FC Augsburg auf Montage bei Hannover 96 – als Lohn gabs drei Punkte

Die Augsburger bejubeln den 3:1 Auswärtserfolg bei Hannover 96 (Foto: Alexander Heinle)

Michael Gregoritsch mit seinen Saisontoren 10 und 11 (26. Und 83.) sowie Gojko Kacar (45 + 1) machten beim 3:1 Auswärtssieg in Hannover Nägel mit Köpfen. Das Fundament für den überzeugenden Auswärtserfolg legte der FCA mit einer starken ersten Halbzeit (2:1) in der Baums Mannen 15-mal aufs Tor von Philipp Tschauner schossen. So viele wie noch nie in einer ersten Halbzeit in der Beletage des deutschen Fußballs. Als Lohn nahmen die Augsburger Monteure drei Punkte mit in die Heimat und haben mit 35 Punkten bereits zehn Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Im Stadion von Hannover 96 waren die paar hundert mitgereisten Augsburger Fans aufgrund eines Protestes der Hannover-Ultras fast während des ganzen Spiels deutlich zu hören.

Hinten wird gemauert und vorne klingelts...

... so lautete ein Werbeslogan an der Bande im Stadion von Hannover 96. In den ersten Minuten versuchten zuerst Martin Hinteregger mit Köpfchen (3.), Michael Gregoritsch mit dem Hammer aus der Ferne (5.) und Philipp Max mit der Pieke (7. Minute) die Löcher im vierköpfige Abwehrbollwerk der Hannoveraner auszunutzen und es im Kasten von Philipp Tschauner klingeln zu lassen. Was die Augsburger Abrisskumpel können, können wir schon lange dachten sich die Mannen von Bauleiter André Breitenreiter. Zuerst klärte Augsburgs Abwehrvorarbeiter Martin Hinteregger die Flanke von Albonorz (9.), bevor eben jener Albonorz Augsburgs Schlussmann Hitz anschließend einer Qualitätskontrolle unterzog und die Abrisskugel Richtung Tor zimmerte (10.). Hitz riss die Fäuste hoch und lenkte die Kugel übers Tor. Bei der folgenden Ecke (11.) nahm Hannovers Niklas Füllkrug nicht genau genug Maß und setzte den Kopfball neben das FCA-Tor. Wie man es besser macht demonstrierte Michael Gregoritsch in der 26. Minute. Ausgestattet mit der Wasserwage versenkte der Österreicher die Flanke von Caiuby passgenau im kurzen Eck.

Salif Sané hatte aus Augsburger Sicht zu genau aufgepasst, wie Gregoritsch Maß nahm. Hinteregger wehrte einen Freistoß von Klaus mit dem Kopf in die Mitte ab. Direkt auf den Schlappen von Sané. Der nahm sich gar nicht erst die Zeit den Zirkel rauszunehmen, sondern meißelte das Leder volley aus 20 Metern, unhaltbar für Hitz, ins rechte Eck (37.). Ein echtes Traumtor zum Zunge schnalzen, auch wenn es auf der falschen Seite fiel.

Wenn´s zur Pause zwei Mal klingelt

Der Treffer der Niedersachsen fiel in einer Phase, als der FCA drauf und dran waren die Latte höher zu legen und auf 2:0 zu erhöhen. Aber Koo schaffte es in der 30. Minute nicht die Kugel an Tschauner vorbei zu bringen. Kurz vor der Pausenklingel (45 + 1) läutete Gojko Kacar zum 2:1 aus Sicht der Gäste. Max zirkelte die Ecke lang und weit in den Strafraum. Caiuby leitete die Kugel Richtung Tor zum völlig freistehenden Kacar weiter. Der hatte keine Mühe mit dem Kopf einzulochen. Die 2:1 Halbzeit-Führung für die Fuggerstädter war hochverdient – ganze 15 Torschüsse gaben die Männer von Manuel Baum auf das Hannover Tor ab.

Der auf dem Reisbrett entworfene Matchplan des Augsburger Architekten Manuel Baum funktionierte in der ersten Halbzeit. Mit einer dichtgestaffelten Fünferkette, in der bei eigener Offensive der zum Innenverteidiger umfunktionierte Rani Khedira zum 8er mutierte, fand Baum die richtige Antwort auf die Offensive Ausrichtung von H96. Hinteregger, Khedira und Kacar (kam für Kevin Danso – Syndesmoseteilriss) bildeten die zentrale Abwehrmauer, flankiert von Philipp Max und Jonathan Schmid. Im Mittelfeld kehrte Caiuby nach seiner gelbsperre wieder in die Startelf zurück und Marco Richter ersetzte Heller.

Beton angerührt

In der zweiten Halbzeit drückte 96 den FCA tief in die eigene Hälfte. Auch sich in dem vielbeinigen Festungswall der Bayerischen-Schwaben einige Löcher auftaten, konnten die Hausherren diese nicht für sich nutzen. Erst nach etwa einer gespielten Stunde gelang es den Augsburgern sich etwas von dem Druck zu befreien und für etwas Entlastung in der Offensive zu sorgen. Mit jeder Minute die verstrich, wurde der FCA wieder stärker.

Philipp Max eroberte an der Mittellinie die Kugel und lies Felix Klaus mit einer Körperdrehung aussteigen und leitete die Kugel weiter zu Caiuby. Nach einem Doppelpass mit Gregoritsch landet der Ball wieder auf dem Flügel bei Max. Dessen Flanke nahm der herangestürmte Gregoritsch im Strafraum mit links an. Mit erhobenem Kopf wurde der Hannover Keeper ausgeguckt und mit rechts die Kugel zur 3:1 Entscheidung in die Maschen gehämmert. In der Vorbereitung war das One-Touch-Fußball vom Feinsten. Der Treffer in der 83. Minute war Augsburgs erster gelungener Angriff in der 2. Halbzeit. Im Sack war damit der erste Auswärtssieg seit Anfang Dezember und nach fünf sieglosen Versuchen in der Fremde.
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