Aus der Traum für den AEV: Nur ein Punkt in Wolfsburg

Wolfsburgs Torhüter Felix Brückmann rettete schon im Dezember im Curt-Frenzel-Stadion zwei Punkte für Team Orange. Damals ging es ins Penaltyschießen, in Wolfsburg sorgte Brent Aubin (links) fürs 3:2 nach 22 Sekunden Verlängerung.

Eins vorweg: Der AEV hat sein Saisonziel – Platz 10 und damit das Erreichen der ersten Playoff-Runde – nicht beim letzten Auswärtsspiel in Wolfsburg verspielt. Auch wenn von dort nur ein Punkt mitgenommen werden konnte und damit auch die theoretische Chance dahin war: Entscheidend war die lange Durststrecke im Herbst, das Versagen gegen Kellerkinder und in Sechs-Punkte-Spielen. Bitter für alle Beteiligten – Trainer, Spieler und Fans: Gegen Mannschaften von der Tabellenspitze zeigten die Panther was möglich gewesen wäre, so auch in Niedersachsen am Freitagabend: Start ins Spiel mit 20 Minuten „Panthers Hockey“, erst durch zwei kuriose Gegentore verlor Mike Stewarts Team den Zugriff aufs Spiel. Diesen wiederzufinden dauerte bis zur 48. Minute und Thomas Holzmanns Penalty-Ausgleich, dann brannte es wieder vor dem Grizzly-Tor. Vergebens, kein Siegtor in regulärer Spielzeit, sondern der Sudden Death nach 22 Sekunden Overtime. Aus der Traum.

Mit TJ und „Panthers Hockey“ ins Spiel

Sarkastisch hatten die Fans am Mittwoch bei der sich abzeichnenden Niederlage gegen Bremerhaven den nicht spielenden TJ Trevelyan gefeiert – in Wolfsburg rotierte er zurück ins Team, stattdessen blieb für Neuzugang Jordan Samuels-Thomas nur der Tribünenplatz. Die Panther starteten stark, mit der Leistung des ersten Drittels hätten sie wohl am Mittwoch gegen Bremerhaven gewonnen und einige Spiele mehr. Dummerweise hielten die Wolfsburger defensiv gut dagegen und hatten in Felix Brückmann einen Fels im Tor, an dem zunächst alles abprallte. Nicht so der AEV: Olivier Roy, dessen Vertragsverlängerung frisch mitgeteilt worden war, musste gleich beim ersten ernsthaften Angriff der Grizzlys hinter sich greifen. Sechs Minuten lang hatte sich das Spiel fast ausschließlich vor Brückmann abgespielt, dann gab es zum ersten Mal Verkehr vor Roy, der darauf etwas verwirrt im Torraum sitzt als von der Seite Tyson Mulock trifft.

Patzer von Roy verunsichert die Mannschaft

Postwendend fiel der mehr als verdiente Ausgleich, denn Wolfsburg wurde durch den Treffer kurz mutig und wurde ausgekontert: Ein weiter Pass von Guentzel auf Polaczeck , der die Scheibe dem anstürmenden Drew LeBlanc übergibt und dessen Schlenzer aus vollem Lauf schlägt im Langen Eck ein. Weiter wurde nach vor gearbeitet, die dezimierten Wolfsburger - nur drei Sturmreihen nach dem Ausfall des Silber-Jungen Gerrit Fauser – nicht nur im Powerplay immer wieder eingeschnürt. Aber die Orangenen verteidigten gut und hatten Glück bei einem Patzer von Olivier Roy: Von weit außen und aus spitzestem Winkel zog Sebastian Furchner einfach ab. Manchmal stimmt die Trainer-Plattitüde „jeder Schuss aufs Tor ist ein guter Schuss“, oft entwickelt sich ein Rebound-Treffer oder der Puck überrascht den Goalie wie bei diesem 2:1 für die Hausherren in der 16. Minute.


Durch diese Führung war das Team aus der Dieselskandalstadt im Spiel angekommen, es wurde offener und im Mitteldrittel verlagerte sich das Geschehen mehr und mehr ins Drittel der Rotgrünweißen. Positiv aus AEV-Sicht: Die Penaltys wurden, anders als gegen Bremerhaven erfolgreich gekillt, negativ war dagegen die Powerplay-Ausbeute. Nach fünf Treffern bei numerischer Überlegenheit am Mittwoch gab es zwei Tage darauf nichts Zählbares bei einem Mann mehr. Der Ausgleich musste durch eine Einzelaktion her – ein schöner Treffer mit der Rückhand bei Holzmanns Penalty – und anschließend ging’s nochmal rund vor dem vielbeschäftigten Felix Brückmann. Der hielt den ersten Punkt fest für seine Jungs, Brent Aubin sorgte nach 22 Sekunden der Verlängerung für den zweiten. Erster Angriff der Grizzlys, den ersten Schuss wehrt Roy zur Seite ab, der Puck kommt zurück in die Mitte. Tip-in Aubin, aus der Traum.

Letztes Saison-Spiel: Sonntagnachmittag gegen den MERC

Die Spieler wussten nicht, dass auch ein Sieg nach 60 Minuten nichts gebracht hätte angesichts des Ergebnisses im Parallelspiel Iserlohn gegen Schwenningen. Nach nur einem Punkt für den AEV war jedoch allen sofort klar: Keine Playoffs, auch ein Kantersieg gegen Mannheim im letzten Heimspiel (Sonntag 14:00 Uhr) würde mehr helfen. Es geht nur noch um einen „anständigen Abschied zuhause“ von den Fans, wie ein sichtlich gefrusteter Kapitän Steffen Tölzer nach dem Spiel anmerkte.
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3 Kommentare
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Hans Meixner aus Diedorf | 03.03.2018 | 11:59  
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George Stadler aus Augsburg - City | 03.03.2018 | 15:30  
42
Hans Meixner aus Diedorf | 03.03.2018 | 17:39  
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