Bringt Lichtsteiner die Erleuchtung? Wie der Juve-Star zusammen mit Jedvaj schon gegen Union Berlin weiterhelfen soll

Trainer Martin Schmidt mit den Neuzugängen Tin Jedvaj (links) und Stephan Lichtsteiner (rechts). Sie sollen die FCA-Abwehr stabilisieren. Foto: Klaus Rainer Krieger

Die Schießbude der Liga: Diesen Titel teilte sich der FCA dank 71 Gegentoren in der vergangenen Saison mit Hannover 96. Im Gegensatz zu den Niedersachsen kamen die Augsburger noch einmal glimpflich davon. Dennoch sollte es der FCA tunlichst vermeiden, auszuprobieren, ob sich auch heuer mit 71 Gegentreffern die Klasse halten lässt.

Doch auch zu Beginn der neuen Saison stellt die Abwehr eine Baustelle dar. Einerseits haben Jeffrey Gouweleeuw, Philipp Max und Raphael Framberger mit Verletzungen zu kämpfen. Andererseits berücksichtigte der Verein die Wechselwünsche von Jonathan Schmid, Konstantinos Stafylidis und Martin Hinteregger. Zudem wurde Kevin Danso überraschend nach England verliehen.

Die Neuzugänge Mads Pedersen und Marek Suchy sind noch nicht richtig in der Bundesliga angekommen und sowohl beim Erstrunden-Aus im DFB-Pokal gegen den SC Verl als auch beim 1:5-Debakel in Dortmund wurde deutlich, dass Georg Teigl auf der Rechtsverteidiger-Position nur eine Notlösung ist.

Daniel Baier: "Wir haben richtig auf die Fresse bekommen"

Die anhaltende Torwartdiskussion nach dem Abgang von Marvin Hitz sollte mit der Verpflichtung des tschechischen Nationaltorhüters Tomas Koubek endlich ein Ende haben. Am ersten Spieltag trafen FCA und Hitz wieder aufeinander. Der neue Augsburger Stürmer Florian Niederlechner schockte den ehemaligen FCA-Torhüter bereits nach 31 Sekunden. Es war der schnellste Treffer, den je ein FCA-Spieler erzielt hat. Einzig Leon Goretzka im Trikot des FC Bayern München sorgte in der Saison 2018/19 für eine noch schnellere FCA-Führung, als er eine Flanke von Max nach nur zwölf Sekunden ins eigene Tor abfälschte.

Das frühe Tor im Dortmunder Signal Iduna Park hat bekanntlich nichts genutzt, denn anschließend stellten die Augsburger das Fußballspielen ein und ließen die Dortmunder schalten und walten, bei den Gegentreffern wirkte die FCA-Abwehr eher als Geleitschutz. Vollständig in den eigenen Strafraum zurückgezogen und mit einem Ballbesitz von gerade einmal 21 Prozent war es für den FCA nur eine Frage der Zeit bis das Dortmunder Star-Ensemble das Tor traf. In der ersten Halbzeit konnte Koubek mit schnellen Reaktionen ein 1:1 für seine Mannschaft in die Pause retten. Im zweiten Spielabschnitt sah der 26-Jährige dann bei mehreren Gegentreffern äußerst unglücklich aus.

FCA-Kapitän Daniel Baier fand nach dem Spiel deutliche Worte: „Wir haben richtig auf die Fresse bekommen. Die haben mit uns Katz und Maus gespielt und wir haben uns nicht gewehrt.“

Paderborn, Berlin und Augsburg sind die Favoriten auf den Abstieg

Damit die Spielphilosophie von Martin Schmidt allerdings aufgeht, ist eine konstante und stabile Defensive vonnöten. Jahrelang zeichnete genau das den FCA aus, nun aber ist die Verteidigung seit Monaten das große Manko. Dass der FCA nicht mit einem Meisterschaftskandidaten wie Dortmund auf Augenhöhe mithalten kann, sollte klar sein, doch die Art und Weise, wie sich die Mannschaft auf dem Platz präsentiert hat, war peinlich und auf Trainer Martin Schmidt kommt noch jede Menge Arbeit zu.

An diesem Wochenende steht bereits gegen Aufsteiger Union Berlin ein wichtiges Spiel an. Bei den Buchmachern werden Union und der FCA direkt hinter dem SC Paderborn, der den Durchmarsch von der dritten in die erste Liga geschafft hat, als Abstiegskandidaten geführt.

Union Berlin sicherte sich allerdings kürzlich mit Anthony Ujah, Neven Subotic und Christian Gentner die Dienste erfahrener Bundesligaspieler. Auf seine Abwehrprobleme reagierte nun der FCA und verpflichtete Tin Jedvaj sowie Stephan Lichtsteiner. Gerade Lichtsteiner kann trotz seines hohen Fußballalters mit seiner Erfahrung sofort weiterhelfen und als Führungsspieler vorangehen.
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