FC Augsburg dreht absolut verdient das Spiel gegen Mainz

Niederlechner war mal wieder Man of the Match. Mit seiner Torvorlage und dem verwandelten Elfmeter war er maßgeblich an den Sieg des FCA beteiligt. (Foto: Alexander Heinle)

Am 14. Spieltag trat Augsburg daheim gegen den 1. FSV Mainz 05 in der WWK Arena an. Die Fuggerstädter legten wie die Feuerwehr los und hatten zahlreiche Chancen zur Führung. Richter vergab unglaublicherweise in der 11. Minute freistehend vor leerem Tor, kurz bevor Öztunali mit dem ersten Mainzer Torschuss in der 15. Minute die Fuggerstädter für ihre Chancenverwertung bestrafte. Doch Augsburg steckte nicht auf und belohnte sich endlich in der 41. Minute mit Richter. Die zweite Halbzeit bot bei Weitem nicht mehr die Intensität des ersten Durchgangs. Der FCA konnte aber das Spiel dank eines Elfmeters von Niederlechner (65.) drehen.

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FCA-Trainer Martin Schmidt nahm gegenüber dem Auswärtsspiel gegen Köln drei Änderungen an seiner Startformation vor. Für Hahn (gelb-rot gesperrt), Framberger (Muskelverletzung) und Cordova rückten Richter, Lichtsteiner und Jensen, der sein Startelf-Debüt gab, in die Startelf.

Hingegen wechselte der neue Mainzer Trainer Beierlorzer, der zum Auftakt mit zwei Siegen begann, im Vergleich zur Partie gegen Frankfurt nur auf einer Position. Leandro Barreiro rückte für Danny Latza in die Startelf.

Augsburg vergibt Chancen im Minutentakt

FCA Trainer Schmid hatte einen absoluten „Kracher“ angekündigt zwischen den Mannschaften und kaum war das Spiel angepfiffen stürmten die Augsburger Spieler nach vorne. Mainz verteidigte extrem luftig und der FCA nutzte es mit ihrem direkten Spiel aus. Gleich zu Beginn erarbeiteten sich die Fuggerstädter eine Vielzahl an Chancen. Bereits in der 2. Minute hatte Vargas die Riesenchance zur Führung als er nach einer scharfen Hereingabe von Jensen den Ball nicht entscheidend aufs Tor lenken konnte. Der Ball klatschte gegen den Pfosten und wurde von der Mainzer Abwehr geklärt.
Augsburg hielt weiter den Druck aufrecht und hatte bereits eine Minute später die nächste dicke Gelegenheit. Diesmal setzte sich Max auf der linken Seite durch und flankte in den Fünfmeterraum. Dort verpasste zunächst Jensen um Haaresbreite den Ball mit einer Grätsche ehe für Richter am langen Pfosten der Winkel zu spitz wurde und er den Ball nur ans Außennetz befördern konnte.
In der 7. Minute bereits die nächste Chance für Vargas, der den Ball per Kopf aus acht Metern knapp über das Tor setzte.

Doch was Richter danach vergab, stellte alle anderen Chancen in den Schatten. Vargas, der auf der linken Seite nicht zu bremsen war, konnte von Öztunali den Ball nach einem misslungenen Rückpass erobern. Drei Augsburger Spieler stürmten alleine auf den Mainzer Keeper Zentner zu. Vargas entschied sich uneigennützig auf Richter querzulegen. Der U21-Nationalspieler stand komplett alleine vor dem Kasten und schaffte es die Kugel an dem leeren Tor vorbeizuschieben.

Trotz der vergebenen Chancen machte Augsburg weiter fleißig Druck. Nach einer Standardsituation hatte Khedira, der später verletzungsbedingt für Moravek ausgewechselt werden musste, die nächste Kopfballmöglichkeit (12.). Bereits zu diesem Zeitpunkt hätte der FCA mit mehreren Toren führen müssen.

