FC Augsburg mit knapper Niederlage in Bremen

Trotz Doppelpack und einer kämpferischen Leistung ging es ohne Punkte zurück aus Bremen (Foto: Alexander Heinle)

Am drei Spieltag war der FC Augsburg zu Gast im Weserstadium bei Werder Bremen. In der ersten Halbzeit entwickelte sich ein temporeiches Spiel. Bereits nach 6. Minuten gingen die Hanseaten durch Yuya Osako in Führung. Kurz darauf konnte Ruben Vargas per Kopf für die Fuggerstädter den Ausgleich erzielen (12.). Doch Werder ging noch in der ersten Halbzeit sehenswert durch Josh Sargent in Führung (21.). Letztendlich spielentscheidend war die Ampelkarte für Stephan Lichtsteiner in der 34. Minute. Zwar konnte Vargas kurz nach der Halbzeit den Ausgleich mit einem Blitztor markieren, doch war schließlich das 3-2 von Osako verdient.

Trainer Martin Schmidt nahm nach dem Heimspiel gegen Union Berlin nur zwei Änderungen an seiner Startformation vor. Für den angeschlagenen Caros Gruezo und André Hahn (beide Bank) begannen Felix Uduokhai und Marco Richter. Abwehrspieler Uduokhai war erst diese Woche vom VFL Wolfsburg kurzfristig verpflichtet worden. Der U21 Nationalspieler kennt den Augsburger Trainer noch von seiner Zeit aus Wolfsburg. Somit konnte Augsburg den Wunschspieler des Trainers verpflichten, der sofort in die Startelf rückte.

Auch Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt wechselte auf zwei Positionen und auch hier rückte ein gerade erst verpflichtete Spieler sofort in die Startelf. Für den verletzten Ömer Toprak (Wade) begann der unter der Woche von Borussia Mönchengladbach verpflichtete Rechtsverteidiger Michael Lang. Für den Gelb-Rot-gesperrten Johannes Eggestein begann Sargent im Sturm.

Bremen eiskalt

Das Spiel begann temporeich und rasant. Beide Mannschaften beide spielten ohne große Absicherung munter nach vorne und hielten sich nicht lange im Mittelfeld auf. Es entwickelte sich ein Spiel mit vielen Torraumszenen. Bereits in der 6. Minute fiel das Tor für die Hanseaten. Die neu formierte Abwehr des FCA stand nach einem Steilpass von Niclas Füllkrug völlig falsch da. Osako machte sich von der Mittellinie auf und davon und überwand den herausstürmenden Keeper Tomas Koubek.
Dabei war der Start des FCA gar nicht so schlecht gewesen. Bis zum 1:0 hatte im Weserstadion nur der FCA gespielt, Bremen war bis dato gar nicht über die Mittellinie gekommen.

Trotz des Rückstandes machte der FCA einen guten Eindruck und knüpfte an die ersten Minuten an. Bereits in der 10. Minute hatte Vargas die Riesenchance zum Ausgleich doch ihm versagten vor Jiri Pavlenka die Nerven. Besser machte es der Schweizer ein paar Minuten später als er eine Hereingabe von Landsmann Lichtsteiner unhaltbar ins Bremer Tor köpfte.

Auch Bremen zeigte sich vom Augsburger Ausgleich wenig beeindruckt. Bereits die nächste Chance wurde eiskalt zur erneuten Führung ausgenutzt (21.). Einen langen Ball von Nuri Sahin in die Spitze auf Sargent konnte der Stürmer über den Augsburger Keeper Koubek lupfen und dann eiskalt vollstrecken.


Lichtsteiner sieht rot

Nach der erneuten Führung riss Werder zunehmend das Spiel an sich. Die Folge war die frühe Ampelkarte für Lichtsteiner. Nachdem er bereits in der 23. Minute wegen eines Remplers gegen Davy Klaassen zu Recht die gelbe Karte gesehen hatte, lief er in der 34. Minute Füllkrug unglücklich in die Hacken. Die Konsequenz war die gelb-rote-Karte. Für den erfahrenen Schweizer eine harte wenn auch vertretbare Entscheidung. In Unterzahl musste sich der FCA zunächst neu ordnen und Bremen spielte ihre Überzahl zunächst gekonnt aus. Bis zur Pause ließ der Bremer Sturm mit Füllkrug (37.) und Osako (41.) reihenweise gute Möglichkeiten liegen. Irgendwie rettete sich der FCA mit dem schmeichelhaften Ergebnis von 2:1 in die Pause.
Trainer Martin Schmidt reagierte in der Pause und brachte Marek Suchy für den erneut blassen Michael Gregoritsch.

Blitztor von Vargas nach 52 Sekunden

Offenbar waren einige Spieler von Werder noch mit den Köpfen in der Kabine, denn nach nur 52 Sekunden nach Wiederanpfiff schoss Vargas zum 2:2 ein. Florian Niederlechner hatte einen langen Ball von Richter frei vor dem Kasten quer gelegt, wo ihn der Vargas nur über die Linie bugsieren musste. Der dritte Treffer des Schweizers in den letzten zwei Spielen.

Aufgrund der Unterzahl versuchte es Augsburg in der zweiten Halbzeit oft mit langen Bällen auf die einzige Spitze Niederlechner. Zunächst schien Bremen den Schock des Ausgleichs nicht zu verdauen aber ab der 65. Minute konnte Werder den Druck wieder erhöhen. Nur noch selten konnten sich die Schwaben befreien. Wie Ende der zweiten Halbzeit vergab Bremen einige hochkarätige Chancen bis zur 67. Minute als Osako eine Flanke von Marco Friedl direkt volley nahm. Gegen den wuchtigen Schuss des Japaners hatte Koubek erneut das Nachsehen.

Nach der erneuten Führung der Hanseaten versuchte in der letzten Viertelstunde der FCA noch einmal alles um den Ausgleich zu erzielen und erhöhte das Risiko. Ein offener Schlagabtausch, wobei beide Abwehrreihen große Defizite aufwiesen, war die Konsequenz. Sowohl das 4:2 als auch das 3:3 hätte in dieser Phase fallen können. Die Hereinnahme von Alfred Finnbogason in der 73. Minute brachte neuen Schwung in den Offensivaktionen der Fuggerstädter. Der Isländer hatte in der 76. Minute die Chance zum Ausgleich doch sein Kopfball flog knapp über den Kasten von Pavlenka. Doch die größte Chance zum Ausgleich hatte Niederlechner in der 82. Minute als er mit einem Distanzschuss nur den rechten Pfosten traf. Im Gegenzug hätte Osako in der 78. Minute oder Sargent in der 80. Minute nach einen der vielen Konter das Spiel entscheiden können. Trotz größter Bemühungen und viel Kampf rettete Bremen den Sieg über die Zeit und fuhr somit den ersten Dreier der Saison ein. Beide Abwehrreihen machten alles andere als einen geordneten Eindruck und es hätten noch viel mehr Tore fallen können. Um in der Bundesliga Punkte zu sammeln muss unbedingt die Abwehr stabiler werden.


Nach der Länderspielpause wird es nicht einfacher, denn am Samstag spielt Augsburg daheim gegen die Eintracht aus Frankfurt, während Bremen zu Gast bei Union Berlin ist.
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