FC Augsburg findet Punkt im Leverkusener Osternest

FCA-Fans feiern den Punktgewinn in Leverkusen. (Foto: Archiv)

Augsburgs Trainer Manuel Baum trifft auf seinen ehemaligen Chef und Entdecker Heiko Herrlich. Als Baum Trainer in der 6. Liga beim FT Starnberg war, holte ihn Heiko Herrlich als Co-Trainer zum Drittligisten nach Unterhaching. Später wurde Baum Cheftrainer bei der SpVgg und anschließend Jugendkoordinator beim FCA. Auch wenn Baum dem Leverkusener Trainer viel zu verdanken hatte, wollte er ihm doch wehtun und die Punkte mit nach Hause nehmen. Nach 90 Minuten, die von viel Kampf geprägt und arm an Torchancen waren, reichte es zwar nur zu einem torlosen 0:0. Mit dem Ergebnis konnte der FCA jedoch besser leben, als die Werkself.

Augsburgs Trainer Manuel Baum tauschte nach dem 1:3 gegen Bremen auf zwei Positionen: Gouweleeuw war nach seiner überstandenen Knieverletzung wieder fit und ersetzte Kacar. Für Richter stand Moravek auf dem Feld. Leverkusens Trainer Heiko Herrlich hatte seine Mannschaft gegenüber dem Köln-Spiel auf drei Positionen verändert: Retsos und Kohr standen für Jedvaj und Havertz auf dem Platz. Außerdem stürmte Volland für den rot-gesperrten Alario. Kapitän Lars Bender war wegen seiner Leistenprobleme noch nicht wieder im Kader.

Fußballerische Magerkost

Am Ostersonntag endet traditionell die Fastenzeit. In den ersten 45 Minuten boten beide Teams den Zuschauern wahrlich keine Fußballkunst, die hohen kulinarischen Ansprüchen genügte. Der FCA stand vor allem tief und war darum bemüht, die Leverkusener vom eigenen Tor wegzuhalten. Der fußballerische Nährwert bewegte sich etwa auf dem Niveau der Nahrungsergänzungspillen, die der Chemiekonzern Bayer verkauft - reicht zum Leben, aber nicht zu mehr.

Der einzige Torschuss in der ersten Hälfte datierte aus der 15. Minute. Nach einer Hereingabe von Kevin Volland verteidigte der FCA schlampig und so kam Araguiz aus zehn Metern frei zum Schuss und konnte sich eigentlich aussuchen, ob er die Kugel hoch, flach, links oder rechts im Kasten von Marwin Hitz versenkt. Wer so viele Optionen hat, hat die Qual der Wahl, und Aranguiz entschied sich, die Kugel am Tor vorbeizudreschen.

Die Auswechslung des angeschlagenen Augsburger Kapitäns Daniel Baier in der 39. Minute war ansonsten die einzig berichtenswerte Szene aus Halbzeit eins. 36 Minuten lang biss Augsburgs Leader nach dem Pressschlag mit Wendell in der 3. Minute auf die Zähne. Dabei sprang die Kugel an den Kopf von Baier und traf ihn am Auge. Nach einem kurzen Blick in die Sterne war es für ihn erstmal weitergegangen.

Das Osterfeuer brennt

Nach der Pause sorgte Philipp Max (46. Minute) für den ersten Aufreger, als er seinem Gegenspieler Retsos von hinten in die Beine sprang. Schiri Frank Willenborg ließ Gnade vor Recht ergehen und zeigte nur die gelbe Karte. Es war das erste Foul von Max, das war vielleicht das entscheidende Argument zugunsten des Augsburgers.

War die taktische Marschrichtung in der ersten Hälfte noch das Einlullen des Gegners, versuchte Augsburgs Trainer Baum, seinen ehemaligen Chef zu überraschen, und ließ seine Jungs nun angreifen. Leider brauchte, der ansonsten sehr starke, Caiuby zu lange beim Abschluss. So konnte Aranguiz zur Ecke klären (48.). Eine für seine Statur ungewöhnliche Gelenkigkeit bewies Martin Hinteregger – ansonsten eher der Mann fürs Grobe - bei der anschließenden Ecke. Sein Schuss aus der Verrenkung, die jeden Yoga-Lehrer stolz gemacht hätte, verfehlte das linke Toreck nur knapp. Nur drei Minuten später stürmten erst Cordova und dann Caiuby allein auf das Tor von Werkself-Keeper Bernd Leno zu.

Fast die bittere Pille für den FCA

Augsburg drängte auf die Führung und eröffnete so der Bayer-Elf Räume für Konter. Aus der eigenen Hälfte stürmte Volland allein Richtung Hitz (56. Minute). Von hinten kam Hinteregger angerauscht. Meter um Meter nahm er dem Leverkusener ab. Im eigenen Strafraum hatte er ihn eingeholt und bedrängte den Stürmer so extrem, dass dieser die Chance kläglich vergab. Trotz des harten Körpereinsatzes vom österreichischen Defensivspezialisten war es ein sauberer Zweikampf und Volland versuchte auch gar nicht erst, einen Elfer zu schinden.

In der 63. Minute jubelte die BayArena. Nach einem Einwurf kam die Kugel zu Julian Brandt an der Strafraumgrenze - der nach einer Körpertäuschung von der Strafraumgrenze abzog und Leverkusens Leon Bailey fälschte unhaltbar für Hitz zum 1:0 ab. Der Unparteiische Willenborg zeigte trotz der Augsburger Proteste erstmal auf den Mittelpunkt. Erst nachdem er ein Signal aus Köln bekommen hatte, nahm Willenborg den Treffer zurück. Bailey war bei seiner Berührung im Abseits gestanden.

Auch wenn das Tor nicht gegeben wurde, war es ein Wirkungstreffer. In der Folge spielte nur noch Bayer. Das Momentum erkannten auch die beiden Trainer: so stärkte Baum mit dem Wechsel von Janker für Gregoritsch die eh schon massive Fünferkette weiter und Herrlich setzte mit Kai Havertz und Stefan Kießling auf die Brechstange.
Am Ende erkämpften sich die bayerischen Schwaben einen verdienten Punkt, da sich Leverkusen trotz spielerischer Überlegenheit zu wenig klare Torchancen erspielte.
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