FC Augsburg geht in Sinsheim gegen TSG Hoffenheim leer aus

Alfred Finnbogason traf für den FC Augsburg zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. (Symbolbild) (Foto: Alexander Heinle)

Am 11. Spieltag der Bundesliga war der FC Augsburg zu Gast bei TSG 1899 Hoffenheim. In einer stark taktisch geprägten ersten Halbzeit konnte sich weder der FCA noch die TSG in der Offensive auszeichnen. Gefährliche Aktionen im Strafraum waren rar und so war es nicht verwunderlich, dass die erste Halbzeit torlos blieb. Mit dem Führungstreffer der Hoffenheimer in der 69. Minute durch Kramaric, nahm die Partie Fahrt auf. Schlussendlich war das Tor vom eingewechselten Reiss Nelson spielentscheidend, obwohl Alfred Finnbogason zwischenzeitlich den Ausgleich erzielt hatte.

Der FCA-Trainer Manuel Baum vertraute derselben Startelf wie am vergangenen Wochenende beim 2:2 gegen Nürnberg. Zum ersten Mal im Kader stand auch der langzeitverletzte Stürmer Julian Schieber, der in den Schlussminuten zu seinem ersten Bundesligaeinsatz für die Augsburger kam. Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann hingegen veränderte sein Team gegenüber der kräftezehrenden Champions-League-Partie in Lyon auf drei Positionen. Für Florian Grillitsch, Kasim Adams und Ishak Belfodil begannen Havard Nordtveit, Leonardo Bittencourt und Adam Szalai. Etwas überraschend blieb für den Italiener Vincenzo Grifo nur Platz auf der Bank. „Ich freue mich sehr und werde mein Bestes geben“, sagte Grifo angesprochen auf seine erste Nominierung für die italienische Nationalmannschaft.


Taktisch geprägte erste Halbzeit

Einige Experten hatten ein schnelles Spiel mit hohem Pressing und vielen Torschüssen erwartet, da beide Mannschaften bei den Abschlüssen in der Statistik zu den besten in der Bundesliga zählen. Außerdem ist die Baum-Elf für ihr aggressives und hohes Verteidigen bekannt. Doch Trainer Baum und Nagelsmann überraschten in der ersten Halbzeit alle. Schon kurz nach Anpfiff war die Ausrichtung ohne Ball bei beiden Mannschaften gut zu erkennen. Beide Mannschaften verteidigten tief mit zwei Viererketten in der eigenen Hälfte und waren mehr auf Zerstörung als um den Spielaufbau bemüht. Der FCA wollte schnelle Gegenstöße vermeiden und versuchte daher die Räume eng zu machen. Und so spielten sich die Akteure meistens den Ball quer im Mittelfeld zu oder versuchten es mit langen Bällen. Ein solcher langer Ball von Jeffrey Gouweleeuw verlängerte Caiuby in der 15. Minute mit dem Kopf neben das Tor von Keeper Oliver Baumann. Die einzige nennenswerte Torchance für Hoffenheim hatte Joelinton in der 16. Spielminute per Kopfball. Doch Keeper Andreas Luthe war zur Stelle und lenkte den Ball über die Latte. Ab Mitte der ersten Halbzeit wurde der FCA immer mutiger. Doch außer ein paar ungefährlichen Abschlüssen von Finnbogason (25.) und Ja-Cheol Koo (38.) sprang nicht viel raus, dafür waren beide Mannschaften zu gut sortiert. Die beste Chance zur Führung hatte Kerem Demirbay von Hoffenheim noch kurz vor der Halbzeit mit einem Schuss außerhalb des Strafraums, den Luthe mit einer schönen Parade entschärfte.

Zweite Halbzeit offener

Nachdem die erste Halbzeit viel fußballerische Magerkost geboten hatte, begann die Zweite etwas offener und bereits nach wenigen Minuten boten sich die ersten Torchancen. Die erste hatte Marco Richter in der 49. Minute nach einem langen Ball von Koo. Die Direktabnahme des FCA-Eigengewächses landete aber in den Armen von Hoffenheims Schlussmann Baumann. Drei Minuten später verfehlte Andrej Kramaric knapp den Augsburger Kasten. Die Mannschaften traten in dieser Zeit mutiger auf und die bis dato soliden Abwehrreihen bekamen ihre Probleme.

