans. Mit dem Rücken zum Tor konnte er den Puck annehmen. Es folgten Drehung, Schuss und Tor zum 1:2

Abgesehen vom Anschlusstreffer war dieses erste Drittel das schlechteste, die CHL mit eingerechnet, in der noch jungen Saison. Die gezeigte Leistung bot noch ordentlich Luft nach oben.

Drittel 2

Der Mittelabschnitt begann mit der nächsten Unterzahl für die Panther, Patrick McNeill musste wegen Behinderung vom Eis (21.). Aber ein Entlastungsangriff, in Person von Jaroslav Hafenrichter, zwang die Gäste in höchster Not zu einem Foul und hebelte somit die Überzahl aus. In der 25. Minute hatte Hafenrichter die Chance zum Ausgleich, aber der Puck wollte nicht in den Löwenkäfig. Gleich im Anschluss musste Christoph Ullmann wegen Haltens auf die Strafbank. Aber die Panther konnten sich schadlos halten. In der 28. Minute schließlich gaben die Schiedsrichter zwei Minuten wegen übertriebener Härte gegen Rihards Burkarts von der DEG. Und wer kann Direktabnahme? Klare Antwort: Topscorer Simon Sezemsky, der mit einem Strahl zum 2:2 Zwischenstand einnetzen konnte. Mit dem Ausgleich stabilisierte sich das Augsburger Spiel ein wenig. In der 34. Minute mussten die Gäste wegen Beinstellens wieder einmal auf die Strafbank (Marko Nowak). Mit dem dritten Überzahltreffer an diesem Abend für die Panther konnte Payerl erstmals seine Farben in Führung bringen. In der gleichen Minute musst aber Scott Valentine wegen Behinderung auf die Strafbank. Die Gäste sagten mit dem 3:3 Danke, Torschütze Flaake. Statistikfreunden wird es nicht entgangen sein: auch die DEG hatte bis dahin dreimal in Überzahl getroffen. Nach mehreren Großchancen für den AEV stand dann mal wieder Überzahl an. Der Düsseldorfer Flaake musste wegen Behinderung vom Eis. Aber diesmal konnten die Gäste aus dem Rheinland ihren Käfig sauber halten.

Drittel 3

Auch im letzten Drittel wollt kein rechter Spielfluss aufkommen. Stocktechnische Fehler auf beiden Seiten machten das Spiel aber außerordentlich spannend. In der 47. Minute hatte Matt Fraser eine gute Gelegenheit, aber im Spiel 5 gegen 5 wollte einfach nichts klappen. Die Specialteams waren kurz später wieder gefordert. Olimb wollte auch mal testen wie bequem die Strafbänke im CFS sind. Thomas Holzmann hatte die beste Gelegenheit auf die Führung, aber Mathias Niederberger behielt im Tor der Gäste den Überblick. Die nächste Chance für einen Überzahltreffer gab es in der 52. Minute (Chad Nehring, Beinstellen). Der Düsseldorfer Abwehrrecke Nowak machte es dann mit einer Spielverzögerung noch einmal spannender. Fünf Panther standen drei Düsseldorfern gegenüber, konnten aber die doppelte Überzahl nicht nutzen. Mit einem Riesensave in sprichwörtlich letzter Minute sicherte Olivier Roy seinen Panthern wenigstens einen Punkt.

Overtime / Penaltyschießen

In der 3 gegen 3 Lotterie gab es hüben wie drüben eine Vielzahl an Chancen für den entscheidenden Punch. Mit die beste hatte Fraser, der aber gefoult wurde und auch den zugesprochenen Penalty nicht einnetzen konnte. In vorletzter Sekunde bewahrte Panther-Goalie Roy mit einer unglaublichen Parade seine Farben vor der frühzeitigen Niederlage.

Den Zusatzpunkt konnte sich letztendlich die DEG sichern. Von insgesamt 14 Penalties konnte nur einer, von Reid Gardiner, verwandelt werden.
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