Bittere Niederlage des FC Augsburg nach erneutem Patzer von Giefer

Hatten heute gegen den SV Werder Bremen knapp das Nachsehen - am Ball Marco Richter. (Foto: Alexander Heinle)

Nach der späten 1-2 Niederlage gegen Mainz wollte der FC Augsburg sich daheim anders präsentieren und war auf Wiedergutmachungstour. Dies gelang auch lange Zeit in der ersten Halbzeit als Augsburg die besseren Chancen hatte. Ein Doppelschlag in nur drei Minuten brachte Bremen auf die Siegerstraße. Doch der FCA zeigte Moral und kam zurück. Ein Treffer von Koo kurz vor Pausenpfiff und einer von Max gleich nach Wiederanpfiff, ließ die Fans wieder hoffen. Auch in der zweiten Halbzeit war Augsburg das bessere Team und hatte mit Koo sogar die dicke Chance zum Führungstreffer. Doch ein erneut schwerer Patzer des FCA Keepers nach einer harmlosen Flanke von Augustinsson lässt schlussendlich die Bremer jubeln.

Alles für die Party eingerichtet

Die Stimmung in Augsburg war trotz der 1-2 Niederlage vor dem Spiel sehr gut. Der FC Augsburg wollte Jubilar Baier feiern und die Fans hatten sich mit einer ansehnlichen Choreographie("AlLe in weiss) ins Zeug gelegt. Der Kapitän stand vor seinem 300. Pflichtspiel für den FC Augsburg und vor seinem persönlich 250. Bundesligaauftritt. Mut machte außerdem die Tatsache, dass FCA-Stürmer Gregoritsch in sechs Duellen gegen Werder sechs Tore erzielt hatte und Bremen zu dem Lieblingsgegner der Fuggerstädter zählte. Trainer Baum wechselte gegenüber dem Spiel von Mainz nur auf einer Position Raphael Framberger machte sein Saisondebüt für ihn musste Jonathan Schmid auf die Bank weichen.
Und der FCA begann stark mit gutem Kombinationsspiel und erarbeitete sich in der ersten halben Stunde gleich mehrere Chancen und ein Übergewicht im Mittelfeld. Die Besten hatte Gregoritsch und Koo, doch deren Schüsse gingen jeweils rechts am Kasten von Pavlenka. Doch in Führung ging der SV Werder Bremen.

Doppelschlag schockt Augsburg

Die bislang gut mitspielenden Bremer gingen dann in der 34. Minute mit dem sehr aktiven Kruse in Führung, nachdem sich Kainz rechts gegen Framberger durchgesetzt hatte. Die maßgeschneiderte Flanke auf den zweiten Pfosten köpfte Kruse aus fünf Metern am chancenlosen Giefer vorbei.
Die Fuggerstädter wirkten danach geschockt und Klaasen hatte kurz darauf die Chance zum 2-0. Scheiterte aber zunächst freistehend an Giefer. Doch nur eine Minute später war es schon geschehen. Eggestein, der bis zu diesem Zeitpunkt die wenigsten Ballkontakte hatte, wurde im Rückraum nicht konsequent angegriffen. Sein Schuss schlug unhaltbar für Giefer im rechten Eck ein. Das Tor erinnerte stark an das Tor von Werder in der Vorwoche. Augsburg schien stark angeschlagen zu sein und Werder auf der Siegerstraße.

Augsburg mit Moral

Nach dem 2-0 reagierte Trainer Baum prompt und wechselte Caiuby für den bis zu diesem Zeitpunkt aktiven Richter ein. Die Hereingabe fruchtete sofort und der Spieler war an den Anschlusstreffer in der Nachspielzeit der ersten Hälfte entscheidend beteiligt. Caiuby leitete eine Hereingabe von Khedira per Kopf ab und Koo nahm den Ball per Brust an und schloss Volley ins lange Eck. Mit einem 2-1 Rückstand aus Augsburger Sicht ging es in die Kabine. Bis dahin waren der FCA mindestens ebenbürtig gewesen, dennoch war für Augsburg war noch alles drin.

Traumstart in die zweite Halbzeit

Der FCA begann die zweite Halbzeit furios und konnte völlig verdient bereits in der zweiten Minute der zweiten Halbzeit den Ausgleich erzielen. Nach einer sehr schönen Kombination auf der rechten Seite flankte Hahn auf den langen Pfosten. Dort nahm Max, der völlig allein war, den Ball direkt mit links und ließ Pavlenka keine Chance.
Augsburg erhöhte weiter den Druck in der zweiten Halbzeit und drängte auf den Führungstreffer. Während dieser Phase hatte Bremen etwas Glück in einer strittigen Szene als der gute Schiedsrichter Felix Zwayer aus Berlin einen Tritt von Pizarro nicht mit Rot ahndete, sondern es bei einer Ermahnung beließ. Die Augsburger versäumen es in ihrer Druckphase das heiß-ersehnte Führungstor zu erzielen. Dabei hatte der FCA eine Riesendoppelchance zum 3:2. Baier setzte erst Gregoritsch mit einem schönen Pass in Szene. Dieser schaffte es aber nicht an Pavlenka vorbeikommen, weil er den Ball nicht unter Kontrolle bekam. Der FCA blieb mit Framberger in Ballbesitz, der fast von der Torauslinie zurück an den Elfmeterpunkt zu Koo flankte, der völlig frei vom Elfmeterpunkt zum Schuss kam aber das Spielgerät weit über das Tor schoß. Kurz darauf musste Koo verletzungsbedingt den Platz verlassen für ihn kam Moravek zu seinem ersten Einsatz in diese Saison.

Erneuter Patzer ist wieder spielentscheidend

Mitte der zweiten Halbzeit konnte sich Werder Bremen zunehmend vom Druck der Augsburger befreien und hatte mit Pizarro noch eine gute Kopfballmöglichkeit bis Giefer erneut patzte. Giefer ließ die Kugel nach einer harmlosen Flanke durch die Arme rutschen und Klaassen schiebte den Ball in den leeren Kasten. Nach diesen bösen Patzer waren in der WWK Arena sogar Pfiffe gegen den Augsburger Keeper. Nach dem Spiel versuchte ein völlig aufgelöster Trainer Baum seinen Keeper in Schutz zu nehmen: „Er ist auch nur ein Mensch“. Trotzdem gestand der Trainer: „Es ist eine Tatsache die Leistungen der letzten zwei Spiele waren nicht gut“.

Trotz des erneuten Rückschlags hatte Gregoritsch noch die Riesenchance zum Ausgleich als er nach einer Ecke mit dem Kopf nur den Pfosten traf. Trotz aller Bemühungen konnte Augsburg nicht mehr den Ausgleich erzielen und ging zum zweiten Mal hintereinander als Verlierer vom Feld. Sogar Torschütze Kruse musste am Speilende zugeben: “Wie haben Glück gehabt, wir hätten genauso gut das Spiel verlieren können“.

Augsburg verliert wichtige Punkte nach gutem Saisonstart wegen bösen Torwartpatzern gegen Mainz und Bremen und muss am Dienstag in die Allianzarena gegen Meister Bayern München.
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