FC Augsburg mit Vereinsnegativrekord: Hinteregger findet "nichts Positives" an Trainer Baum

Vergeblich versuchte Trainer Manuel Baum dem Team den Weg zum Sieg zu weisen. (Foto: Archiv)

Nach der verdienten 0:2 Niederlage in Gladbach wird das Eis für den FC Augsburg und Trainer Manuel Baum im Abstiegskampf immer dünner. Die Niederlage war bereits das zehnte sieglose Spiel in Serie und bedeutet einen neuen negativen Vereinsrekord. Hoffnung können Fans und Verantwortliche des FCA höchstens aus der Tatsache schöpfen, dass sich der FC Nürnberg und Hannover 96 genauso desaströs präsentieren und man selbst, zumindest aktuell noch, am rettenden Ufer steht. Angst machen dagegen die eigene Unfähigkeit sich Torchancen herauszuspielen, das fehlende Aufbäumen gegen die Niederlage und der bereits sechs Punkte betragende Abstand zu Rang 14. Auf dem Platz war nach dem 0:1 bei den Augsburger Spielern viel Resignation zu sehen.

Von der ersten Minute an drängten die Gladbacher auf die Führung. Beinahe hätte es bereits in der 2. Minute im Augsburger Tor geklingelt. Nach einer scharfen Hereingabe von Oscar Wendt, dem späteren Torschützen zum 1:0, konnte Gregor Kobel, der neue im FCA-Tor, nur hauchdünn vor Gladbachs Stindl klären. Die nächste hochkarätige Chance der Fohlen hatte der ehemalige Augsburger Ibrahima Traoré. Zuerst vernaschte er im Strafraum mit einer Körpertäuschung Stafylidis und Hinteregger, ging dann drei Schritte aufs Tor zu bevor er hart abzog - Kobel reagierte mit einem großartigen Reflex. Den Abpraller setzte erneut Traoré übers Tor. Gladbach blieb am Drücker, aber versiebte eine gute Chance nach der anderen. Nach 41 Minuten stellte Moravek im eigenen Strafraum Neuhaus ein Bein und Schiedsrichter Osmers zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt - eine fragwürdige Entscheidung! Kobel parierte den schwach geschossenen Elfmeter von Jonas Hofmann und die Gladbacher ließen auch diese Chance verstreichen.

In der ersten Halbzeit fand Augsburg fast nicht statt und das Unentschieden war höchst schmeichelhaft. Gladbach führte 9:1 nach Torschüssen.

Nur ein kurzes Lebenszeichen

Zu Beginn des 2. Durchgangs stand Augsburg etwas besser und schaffte es, den Spielrhythmus der Fohlen durch Unterbrechungen und Tempowechsel zu stören. Ein erstes offensives Lebenszeichen kam in der 48. Minute vom Defensivspezialisten Hinteregger, der nach einem langen Ball das Außennetz traf. In der Folge blieb es bei Halbchancen, die nichts weiter einbrachten. Bis zur Gladbacher Führung in der 78. Minute durch Wendt gelang es dem FCA, die Gladbacher in Schach zu halten. Eine Flanke des Gladbachers Michael Lang faustete der bis dahin so starke Kobel direkt zu Wendt. Der stoppte den Ball mit der Brust und netzte ins rechte Eck ein.

Das Gegentor schockte das Team von Trainer Manuel Baum. Statt aufzubäumen resignierten die Augsburger Spieler. Die einzige Chance auf einen Lucky Punch vergab André Hahn in der 87. Minute. Die letzte Hoffnung auf einen Punktgewinn in der Fremde machte Patrick Herrmann zunichte, als er die Kugel in der 92. Minute aus 22 Metern Entfernung in den linken Winkel nagelte.

Baum gibt Schiedsrichter die Schuld

Nach dem Spiel suchte Trainer Manuel Baum die Schuld für die Niederlage bei Schiedsrichter Harm Osmers. Er hatte beim ersten Gegentor eine passive Abseitssituation gesehen und sprach dem Unparteiischen jeglichen Fußballverstand ab. Nach zehn nicht gewonnenen Spielen in Serie wäre es besser gewesen, die Fehler bei sich oder der Leistung seiner Spieler zu suchen - dort gab es einige echte Fehler zu finden. Das Problem des FCA ist es, dass die Spieler den Ball nicht halten können. Nach zwei oder drei Stationen ist die Kugel zumeist wieder weg. Darum gelingt es auch nicht, eigene Torchancen herauszuspielen, die nicht auf Einzelaktionen oder Zufällen beruhen. Das ist das Versäumnis von Trainer Manuel Baum.

Anscheinend stehen nicht alle Spieler bedingungslos hinter dem Trainer - so fand Hinteregger nach dem Spiel im Interview mit dem BR klare Worte: „Die Abwärtsspirale geht jetzt schon ein Jahr. Das ganze Jahr 2018 ist die Kurve eigentlich schon nach unten gegangen. Ich kann nichts Positives über ihn sagen - und werde auch nichts Negatives sagen.“ Nicht gerade ein Vertrauensbeweis für den Trainer - auch wenn Reuter sich weiter schützend vor ihn stellt.
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