FC Augsburg nimmt einen Punkt aus Berlin mit - Baum zufrieden mit dem Ergebnis

Erzielte den Ausgleichstreffer für den FC Augsburg: Ja-Cheol Koo (Foto: Symbol-Bild Alexander Heinle)

Am 16. Spieltag trat Augsburg auswärts gegen Hertha BSC Berlin im Olympiastadion an. Die erste Halbzeit wurde mit offenem Visier ausgetragenen und Augsburg sollte früh durch ein Kopfballtor von Martin Hinteregger (8.) in Führung gehen. Binnen drei Minuten dreht Hertha (28. und 31.) mit Leckie und Duda das Spiel. Ja-Cheol Koo konnte noch vor der Halbzeit (39.) den Ausgleich erzielen. Die zweite Hälfte des Spiels war deutlich taktisch geprägt. Keiner der beiden Mannschaften sollte noch ein Tor gelingen. Augsburg bleibt damit zum siebten Mal in Folge sieglos.

FCA Trainer Manuel Baum musste gegenüber dem letzten Spieltag zweimal verletzungsbedingt umstellen. Für Innenverteidiger Jeffrey Gouweleeuw und Mittelfeldspieler Marco Richter feierten Kevin Danso und Dong-Won Ji ihr Startelfdebüt in dieser Saison. Kapitän Daniel Baier, der letzte Woche noch angeschlagen war und während der Partie gegen Schalke noch ausgewechselt wurde, meldete sich rechtzeitig fit.
Auch Hertha-Coach Pal Dardai nahm nach der Niederlage in Stuttgart drei Wechsel vor. Für Darida, Skjelbred und Ibisevic, die ihren Platz auf der Ersatzbank fanden, begannen Pekarik, Maier und Duda.

Augsburg geht mit Hinteregger früh in Führung

Augsburg versuchte wie schon oft diese Saison früh anzulaufen und zu pressen, um die Hertha beim Spielaufbau zu stören. Hertha hingegen agierte im Mittelfeld mit einer Raute und zwei Spitzen. Die erste Torannäherung hatten die Berliner, die auch den besseren Start erwischten und in den ersten Minuten schwungvoller agierten. In der dritten Minute flankte Leckie zu seinem Sturmpartner Selke, der jedoch aus schwieriger Position den Ball nicht entscheidend aufs Tor lenken konnte. Auch Augsburg versuchte nach vorne zu Spielen und hatte in der 5. Minute seinen ersten Abschluss mit Michael Gregoritsch. Nach einem Fehlpass von Duda kurz vor dem Strafraum zögerte der Österreicher nicht lange und versuchte sein Glück aus der Distanz. Sein Fernschuss aus guter Position landete aber weit über die Latte. Kurz darauf gingen die Fuggerstädter nach einer Ecke in Führung. Die Flanke von Jonathan Schmid erreichte auf dem zweiten Pfosten Hinteregger, der den Ball wuchtig zwischen Leckie und Mittelstädt in den Torwinkel köpfte. Die Führung gab den bayrischen Schwaben Sicherheit, so dass von Hertha bis zur Mitte der ersten Halbzeit keine Gefahr ausging.


