Bundesliga: FC Augsburg verliert in letzter Minute gegen den VfL Wolfsburg

Hängende Köpfe beim FC Augsburg. Nach einer guten Aufholjagd in der zweiten Halbzeit kassierte der FCA in der 89. Spielminute das 2:3 gegen den VfL Wolfsburg. (Foto: Alexander Heinle)

Einen Tag vor Weihnachten empfing der FC Augsburg den VfL Wolfsburg in der WWK Arena. Die Hausherren rutschten durch die Siege von Düsseldorf und Schalke am Samstag auf Rang 15 der Tabelle ab. Die Partie schien unter klaren Vorzeichen zu stehen. Wolfsburg holte aus den vergangenen fünf Spielen 13 Punkte, Augsburg hingegen war seit sieben Spielen sieglos. Nach einer schwachen ersten Halbzeit hatte der FCA Glück, dass es zur Pause nur 0:2 stand. Dank starkem Auftreten zu Beginn der zweiten Hälfte konnten die Fuggerstädter zum 2:2 ausgleichen. Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, das durch ein Last-Minute-Tor zugunsten des VfL Wolfsburg entschieden wurde.

Bildergalerie FC Augsburg - VfL Wolfsburg

Augsburgs Cheftrainer Manuel Baum wechselte im Vergleich zum Spiel unter der Woche gegen Hertha BSC Berlin auf drei Positionen. Die Stammkräfte Martin Hinteregger und Philipp Max verletzten sich beide im Berlin-Spiel und standen nicht zur Verfügung. Hinteregger trug eine Gehirnerschütterung davon und Max hat Probleme im Sprunggelenk. Für sie spielten der wieder genesene Jeffrey Goueweleeuw und Konstantinos Stafylidis. Marco Richter durfte für Dong-won Ji von Beginn an ran.

Nach einer zaghaften Anfangsviertelstunde mit einigen Offensivbemühungen des FCA fand der VfL Wolfsburg durch sicheres Aufbauspiel allmählich ins Spiel und kam in der Folge vermehrt brandgefährlich vor das Augsburger Tor. In der 33. Spielminute brachte Maximilian Arnold eine Ecke von der linken Seite in den Strafraum, Wolfsburg-Verteidiger John Anthony Brooks rauschte an und wollte den Ball einköpfen, traf ihn aber nicht richtig. Das Spielgerät landete am langen Pfosten, wo Josuha Guilavogui frei stand und zur 1:0 Führung für die Gäste einschob.

Schwache Vorstellung der Augsburger in Halbzeit eins

Augsburg konnte sich vom Druck der Wölfe nicht richtig befreien und so hatten die in dunkelgrün gekleideten Gäste weiterhin das Spiel unter Kontrolle. Kurz vor der Pause spielten sie sich in der 41. Minute am Strafraum der Augsburger fest. Schüsse von Daniel Ginczek und Arnold konnten die Verteidiger noch abblocken. Das Leder landete allerdings bei Admir Mehmedi, der zu William de Asevedo Furtado an die Strafraumkante querlegte. Dessen Schuss wurde abgefälscht und kullerte rechts neben dem Pfosten ins Tor.
Mit 0:2 gingen die Mannschaften in die Halbzeitpause und Manuel Baum sprach nach dem Spiel von einer „ganz ganz schwachen ersten Halbzeit“. „Da kannst du froh sein, dass du nicht noch das dritte Tor kriegst“, ergänzte er.

Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts wechselte Baum Sergio Córdova für den gelb vorbelasteten Michael Gregoritsch ein und André Hahn ersetzte Marco Richter.
Die offensiven Wechsel machten sich sofort bemerkbar, die Augsburger störten den Gegner früh im Spielaufbau und versuchten, schnell vors gegnerische Tor zu kommen. In der 49. Spielminute setzte der Joker Hahn Jonathan Schmid mit einem guten Pass an die Grundlinie in Szene. Von dort aus brachte er den Ball flach in die Mitte auf Alfred Finnbogason, der die Kugel verpasste. Hinter ihm stand Rani Khedira, der von Wolfsburgs William angeschossen wurde und so das Leder zum 1:2 Anschlusstreffer im Tor der Gäste landete.

FC Augsburg startet Aufholjagd

Die Augsburg-Fans feuerten ihre Mannschaft lautstark an und auch Trainer Baum gestikulierte wild in der Coaching-Zone, dass seine Mannen die Wölfe früher stören sollten. Wie ausgewechselt übernahm in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit die Heimmannschaft die Kontrolle über das Spiel. Schmid flankte in der 58. Minute von rechts in den Strafraum, wo Robin Knoche seinen Gegenspieler Córdova aus den Augen verlor, der hochstieg und ins lange Eck zum 2:2-Ausgleichstreffer einköpfte.

Anschließend entwickelte sich zwischen den Mannschaften ein Spiel auf Augenhöhe mit Chancen auf beiden Seiten. Immer wieder eröffneten sich Räume, die aber von beiden Vereinen nicht richtig genutzt werden konnten. In den Schlussminuten warf Augsburg noch einmal alles nach vorne, als Augsburg einen Freistoß aus 16 Metern zugesprochen bekam. Schmid flankte den Freistoß in die Mitte, wo Wolfsburgs Torwart Koen Casteels den Ball aus der Luft pflückte und sofort nach vorn in den Lauf vom eingewechselten Renato Steffen abschlug. Von rechts flankte der Schweizer vors Augsburger Tor, wo Yannick Gerhardt aus kurzer Distanz mit dem Kopf zum 3:2 einnetzte.

Last-Minute-Tor typisch für die Hinrunde des FCA

Nach diesem Last-Minute-Treffer herrschte Totenstille in der WWK-Arena. Mal wieder ging der FC Augsburg durch ein spätes Gegentor ohne Punkte aus, nachdem sie sich in die Partie zurückgekämpft und sich einen Zähler verdient hatten.

Trainer Manuel Baum ärgerte sich besonders über die Art und Weise, wie der späte Treffer zustande kam. „Anstatt dass ich mich vor den Torwart hinstelle und er dreimal um mich herumlaufen muss oder ich ihn solange behindere, bis wir hinten drinstehen, kommt unbedrängt der lange Ball“. In solchen Situationen müsse seine Mannschaft noch besser werden und daran gelte es jetzt in der Winterpause zu arbeiten.

Mit einem Punkt vor dem Relegationsplatz, auf dem sich momentan der VfB Stuttgart befindet, geht es mit 15 Punkten auf Platz 15 in die Winterpause. Drei Zähler hinter Fortuna Düsseldorf, die am 19. Januar zu Gast in der WWK-Arena sind.
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