FC Augsburg vermasselt Freiburg die Tabellenführung

Mit 2 Vorlagen und drei Toren ist der ex Freiburger bester Scorer der Augsburger und traf sogar gegen seinen ex Verein und verhinderte die Tabellenführung der Breisgauer. (Foto: Stadtzeitung Redaktion)

Am 5. Spieltag gleich nach der Länderspielpause trennten sich der FC Augsburg und der SC Freiburg mit einem 1:1-Unentschieden. Zu Spielbeginn machten die Breisgauer sehr viel Druck, vor allem auf ihrer linken Seite und gingen verdient mit Höler in Führung. Mit dem Vorsprung erlangten die Freiburger zumindest vorübergehend die Tabellenspitze. Doch konnte der FCA noch in der ersten Halbzeit ausgleichen, denn Niederlechner traf in der 39. Minute nach einer sehr sehenswerten Kombination zum 1:1-Halbzeitstand. Die zweite Hälfte war deutlich weniger attraktiv als die Erste und Torchancen waren Mangelware. In der Schlussphase traf Freiburg zweimal den Pfosten und der FCA rettete irgendwie das Remis über die Zeit.

Trainer Martin Schmidt stellte seine Startelf nach dem 2:1-Heimsieg gegen Frankfurt zweimal um. Der gelb-rot gesperrte Routinier Stephan Lichtsteiner kehrte für Framberger, der seine Sache gegen Frankfurt sehr gut gemacht hatte, in die Startelf. Überraschenderweise erhielt Andre Hahn den Vorzug vor Richter, der nur auf der Bank saß. Weiterhin nicht im Kader war Kapitän Baier, der noch seine Wadenverletzung auskurieren sollte, für ihn rutschte wieder Jan Moravek in die Startelf.

Freiburgs Trainer Christian Streich schickte hingegen die Elf auf den Platz, die gegen die TSG Hoffenheim in Sinsheim souverän mit 3-0 gesiegt hatte.

Rechte Abwehrreihe des FCA anfällig

Die Breisgauer begannen sehr druckvoll in die erste Halbzeit und wollten sofort klarmachen, wer der Herr im Schwarzwald-Stadion ist. Zudem winkte bei einem Sieg zumindest die vorübergehende Tabellenführung. Die meisten Angriffsbemühungen liefen über die starke linke Seite der Freiburger, wo Lichtsteiner und Hahn große Probleme hatten vor allem Günter in den Griff zu bekommen. Umso weniger überraschend wurde der erste Torabschluss in der 4. Minute genau auf dieser Seite eingeleitet. Nach einem Querpass von Günter schloss Petersen direkt aus 12 Metern ab, doch Augsburgs Torwart Koubek hielt seinen Kasten zunächst sauber.

Auch bei den Fuggerstädtern ging in der Anfangsphase viel über die linke Seite, wo Vargas viel herumwirbelte. Insgesamt hatte aber Freiburg deutlich mehr Spielanteile und kontrollierte insgesamt das Spiel. Augsburg wurde tief zurückgedrängt und versuchte selbst bei Balleroberungen schnell zu kontern, wie in der 8. Minute als Heintz den Ball im eigenen Strafraum verlor und Niederlechner schnell abschloss jedoch das Tor weit verfehlte.

In der 15. Minute hatte Freiburg die Riesenchance zur Führung nach einem Eckball. Dabei kam Koch aus fünf Metern frei zum Kopfball. FCA-Torhüter Koubek konnte den aus kurzer Distanz geköpften Ball nur nach vorne abprallen lassen. Beim Abpraller reagierte Frantz am schnellsten. Doch sein Schuss aus elf Metern wurde von Finbogasson noch abgefälscht und landete irgendwie in den Armen vom Augsburger Keeper.
Nach der ersten wirklichen Chance der Partie blieb der SC Freiburg tonangebend. Von Augsburg kamen nur Entlastungsangriffe, wie in der 19. Minute als der Ex-Freiburger Niederlechner aus spitzem Winkel nur das Außennetz traf.

Und so kam es wie es kommen musste. Die Führung für die Hausherren in der 24. Minute wurde von der bereits oben angesprochenen linken Seite eingeleitet, mit einem langen Ball aus der Innenverteidigung. Dort spielte Günter mit Höler einen einfachen Doppelpass und drang in den Strafraum. In letzter Sekunde konnte der Außenverteidiger von Uduokhai gestellt werden. Doch der Abpraller landete genau vor den Füßen von Höler, der trocken ins kurze Eck vollstreckte.

Nach dem Führungstreffer wurde es auch auf den Rängen sehr laut und es hallte: "Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!" durch das Schwarzwald-Stadion.

