FC Augsburg kommt in Wolfsburg unter die Räder

Eine Bildergalerie der Saison 18/19 mit allen ihren Hoch-und Tiefpunkten und den Veränderungen während der Saison (Foto: Bilder von Alexander Heinle, Patrick Bruckner, Valterio D'Arcangelo)

Am letzten Spieltag traf der FC Augsburg auswärts auf den Europa League Anwärter Wolfsburg. Während die bayerischen Schwaben bereits das Saisonziel Klassenerhalt erreicht hatten, ging es für den VfL Wolfsburg um den Einzug in die Europa League. Genau so konzentriert agierte der VfL von Beginn an und führte bereits zur Pause deutlich mit 3:0. Nach der Pause wurde es für den FCA noch bitterer und letztendlich verloren die Fuggerstädter völlig verdient mit 8:1. Dies stellt gleichzeitig die höchste Niederlage des FCA in der Bundesliga dar.

FCA Trainer Martin Schmidt stellte gegenüber der Heimniederlage gegen Hertha BSC Berlin viermal um. Für die verletzten Philipp Max (Gehirnerschütterung) und Ja-cheol Koo (Adduktorenprobleme) durften Simon Asta (Saisondebüt) und Christoph Janker (letztes Bundesligaspiel für den FC Augsburg) ran. Auch Georg Teigl und Jan Morawek (beide Bank) mussten für Dong-won Ji (letztes Bundesligaspiel für den FC Augsburg) und Michael Gregoritsch weichen. Weiter nicht im Kader die langzeitverletzten Alfred Finnbogason und Raphael Framberger. Ran Khedira und Konstantinos Stafylidis standen ebenso nicht zur Verfügung und so agierte Augsburg mit einer Notelf.

Auch Wolfsburgs Trainer Bruno Labaddia musste nach der bitteren Pleite gegen Stuttgart drei Mal wechseln. Für Renato Steffen, der wegen muskulärer Probleme ausfiel, Josuha Guilavogui (Gelbsperre) und Felix Klaus (Bank) standen Jérôme Roussillon, Elvis Rexhbecaj und Daniel Ginczek in der Anfangsformation.

Während der VFL noch Chancen auf die direkte Qualifikation in die Europe League hatte, ging es bei den Schwaben nur darum, die Saison würdig abzuschließen. Schließlich war man ja seit gut drei Wochen bereits gerettet. Als zusätzliche Motivation galt es, den runden Geburtstag des FCA-Kapitän Daniel Baier (35) gebührend zu feiern.

Trotz der vielen wichtigen Ausfälle kam der FC Augsburg gut in die Partie und verzeichnete in der 11. Minute den ersten Abschluss mit Gregoritsch. Zuvor hatte der VfL vergeblich einen Elfmeter gefordert, nachdem Reece Oxford bei einem Eckball mit Wout Weghorst aneinander geraten war. Doch Schiedsrichter Felix Zwayer entschied nach Betrachtung der Szene in der Review Area nicht auf Strafstoß. Im weiteren Spielverlauf wurde Wolfsburg immer druckvoller und nahm zunehmend das Zepter in die Hand. Augsburg verlagerte das Spiel nur noch auf Konter, doch Wolfsburg konnte zunächst nicht Kapital daraus schlagen. Lediglich ein harmloser Schuss aus der Distanz von Rexhbecaj (19.) sprang letztendlich raus. Bislang eine solide und unspektakuläre Leistung des FCA.


Weghorst mit Doppelpack

Doch bereits eine Minute später stand es bereits 1:0. Nach einer Flanke von Rexhbecaj behinderten sich Keeper Gregor Kobel und Jeffrey Gouweleeuw. Nutznießer dieser Situation war Weghorst, der das Leder eroberte und ins Augsburger Tor einnetzte. Nach dem Spiel erklärte Julian Schieber (später eingewechselt), dass ein Grund der Niederlage die vielen individuellen Fehler der Mannschaft gewesen seien. „Wir kassieren zu viele einfache Tore“, sagte er im Interview mit Heiko Löbhard. Nach dem Tor erwartete man eine Reaktion des FCA. Diese fiel jedoch komplett aus, im Gegenteil: Die Labbadia-Elf kontrollierte komplett das Spielgeschehen und machte weiter Druck. In der 37. Minute erhöhte Weghorst die Führung für den VfL. Nach einer Flanke von Admir Mehmedi traf der Stürmer per Volleyabnahme. Kurz vor der Pause bereits die Entscheidung zugunsten des VfL Wolfsburg. Nach einer Ecke von Maximilian Arnold köpfte Robin Knoche in der 41. Minute ins Tor. Auch in dieser Situation sah Inneneverteidiger Gouweleeuw nicht gut aus. Insgesamt eine schwache Vorstellung des Holländers, der zur Halbzeit angeschlagen ausgewechselt wurde. Für ihn kam Kevin Danso ins Spiel.