Augsburg im Pech

In der bis dahin besten Phase der Gäste traf schließlich Finnbogason in der 65. Minute den rechten Pfosten mit einem wuchtigen Schuss. Der Nachschuss von Daniel Baier wurde abgeblockt. Und wie im Spiel gegen Nürnberg klingelte es im direkten Gegenzug. Nach dem Augsburger Pfostentreffer konterte Hoffenheim mustergültig. Der Ball gelangte trotz mehrerer Abwehrversuche zu Joelinton, der sich gekonnt im Strafraum gegen Martin Hinteregger durchsetzte und uneigennützig quer auf den völlig freistehenden Kramaric  abspielte. Der Kroate blieb vor Luthe eiskalt und versenkte den Ball.

Augsburg gleicht schnell aus

Nach dem Führungstreffer der Gastgeber zeigte sich der FCA nicht geschockt, sondern versuchte gleich nach Wiederanpfiff den Ausgleich zu erzielen. Dies gelang auch bereits nach vier Minuten. Nach einem klasse Pass von Richter in die Schnittstelle der Abwehr war Finnbogason durch und lupfte mit einem Heber den Ball gefühlvoll über Keeper Baumann hinweg ins leere Hoffenheimer Tor. Es war bereits das siebte Tor des Isländers im erst sechsten Bundesliga Spiel. So früh in der Saison hatte bisher noch kein Augsburger Spieler sieben Treffer in der noch jungen Augsburger Bundesligageschichte geschossen. Der Ausgleich war zu diesem Zeitpunkt sicherlich verdient. Und Augsburg drängte danach weiter auf den Führungstreffer. Finnbogason zwang den Hoffenheimer Keeper zu einer weiteren Parade nach einem schönen Konter in der 74. Minute. Die zweite Hälfte war deutlich lebendiger als die biedere erste Halbzeit und beide Mannschaften spielten jetzt nach vorne um den Sieg.


Nächster Rückschlag für den FCA

In der 76. Minute ein kleiner Schock für alle Augsburger Fans. Caiuby verletzte sich ohne Fremdeinwirkung in der Nähe des gegnerischen Strafraums und musste für Michael Gregoritsch ausgewechselt werden, konnte aber zum Glück das Spielfeld ohne Hilfe verlassen. Wie wichtig Caiuby für das FCA-Spiel ist machte sich bemerkbar, da nach seiner Auswechslung Augsburg nicht mehr in der Lage war, sich mit Tempo von den immer größer werdenden Druck der Hoffenheimer zu lösen. Und schließlich musste die Abwehr des FCA kapitulieren. Der gerade erst von Trainer Nagelsmann eingewechselte Joker Reiss Nelson staubte in der 84. Minute ab, nachdem Augsburgs Torhüter Luthe einen Schuss von Szalai vor Nelsons Füße abgewehrt hatte. Augsburg warf noch alles nach vorne, doch eine weitere Tormöglichkeit sollte sich nicht ergeben. Sowohl Kapitän Daniel Baier als auch der Torschütze Finnbogason waren einer Meinung: “Wir hätten es nicht verlieren müssen“. Der Isländer meinte sogar: “Es war mehr drin, wir haben in der zweiten Halbzeit die Konter nicht gut ausgespielt. Wir hätten mehr Tore machen können.“
So hatte Hoffenheim in der Schlussphase sogar mehrere Möglichkeiten den Sack zu zumachen. Doch Luthe und Hinteregger konnten schlimmeres vermeiden.

Insgesamt ist der Sieg der Hoffenheimer sicherlich etwas glücklich. Und wie Trainer Nagelsmann zugab: “Es hätte auch andersrum ausgehen können“. Augsburg kann lange Zeit mit dem Championsleagueteilnehmer mithalten und hätte einen Punkt verdient gehabt. Trotzdem bleibt es dabei, dass Augsburg in Sinsheim nicht gewinnen kann. Augsburg hat nach der Länderspielpause das schwere Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt, während die TSG Hoffenheim zu Gast im Olympiastadion bei Hertha BSC Berlin ist.
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