Ausgerechnet Niederlechner als Spielverderber

Nach dem Führungstreffer der Breisgauer war der FCA gezwungen mehr fürs Spiel zu machen. Aktivposten wie bereits in den anderen Begegnungen war der junge Vargas. In der 37. Minute ließ er zwei Verteidiger stehen und konnte sich bis zur Grundlinie durchsetzen. Dort ging er nach einem Pressschlag mit Haberer zu Boden. Einige Augsburger protestierten lautstark, doch Schiedsrichter Dankert aus Rostock ließ weiterspielen.

Nur zwei Minuten später dann der Ausgleich in der 39. Minute nach einem tollen Angriff über die viel gescholtene rechte Augsburger Seite. Hahn setzte sich rechts durch und konnte flanken. In der Mitte legte Finnbogason für Moravek ab, der wiederum uneigennützig auf Niederlechner abspielte. Der Ex-Freiburger konnte sich von seinem Gegenspieler absetzen und schob den Ball souverän an Freiburgs Keeper Schwolow vorbei. Nach dem Tor unterdrückte der Neuzugang aus Respekt zu seinem Ex-Klub einen Torjubel. Die erste Halbzeit endete mit den Schwaben die auf den Führungstreffer drängten ohne wirklich weiter torgefährlich zu werden.

Augsburg kommt aus der Kabine entschlossener

Gleich zu Beginn der ersten Halbzeit reagierte Trainer Schmidt und brachte Oxford für Moravek. Dies war ein positionstreuer Wechsel im defensiven Mittelfeld der Schwaben. Der FCA begann die zweite Hälfte deutlich entschlossener und hatte in der 52.Minute auch die erste Chance in der zweiten Halbzeit. Stürmer Alfred Finnbogason drehte sich blitzschnell nach einem Zuspiel von Niederlechner und schloss von der Strafraumkante ab. Seinen leicht abgefälschten Schuss konnte Keeper Schwolow nur nach vorne abprallen lassen, doch den Abpraller konnte Hahn per Kopf nicht auf das Tor bringen. Insgesamt konnte Augsburg das Spiel in der zweiten Halbzeit viel ausgeglichener als zu Beginn der ersten Halbzeit gestalten und war zweitweise sogar das aktivere Team. Im Gegensatz zur ersten recht unterhaltsamen Halbzeit war die zweite Halbzeit eher fußballerische Magerkost. Das Geschehen verlagerte sich zunehmend ins Mittelfeld. Ab der 70. Minute brachten beide Trainer frische Kräfte für die Schlussphase: Marco Richter kam für den fleißigen André Hahn auf Augsburger Seite, während Trainer Streich Luca Waldschmidt für Lucas Höler einwechselte. Doch zunächst blieb bei beiden Mannschaften die Schluss-Offensive aus. Das konnte den Fuggerstädter nur recht sein, da sie durchaus besser mit einem Auswärtspunkt leben konnten.

In der Schlussphase wird es noch mal brenzlig

Als es bereits so schien als könne der FCA locker den Punkt aus dem Schwarzwald mitnehmen, leiteten die Breisgauer in den letzten Minuten noch einen Schlussspurt ein. In der 86. Minute nach einem sehr schlampigen Pass von Oxford auf Khedira eroberte Haberer in Strafraumnähe den Ball, spielte einen schnellen Doppelpass mit Petersen und legte auf Höfler auf. Dieser scheiterte aber an den Außenposten nachdem Koubek bereits geschlagen war, da er sich für die falsche Seite entschieden hatte.
Bereits zwei Minuten später rettet schon wieder der Pfosten für die Fuggerstädter. Diesmal setzte Petersen den Ball aus fünf Metern nach einer Flanke von Ex-Augsburger Schmid mit einem schönem Kopfball an den Innenpfosten.

In der letzten Minute der regulären Spielzeit eine letzte Schrecksekunde als Uduokhai versehentlicher Kopfball beinahe Keeper Koubek überrascht hätte. Die darauffolgenden Eckbälle auf beiden Seiten brachten keine weitere Gefahr mehr ein.

Trotz starker Schlussphase der Breisgauer rettete Augsburg das Remis über die Zeit. Insgesamt ein verdienter wenn auch wegen der zwei Pfostentreffer glücklicher Punkt für Augsburg. Freiburg verpasst trotz starker Schlussphase die Tabellenführung.

Am nächsten Spieltag spielt Augsburg am Samstag daheim gegen Bayer Leverkusen, während Freiburg erst am Sonntag auswärts in Düsseldorf wieder auf Punktejagd ist.
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