Augsburg kommt etwas entschlossener aus der Kabine

Nicht nur Gouweleeuw sondern auch Janker wurden zur Halbzeit ausgewechselt. Moravek sollte im Mittelfeld für mehr Impuse sorgen. Und so versuchte Augsburg Anfang der zweiten Halbzeit, mehr nach vorne zu spielen. Genau wie in Halbzeit eins, hatte zunächst Augsburg den etwas besseren Start und verzeichnete mit Marco Richter den ersten Abschluss (52.). Danach aber verlagerte sich das Spielgeschehen nur noch in die Hälfte des FCA. Die neu formierte Abwehr mit Jonathan Schmid (als rechter Verteidiger links spielend), Danso und Oxford als Innenverteidiger (beide sehr jung) und Debütant Asta entpuppte sich das eine oder andere Mal als überfordert. Wenig Hilfe kam auch vom Mittelfeld, wo Khedira schmerzlich vermisst wurde. Hinzu kam eine sehr hungrige VfL-Mannschaft, die sogar mit den richtigen Ergebnissen und einer guten Tordifferenz an den Championsleagueplätzen schnupperten. Letzendlich fehlte im Schlussspurt der Labbadia-Elf aber ein Tor zu Platz fünf.


Drei Tore in fünf Minuten

Trotz der Bemühungen des FCA war die zweite Halbzeit und teilweise die erste Halbzeit nicht mehr bundesligatauglich. Schlussendlich erhöhte der VfL innerhalb von nur fünf Minuten das Ergebnis auf 6:0. Für die Wolfsburger trafen Weghorst (55.) Ginczek (57.) und Rexhbecaj (60.) und offenbarten alle Schwächen der FCA-Abwehr. Der FCA steuerte somit auf die höchste Niederlage seiner Bundesliga-Geschichte hin. Nach dem Spiel rang Kapitän Baier nach Worten, um die Niederlage zu erklären. „Ich hoffe das war ein Warnschuss für die nächste Saison“ und letztendlich „können wir froh sein, dass die Saison vorbei ist“. Der eingewechselte Stürmer Schieber fand noch deutlichere Worte: „Ich habe mich auf dem Platz geschämt“. Trainer Martin Schmid war von der Vorstellung seiner Elf „schwer enttäuscht“ war sich aber sicher, dass bis zur nächsten Saison alles aus den Köpfen seiner Jungs raus ist.

Saisonabschluss mit fadem Beigeschmack

Nachdem das Spiel bereits deutlich entschieden war, brachten beide Trainer neue Kräfte. Der eingewechselte Schieber traf für den FCA-Augsburg erstmalig (82.), konnte sich aber über sein Tor nicht so richtig freuen. Bereits drei Minuten später erhöhte der VfL mit Josip Brekalo (85.) erneut und stellte den alten Abstand wieder her. Den Schlussstrich unter einen insgesamt verkorksten Auftritt zog Danso, der mit einem Eigentor das Endergebnis besiegelte. Mit 8:1 verlor der FCA und stellte somit einen Negativrekord auf. Streng genommen war man mit dem Ergebnis sogar noch gut bedient. Die Labbadia-Elf hätte durchaus zweistellig gewinnen können und dadurch sogar Platz Fünf erreichen können.
Mit 71 Toren stellt der FCA zusammen mit Hannover 96 die schlechteste Abwehr der Liga dar. Wir können nur hoffen dass die nächste Saison besser verläuft, denn es wird nächstes Jahr schwer werden, drei Mannschaften zu finden, die schlechter als der FCA dieser Saison sind. Wie Kapitän Baier sagte: "Es ist etwas besonderes, am Samstagnachmittag spielen zu dürfen" und alle FCA-Fans hoffen, dass es noch lange so bleibt.
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