Augsburger Chancenwucher rächt sich

Eine alte Fußball-Weisheit besagt:“ Wer sie vorne nicht macht, kriegt sie hinten rein.“ Und diese Weisheit sollte sich im Falle des FCA wieder mal bewahrheiten. Zwar hatte der FCA noch Glück als Quaison freistehend an Koubek scheiterte (14.). Der Treffer hätte aber wegen einer Abseitsstellung des Stürmers sowieso nicht gezählt.
Doch die Überraschung gelang in der 15. Minute. Öztunali fasste sich ans Herz und zog einfach mal aus 20 Metern ab. Der scharf-geschossene Ball schlug links ins lange Eck über den FCA Keeper Koubek ein. Dabei sah der überraschte tschechische Schlussmann, wie bereits gegen Köln nicht gut aus. Der Ball war wohl haltbar, nicht der erste Fehler des Torwarts dieses Jahr. Dem Mainzer war es egal, sie führten sehr schmeichelhaft mit 0-1.

Nach dem unglücklichen Rückstand verlor der FCA zunächst den anfänglichen Schwung und Mainz kam etwas besser im Spiel ohne aber wirklich gefährlich zu werden. Anders der FCA, der in der 32. Minute den nächsten Hochkaräter verzeichnete. Nach einem tollen Solo von Vargas gegen drei Mainzer legte der Schweizer klug auf Richter zurück. Doch schon wieder setzte Richter den Ball aus knapp 10 Metern am Gehäuse vorbei. Das Tor der Mainzer schien wie verhext zu sein.

Hochverdienter Ausgleich noch vor der Halbzeit

Der Bann konnte aber endlich in der 41. Minute gebrochen werden. Torschütze war Richter, der zwar ein gutes Spiel machte aber bis dato sehr unglücklich vor dem Tor agierte hatte. Nach einem Zuspiel von Max konnte sich Niederlechner auf links bis zur Grundlinie durchsetzen. Der ehemalige Freiburger sah im Fünfmeterraum den mitgelaufenen Richter und bediente diesen. Der Augsburger Offensivspieler musste den Ball nur noch aus wenigen Metern über die Linie drücken und war diesmal erfolgreich. Trotz des Tores war Richter sichtlich unzufrieden, da er nicht wie gewohnt jubelte. Der Ausgleich war zu diesem Zeitpunkt wegen der vielen Torchancen mehr als nur verdient. Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Kabine.


Niederlechner dreht das Spiel

Der Trainer der Mainzer Beierlorzer wechselte zur Halbzeit gleich doppelt, während der FCA unverändert aus der Kabine kam. Nach der Umstellung auf eine Viererkette fand Mainz deutlich besser ins Spiel und die zweite Halbzeit begann deutlich ausgeglichener. So konnten sich die Fuggerstädter nicht mehr so viele Torchancen wie in der ersten Halbzeit erarbeiten. Bis zur 63. Minute konnte keine der beiden Mannschaften sich ein Vorteil erarbeiten bis Vargas im Strafraum der Mainzer nach einem Kontakt mit Pierre Kunde fiel. Zunächst entschied der souveräne Schiedsrichter Schmidt auf Freistoß. Nach einer kurzen Absprache mit dem Videoassistenten änderte der Referee seine Meinung und zeigte auf dem Punkt. Eine harte wenn aber vertretbare Entscheidung, da es zwischen Vargas und Kunde nur einen leichten Kontakt gegeben hatte. Niederlechner übernahm die Verantwortung und hämmerte den Ball unhaltbar ins rechte Kreuzeck.

Nach der Führung zog sich der FCA, der sehr viel investiert hatte, zurück und überließ den Mainzer das Spielgeschehen, um gefährlich auf Kontersituationen zu lauern. Genauso eine Situation hatte Jensen (74.), doch sein Abschluss war zu zentral und somit keine Gefahr für Keeper Zentner. Die Mainzer wirkten heute kraftlos und konnten keine richtige Reaktion zeigen. Lediglich ein Fernschuss von Fernandes (75.) sorgte ein wenig für Gefahr. Augsburg hingegen spielte die zweite Halbzeit souverän runter und kam trotz der Einwechselung von Szalai (80.) nicht mehr wirklich unter Druck. Augsburg drehte somit das Spiel und gewann hochverdient.

Der FCA bestätigt den Aufwärtstrend und klettert mit den Sieg über Mainz vorübergehend auf Platz 11 und hat jetzt 5 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Die Fuggerstädter sind wieder nächsten Freitag in Sinsheim gegen Hoffenheim auf Punktejagd. Mainz hingegen verliert nach zwei Siegen zum ersten Mal unter Treiner Beierlorzer und muss nächste Woche am Samstag daheim gegen Dortmund spielen.
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