Der FC Augsburg holt wichtigen Punkt in Leipzig

Philipp Max rettete mit seiner Abwehraktion in der 83. Minute einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf. (Foto: Symbolbild: Alexander Heinle)

Am 25. Spieltag trat Augsburg auswärts gegen RB Leipzig in der Red Bull Arena am Leipziger Sportforum an. In einem kampfbetonten Spiel, in dem die Bullen das Spiel bestimmten, hatten die Leipziger einige Chancen zur Führung. Die Augsburger verteidigten tief, organisiert und kompakt und wären in der zweiten Halbzeit beinahe mit Gregoritsch in Führung gegangen. Trotz aller Leipziger Angriffsbemühungen konnte der FCA die wichtige Null halten. Dank der engagierten Leistung konnte Augsburg einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf mitnehmen und konnte den Vorsprung auf den Relegationsplatz auf drei Punkte ausbauen.

FCA Trainer Manuel Baum musste gegenüber dem Überraschungssieg gegen Dortmund gleich dreimal umstellen. Zu den langzeitverletzten Jeffrey Gouweleeuw und Torjäger Finnbogason gesellten sich Dong-won Ji und Stafylidis dazu. Zudem fehlte Hahn wegen einer Gelbsperre. Für die drei rückten Teigl, Jensen und Cordova in die Startelf.
Leipzig konnte dagegen beinahe aus dem Vollen schöpfen, lediglich Poulsen musste wegen Wadenproblemen pausieren. Für ihn startete der wiedergenesene Nationalstürmer Werner.

Leipzig bestimmt das Spiel

Gleich von Beginn an war Leipzig um Ballkontrolle bemüht und drückte sofort Augsburg in die Defensive. Der FC Augsburg versuchte tief und kompakt zu stehen, um die Angriffsbemühungen zu vereiteln. Dabei zeigten die Fuggerstädter eine ähnliche starke Laufbereitschaft wie im Spiel gegen Dortmund. RB Leipzig tat sich ungemein schwer sich Torchancen zu erarbeiten und so war es nicht verwunderlich, dass sich sehr lange wenig vor dem Kasten von Kobel tat. Einzige Ausnahme in der ersten halben Stunde war eine Chance von Werner in der 15. Minute, der jedoch nicht am FCA-Keeper Kobel vorbeikam. Augsburg verteidigte geschickt, vor allem wenn man bedenkt, dass die Schwaben in den letzten beiden Auswärtsspielen ganze 9 Tore kassieren mussten (5-1 gegen Freiburg; 4-0 gegen Bremen). Der Plan von Trainer Baum war klar, es hieß die Null zu halten und Leipzig mit Nadelstichen zu ärgern. Vor dem Spiel hatte der Trainer bereits gesagt "Wir müssen schauen, dass wir stabil stehen. Das ist das Allerwichtigste“. Der erste Teil des Plans ging in der ersten Halbzeit auf, jedoch auf Kosten des Offensivspiels, denn Augsburg versuchte es oft nur mit langen Bällen aus der eigenen Hälfte. Augsburg war sehr harmlos und verbuchte zur Pause keinen einzigen Torschuss. Stürmer Cordova war vorne oft allein auf sich gestellt und kämpfte aufopferungsvoll aber glücklos.

Kobel starker Rückhalt

Trotz der sehr guten Defensivarbeit kam Leipzig Ende der ersten Halbzeit zu zwei sehr guten Möglichkeiten. In der 37. Minute kombinierten sich die Sachsen mit Sabitzer und Halstenberg bis vor den FCA-Keeper Kobel, der den Ball von Cunha aus sieben Metern mit einer starken Parade abwehrte. Insgesamt machte die junge Leihgabe aus Hoffenheim einen sehr stabilen und souveränen Eindruck und bestätigte das Bild das er bereits im Spiel gegen Dortmund abgegeben hatte.Die zweite gute Chance vor der Halbzeit hatte Timo Werner in der 40. Minute. Nach einer spektakulären Volleyhereingabe von Sabitzer köpfte der Nationalspieler das Leder aus kurzer Distanz recht deutlich über das Tor.
So ging es mit einem gerechten 0-0 in die Halbzeitpause, nachdem Leipzig in der ersten Spielhälfte zwar mehr Spielanteile hatte, aber die Augsburger Mannschaft sich zweikampfstark gezeigt hatte und nur sehr wenig Chancen zugelassen hatte.


Gregoritsch mit der Riesenchance

Die zweite Halbzeit begann genauso wie die erste. Augsburg stand tief und überließ Leipzig den Ball. Im Gegensatz zur ersten Halbzeit konnte sich der FCA aber besser in Szene setzen. Zuerst prüfte Danso mit einem Kopfball Torwart Gulacsi nach einer Ecke von Schmid in der 55. Minute. Die beste Chance hatte aber Gregoritsch in der 59 Minute. Richter der gerade für Cordova eingewechselt worden war, verlängerte mit seinem ersten Ballkontakt per Kopf auf den Österreicher, der den Ball aus sieben Metern mit rechts auf den Kasten brachte. RB Leipzig-Keeper Gulacsi, der in der ersten Halbzeit nur vier Ballkontakte hatte, reagierte glänzend und vereitelte somit die beste Chance im Spiel. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Leipzig keine einzige Torchance in der zweiten Halbzeit gehabt. Es mangelte Leipzig weiterhin an klaren Torchancen und Abschlüssen. Sehr oft stand ein FCA-Abwehrspieler goldrichtig und konnte die Situation bereinigen oder der letzte Pass oder die Präzision fehlte, wie in der 69. Minute als Halstenberg aus spitzem Winkel den Kasten nicht traf. Besonders oft waren Innenverteidiger Danso und Khedira Sieger in den wichtigen Zweikämpfen im und um den Strafraum.


Max rettet den Punkt

Mit zunehmender Spieldauer wurde Leipzig drückend überlegend und die Beine bei den Schwaben schwer. Doch die Spieler des FCA wollten nicht aufgeben. Sinnbildlich für den Willen der Fuggerstädter war eine Klärungsaktion von Max in der 83. Minute. Linksverteidiger Philipp Max warf sich fünf Meter vor dem Tor in eine Direktabnahme von Sabitzer und blockte dessen Schuss ab, der sonst mit ziemlicher Sicherheit die Führung für die Bullen bedeutet hätte. Max feierte seine Aktion mit der berühmten Beckerfaust. Das Abklatschen mit allen Verteidigern und feiern dieser Abwehraktion zeigte sowohl die feste Entschlossenheit als auch den Zusammenhalt der Mannschaft. Bald darauf war Schluss in Leipzig und so verabschiedeten sich beide Teams mit dem gleichen Ergebnis wie in der Hinrunde 0-0.

Die Gemütszustände in den beiden Lagern hätten nach dem Spiel nicht unterschiedlicher sein können. Während Augsburg um Kapitän Baier mit dem Punkt nach dem Spiel sehr zufrieden war und die Einstellung der ganzen Mannschaft lobte, sprach Sabitzer von einer herben Enttäuschung. Auch Beinahe-Torschütze Gregoritsch war sichtlich zufrieden: „Wir haben so gespielt wie eine Mannschaft im Abstiegskampf spielen muss.

Für Augsburg geht es mit dem wichtigen Punkt und gestärkter Brust am Samstag daheim gegen Abstiegskonkurrent Hannover 96 weiter. Leipzig hingegen scheint daheim keine Tore mehr schießen zu können und spielt zeitgleich gegen einen weiteren Abstiegskandidaten, Schalke 04, in Gelsenkirchen.
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