Der erste europäische Dreier: AEV schlägt Belfast

  Augsburg: Curt-Frenzel-Stadion |

Ohne die Stürmer Daniel Schmölz (wird Vater) und Thomas Holzmann (angeschlagen) tat sich der AEV gegen defensiv sichere Nordiren lange schwer, musste acht Minuten vor Ende sogar den 1:1-Ausgleich hinnehmen. Der Jubel der etwa dreihundert mitgereisten Fans aus Belfast währte nicht lang, dann erlöste Henry Haase mit einem Hammer von der Blauen Linie Fans und natürlich sein Team. In der 28. Minute hatte Topscorer Matt Fraser das 1:0 erzielt, in der Schlussminute Adam Payerl mit einem Empt Net Goal den Sieg endgültig eingetütet.

 Die Giants hatten original britisches Wetter mitgebracht, was aber knapp 6.000 Fans nicht davon abhielt, geduldig im Nieselregen auf den Einlass ins Curt-Frenzel-Stadion zu warten. Innen erwartete sie ein dramatisches Spiel in der laut CHL-Vorbericht  „wahrscheinlich lautesten Arena Europas“. Unermüdlich wurden die Panther nach vorn geschrien, und die zeigten tolles Eishockey mit einem großen Chancenplus, aber eklatanter Abschlussschwäche.

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Chancenplus und Abschlussschwäche

Belfasts Goalie Owen war ein vielbeschäftigter Mann und hielt sein Team bis zum Schluss im Spiel, während Markus Keller im Augsburger Tor vor allem bei Entlastungskontern gefragt war. Wegen Oli Roys Zwangspause nach einem Trainingsunfall musste er wie am Freitag gegen Lulea das Panthertor hüten – und der gebürtige Augsburg rettete seine Mannschaft mit mehreren unglaublichen Saves im zweiten Drittel.

Im Stürm ersetzte Dennis Miller Schmölz und Holzmann, seine erste Aktion in einem Pflichtspiel für Augsburg war ein unglücklicher Hoher Stock, gefolgt von zwei Minuten auf der Strafbank. Danach blieb er unauffällig, machte aber auch keine Fehler. Die leisteten sich auch die je vier Penalty-Killer nicht, denn Belfast bekam im ersten Drittel bei diversen Überzahlgelegenheiten so gut wie keine Chance auf einen guten Schuss.

On Fire: Matt Fraser mit dem sechsten Tor im dritten Spiel

Eine doppelte Hinausstellung gegen Scott Valentine verschaffte dem Team aus Ulster nicht nur erstmals ein wenig Luft für vier Minuten, sondern brachte auch die ersten Großchancen. Die beste entschärfte Markus Keller, als sich Dupuy dem vermeintlich leeren Tor gegenübersah – aber Keller rutschte rechtzeitig rüber und boxte den abgefälschten Puck mit dem Blocker weg.  

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Auch das Powerplay des AEV wurde besser, ein Treffer fiel aber zunächst noch nicht. Erst kurz vor der Hälfte der Spielzeit zappelte der Puck im Netz, jedoch erst nach Ablauf einer Giants-Strafe. Die Panther hatten im Anschluss gegen wieder vollzählige Nordiren ihren Angriff fortgesetzt und weiter auf die Führung gedrückt. Matt Fraser – mit jetzt sechs Toren führt er die Torschützenliste der CHL an – stand genau richtig vor dem Tor und verwandelte einen Rebound zur verdienten Führung. Mehr ging nicht für den AEV, im Gegenteil: Wieder musste Markus Keller in höchster Not retten und einen Alleingang von Hook meistern. Was er mit Bravour tat, den Puck des durchgebrochenen Giants hielt er fest.

Erst im Schlussabschnitt musste er sich geschlagen geben, gegen einen von Ward unhaltbar abgefälschten Schuss war er machtlos. Aber Henry Haase hatte keine Lust auf die vierte Verlängerung im vierten Spiel und fasste sich keine zwei Minuten nach dem Ausgleich ein Herz – er zog einfach ab und knallte den Puck am hervorragenden Owen vorbei ins Netz. In den Schlussminuten versuchte Belfast den erneuten Ausgleich mit der Brechstange zu erreichen und rannte mit sechs Feldspielern an. Endgültig entschieden war die spannende Partie, nachdem Scott Valentine den Puck erobert hatte und den freien Adam Payerl suchte und fand. Der musste nur noch ein paar Meter aufs verlassene Tor zufahren und die Scheibe dort unterbringen.

Noch zwei Punkte bis zum Halbfinale

Nach diesem ersten internationalen Dreier stehen die Chancen aufs Achtelfinale gut: Lulea hat wie der AEV acht Punkte, Liberec und Belfast je vier. Zwei Punkte aus den beiden Spielen gegen die Tschechen würden den Panthern also fürs Weiterkommen reichen, während der Giants-Traum vom Achtelfinale nur bei zwei Siegen gegen Lulea in Erfüllung gehen würde. Gegen Liberec spielt der AEV am 8. Oktober (zuhause) und 16. Oktober (auswärts).
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