FC Augsburg nur mit Remis beim Lieblingsgegner FC Köln

(Foto: Alexander Heinle)

Ein nichtgegebener Elfmeter, ein vergebener Elfmeter, vier Gelbe und zwei Gelb-Rote Karten und ein stark aufspielender FC Augsburg prägten die ersten 45 Minuten. Dass es am Ende nichts wurde mit dem zweiten Augsburger Auswärtssieg der Saison, haben sich die Gäste aus der Fuggerstadt selbst zuzuschreiben. Die Mannschaft von Trainer Martin Schmidt ruhte sich in der zweiten Spielhälfte auf der 1:0 Führung zu sehr aus und erspielte sich in der Folge zu wenig gute Tormöglichkeiten und diese wurden dann auch noch kläglich vergeben.

 Beim Heimdebüt des neuen Kölner Trainers Markus Gisdol starteten die Gastgeber mit druckvollen Angriffen. Die erste Chance hatte in der 5. Minute Terodde. Nur wenige Sekunden später reklamierten Dominick Drexler und die Kölner Elfmeter. Drexler war nach Frambergers leichtem Zupfer theatralisch zu Boden gegangen. Der Hamburger Schiedsrichter Tobias Stieler und auch der Videoassistent verweigerten den Kölnern jedoch den Elfer – zu Recht. Direkt beim nächsten Augsburger Angriff brachte der Kölner Verteidiger Czichos Niederlechner im eigenen Strafraum zu Fall. Was dem FCA einen Strafstoß, Schiedsrichter Stieler wütende Proteste der Kölner und Czichos eine gelbe Karte einbrachte. Der für Marko Richter in die Startelf gerückte Andre Hahn scheiterte in der 9. Minute mit seinem schlecht platzierten Schuss, im Duell aus elf Metern, am Kölner Keeper Timo Horn. Dies sollte nicht die letzte unglückliche Aktion des Augsburger Angreifers sein.
Es entwickelte sich eine temporeiche und intensiv geführte Partie mit vielen Zweikämpfen. Bei den Rheinländern waren nach 20 Minuten schon drei Akteure mit Gelb verwarnt. Die Augsburger stellten sich nun immer besser auf den Gegner ein und übernahmen langsam aber sicher das Kommando. Die besten Augsburger Chancen vergab Vargas in der 27. Und 31. Minute.

Trotz des frühen Wechsels beim FCA, Lichtsteiner ersetzte Framberger (27.), wurde der Druck auf den FC Köln immer größer. Der FC aus Köln konnte sich immer seltener aus der Umklammerung befreien und schwächte sich dann auch noch selbst. Nach einem schlechten Rückpass von Jakobs auf Czicho, riskierte der Kölner Verteidiger Kopf und Kragen, brachte erneut Niederlechner zu Fall und kassierte die Ampelkarte (39.). Eine Minute vor der Pause wurde die numerische Überlegenheit Augsburgs wieder egalisiert, als Hahn beim Versuch, den Ball wegzuschlagen, Drexler traf und ebenfalls Gelb-Rot sah. Nach vergebenem Strafstoß ein gebrauchter Tag des Offensivspielers. Das sah auch Augsburgs Kapitän Daniel Baier so, der Hahn für seine Unbesonnenheit schimpfte.
Ganze fünf Minuten hatte der FC Augsburg für sein Powerplay und wusste diese zu nutzen. Erst verpasste Augsburgs Sergio Cordova Hahns Flanke artistisch, bevor Max mit der Kugel die Kölner Defensivreihe wie mit einem Skalpell durchschnitt und im Fünfer den heranstürmenden Niederlechner fand, der nur noch den Fuß zur 1:0 Führung hinzuhalten brauchte (43.).

Köln wittert Morgenluft

Der Augsburger Platzverweis hauchte dem Kölner Glauben an ein Comeback neues Leben ein. Dementsprechend motiviert kam der FC aus der Kabine und hätte beinahe durch Bornauw (50.) den Ausgleich erzielt. Auf der anderen Seite hatte erneut Vargas, der zweite an diesem Tag unglücklich agierende Augsburger, die Chance auf 2:0 zu erhöhen (54.). Doch sein Dropkick wurde von Kölns Keeper Horn über die Latte gelenkt.
In der Folgezeit raubte Augsburg mit langen Ballstafetten dem Kölner Angriffswirbel den Schwung und lullte sich mit dieser wenig zielstrebigen Spielart auch selbst ein. Mit der Einwechslung des Kölner Jhon Cordoba für Anthony Modeste (64.) verpuffte diese Strategie zusehends. Der bullige Cordoba entwickelte sich zu einem permanenten Unruheherd in der Augsburger Defensive. Nun war es Augsburg das immer mehr ins Schwimmen geriet und Köln kam durch Kainz (71.), Terodde (71.) und Cordoba (74.) zu guten Chancen. Die Gäste aus Süddeutschland fanden nur noch wenig Möglichkeiten zur Entlastung. Die Beste vergab aber nach einer Max-Ecke - der vollkommen freistehende Vargas, der aus fünf Metern daneben köpfte und die Vorentscheidung (78.) verpasste.

Die Kölner drängten weiter auf das 1:1 - und es sollte in der 86. Minute auch fallen: Nach einem Fehlpass von Max schlug Hector einen weiten Ball über die aufgerückte Augsburger Defensive und fand Cordoba. Koubek kam unnötigerweise aus seinem Tor heraus und der Kölner umspielte den Keeper rechts am Sechzehner und traf dann durch Gouweleeuws Hosenträger zum 1:1-Endstand ins verwaiste Tor (86.).

Unnötige Punkteteilung

Der unnötige Platzverweis von Andre Hahn, Vargas´ Chancenwucher und die zu passive Spielweise im zweiten Spielabschnitt ermöglichten den Kölnern den am Ende verdienten Ausgleich. Schade, da wäre mehr drin gewesen und man hätte sich weiter von unten absetzen können.
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