Hertha dreht das Spiel binnen drei Minuten

Mitte der ersten Halbzeit kamen die Berliner besser ins Spiel und versuchten es gleich mehrmals aus der Distanz doch Andreas Luthe war zur Stelle (23.). Kurz darauf der Ausgleich in der 28. Minute durch Selke. Nach einem Kopfballduell mit Selke blieb Hinteregger verletzungsbedingt liegen und dann ging es für die FCA Abwehr zu schnell. Der Australier Leckie schoss aus knapp 12 Metern durch die Beine des herausstürmenden Keeper Luthe. Durch den unglücklichen Zusammenprall hatte sich Hinteregger so schwer verletzt, so dass der Österreicher außerhalb des Spielfeldes behandelt und in der Halbzeitpause ausgewechselt werden musste. Die Hauptstädter nutzten die Überzahl gnadenlos aus. Direkt nach Wiederanpfiff und noch bevor Hinteregger wieder das Spielfeld betreten konnte, drehte Hertha das Spiel. Der FCA Verteidiger Philipp Max in seinem 100. Bundesligaspiel verlor gegen Lazaro unglücklich den Ball und leitete den Konter ein. Der Herthaner nahm nach der Balleroberung im Mittelfeld Fahrt auf und schloss halbrechts im Strafraum wuchtig ab. FCA Keeper Luthe konnte den strammen Schuss mit einem super Reflex noch gerade so nach vorne Abklatschen lassen. Doch der Nachschuss von Duda rutschte dem FCA Torwart unter dem Arm durch und kullerte ins Tor. Aus Sicht des Keepers ein sehr unglückliches Tor in der 31. Minute.
Trotz des Rückstandes steckte Augsburg nicht auf und kam in der 39. Minute zum verdienten Ausgleich nach einer sehr schönen Kombination zwischen den Isländer Finnbogason und dem Südkoreaner Koo. Die zwei kombinierten sich mit einem Doppelpass bis in dem Fünfmeterraum, wo Koo reaktionsschnell mit der Pike in das lange Eck traf. Das war erst der zweite Schuss auf das Tor der Herthaner. Der Anschlusstreffer brachte den Hertha Trainer auf die Palme. Wie er nach dem Spiel zugab: „Das muss man akzeptieren, denn wir haben wieder zwei Tore hergeschenkt. Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt“.


Keine Chancen in der zweiten Halbzeit

Für den angeschlagenen Innenverteidiger Hinteregger kam in der Halbzeit Jan Moravek auf die Sechserposition. Dafür rückte Khedira in die Innenverteidigung. Der FCA hatte in der zweiten Halbzeit deutlich mehr Ballbesitz und gewann auch zunehmend mehr Zweikämpfe, konnte aber aus dieser optischen Überlegenheit kein Kapital schlagen. Hertha kam bis auf die Schlussphase auch nicht mehr zu zwingenden Chancen, auch weil das Spielfeld im Olympiastadion nicht mehr bundesligatauglich war. Es entwickelte sich eine kampfbetonte und taktisch geprägte zweite Halbzeit. Beide Trainer versuchten mit neuen Offensivkräften die Wende herbeizuführen. Trainer Baum wechselte Stürmer Cordova und Ex-Herthaner Julian Schieber ein. Pal Dardai versuchte es mit Hertha-Kapitän Ibisevic (73.). Doch in den Strafräumen tat sich nicht mehr viel, einzig der Bosnier kam noch zu einer kleineren Kopfballgelegenheit in der 84 Minute, die Luthe keine größere Mühe bereitete. So blieb es bei einem leistungsgerechten Unentschieden. Der FCA kann also zum siebten Mal in Folge nicht gewinnen und verspielt zum sechsten Mal diese Saison eine Führung.

Trotzdem schien Trainer Baum nicht unzufrieden mit dem Ergebnis. Nach dem Spiel sagte er im Interview: „Wir haben zwar gut gegen den Ball verteidigt, aber das Spiel mit Ball hat zu wünschen übrig gelassen. Nach der Führung war es bitter, dass wir innerhalb von drei Minuten in Rückstand geraten sind. Die Reaktion der Mannschaft ist aber mit dem 2:2 gelungen. In der zweiten Halbzeit waren wir mehr mit Verteidigen beschäftigt, obwohl wir nach vorne spielen wollten. Der Punkt geht aus unserer Sicht aber in Ordnung."

Am letzten Spieltag der Hinrunde spielt der FCA am Sonntag gegen VfL Wolfsburg, während die Hertha auswärts bereits am Samstag bei Bayer Leverkusen antreten muss.

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