Der FC Augsburg verliert gegen junge Mainzer nach zwei dicken Patzern von Giefer

Erzielte den Augsburger Treffer in der unglücklichen Niederlage, Dong-Won Ji. (Foto: Schönthier/Archiv)

Am 3. Spieltag, gleich nach der Länderspielpause, traf der FC Augsburg auf den FSV Mainz 05 in einem bei weitem nicht ausverkauftem Stadion. Dabei trat Mainz mit der bis dahin jüngsten Mannschaft der Vereinsgeschichte an. Beide Mannschaften waren vor diesem Spieltag ungeschlagen. Mit zwei späten Toren in der zweiten Halbzeit drehte Mainz das Spiel, nachdem Joker Ji den FCA in der 82. Minute in Führung gebracht hatte. Wermutstropfen Ji verletzte sich beim Jubeln so schwer, dass er gleich nach seinem Tor ausgewechselt werden musste.

Videoassisten und Schiedsrichter im Fokus

In einer spannenden ersten Halbzeit mit wenigen Höhepunkten und Torraumszenen hatte die Augsburger Mannschaft den besseren Start und wurden prompt früh dafür belohnt. Bereits in der 11. Minute schoss Gregoritsch den Ball nach einem guten Pass von Hinteregger sehenswert ins Mainzer Tor am Mainzer Keeper Müller vorbei. Doch das Tor wurde korrekterweise wegen einer Abseitstellung von Gregoritsch vom Schiedsrichter Petersen nach Rücksprache mit dem Videoschiedsrichter aberkannt.
Mit zunehmendem Spielverlauf bekamen die Mainzer die Oberhand und hatten mehrere guten Möglichkeiten. Die Beste hatte der Schwede Quaison, als er von Mateta steilgeschickt wurde, aber im letzten Moment von Hinteregger und Giefer am Schuss gehindert wurde.
Unübersichtlich wurde es nochmal kurz vor Pause als der Ball im Tor vom FCA landete und der Schiedsrichter Petersen Richtung Mittelkreis zeigte. Die Mainzer Spieler und Fans feierten bereits den vermeintlichen Führungstreffer und im Stadion erklang bereits die Tormusik. Doch Schiedsrichter Petersen hatte auf Stürmerfoul entschieden, dies aber falsch angezeigt. Mateta hatte Hinteregger gefoult und danach das Spielgerät mit der Hand ins Tor befördert.

Zweite Halbzeit Spiegelbild der Ersten

In der zweiten Halbzeit startete die Augsburger Mannschaft besser und hatten wie in der ersten Halbzeit die erste Gelegenheit. Diesmal war es Koo, der in der 59. Minute nach Flanke von Schmidt Keeper Müller per Kopfball prüfte, doch dieser parierte stark. Bis dahin waren beide Keeper wenig beschäftigt. Es blieb ein ansehnliches Spiel, aber es fehlten die Torchancen und Strafraumszenen. Einer der Gründe war, dass André Hahn während des ganzen Spiel blass blieb. Die einzig gute Chance auf Mainzer Seite hatte Pierre Kunde. Sein Schuss aus knapp 20 Meter verfehlte den Kasten von Giefer nur knapp. Erst in den letzten 10 Minuten nahm das Spiel nochmal richtig Fahrt auf.

Jubel mit Folgen?

Der FC Augsburg und der FSV Mainz hatten sich bislang in 14 Begegnungen noch nie Torlos verabschiedet und es sollte auch so bleiben. Gerade mal neun Minuten im Spiel  traf Joker Dong-Won Ji nach einem starken Sololauf per Aufsetzer in die linke untere Torecke zum 0:1. Begünstigt wurde der Südkoreaner von den Mainzer Verteidigern, die nur zuschauten ohne richtig einzugreifen. Beim Torjubel sprang Torschütze Ji ab und knickte dabei so um, so dass er nicht mehr weitermachen konnte. Er wurde für Sergio Cordova nach nur 11 Minuten Einsatzzeit ausgewechselt.
Erinnerungen aus dem Vorjahr wurden wach als Nikolai Müller, damals im Trikot des HSV, sich beim Torjubel eine schwere Verletzung zuzog.

Giefer mit schweren Patzern

Trotz Rückstand gab sich Mainz nicht auf und versuchte über Standardsituationen wieder ins Spiel zu kommen. Aus einem Freistoß in der 87. Minute von Martín Aarón resultiert der Mainzer Ausgleich. Torwart Giefer machte dabei keine gute Figur. Bereits zuvor hatte der Keeper, der das Rennen um einen Stammplatz gegen Andreas Luthe gewonnen hatte, bei hohen Bällen nicht den sichersten Eindruck hinterlassen. Seine verunglückte Faustabwehr segelt über ihn hinweg Richtung Tor. Kurz vor der Torlinie stiegen zwei Mainzer und zwei Augsburger zum Kopfballduell hoch und am Ende war Joker Ujah der Glückliche, der das Leder über die Linie drückte. Trotz vehementer Proteste der Augsburger Spieler, die ein vermeintliches Foul des Torschützen Ujah gesehen haben wollten, zeigte der Schiedsrichter Petersen auf den Mittelkreis.

Zweiter Patzer spielentscheidend

Und für die Augsburger sollte es noch schlimmer kommen. In der Nachspielzeit schoss Maxim das entscheidende Tor und drehte damit das Spiel. Nach einem langen Einwurf patzte Giefer erneut, wie er selber zugab: „Ich will klären. Es gelingt mir nicht. Ich bin voll im Thema mit drin.“

Seine abermals zu kurze Faustabwehr landete genau vor die Füße von Maxim, der nicht lange fackelte sondern den Ball in den Kasten unterbrachte. Auch bei den zweiten Treffer der Mainzer gab es Proteste der Augsburger, die vorher ein Foul an Hinteregger gesehen haben wollten. Der Österreicher konnte in dieser Situation nicht mehr eingreifen, da er am Spielfeldrand stand, weil er kurz zuvor wegen des vermeintlichen Fouls behandelt worden war. Der Sieg der Mainzer hätte sogar noch höher ausfallen können als ein Konter in der 5. Minute der Nachspielzeit nur in der letzten Sekunde von Schmid geklärt werden konnte. Kurz danach war Schluss.

So endete das Spiel mit einem 2:1 aus Mainzer Sicht mit der ersten Niederlage für Augsburg. Mainz startet hingegen Traumhaft mit 7 Punkten. Trotz engagierter Leistung kehrt Augsburg ohne Punkt aus Mainz zurück und spielt am nächsten Spieltag daheim gegen Bremen
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