FC Augsburg will nach Nullnummer zu Hause feiern

Nachwuchsstürmer Marco Richter scheiterte gegen den VfL Wolfburg nur an der Latte. (Foto: Klaus-Reiner Krieger)
 
Jeffrey Gouweleeuw im Glück: Der Verteidiger wurde vor Kurzem zum dritten Mal Vater und durfte den FCA in Wolfsburg als Kapitän aufs Feld führen. (Foto: Klaus-Reiner Krieger)
Wolfsburg: Volkswagen Arena |

Der FCA erkämpft sich mit zehn Mann einen Punkt im Wolfsburger Regenchaos. Gegen Mainz soll in der kommenden Woche der Klassenerhalt im heimischen Stadion perfekt gemacht werden.

Im strömenden Wolfsburger Regen bot der FC Augsburg in der ersten Hälfte eine überraschend zurückhaltende Leistung ohne nennenswerte Abschlussaktionen. „Wir wollten die Wolfsburger erstmal kommen lassen und dann unsere Umschaltaktionen nutzen“, erklärte Rani Khedira die abwartende Marschrichtung zu Spielbeginn. „Das ist uns aber leider nicht ganz so gut gelungen.“ Vor allem das Fehlen von Daniel Baier im Mittelfeld machte sich im Spielaufbau bemerkbar. Anstelle des mit einem Tinnitus ausgefallenen Kapitäns führte Jeffrey Gouweleeuw die Mannschaft zum ersten Mal als Spielführer aufs Feld. „Gegen den Ball waren wir gut. Mit Ball ist das noch entwicklungsfähig“, fasste Trainer Manuel Baum die ereignislose erste Halbzeit treffend zusammen.

Unberechtigter Platzverweis für Moravek

Deutlich ereignisreicher wurde es schließlich mit Beginn des zweiten Durchgangs. In der 48. Spielminute prüfte Jonathan Schmid erstmals gefährlich VfL-Keeper Casteels, der den Test jedoch bestand.

Ebenfalls im Unglück war nur wenige Minuten später Jan Moravek. Der Tscheche sah in der 54. Spielminute innerhalb weniger Augenblicke zweimal die gelbe Karte und musste vom Platz. „Ich habe beim Schiedsrichter nachgefragt und er sagte, wenn ein Spieler mit gestrecktem Bein so in die Aktion geht, ist es immer Gelb“, versuchte Khedira die Entscheidung auf dem Platz im Nachhinein zu erklären. Was der Mittelfeldspieler jedoch auch vermutete, bewahrheitete sich bei Betrachtung der Fernsehbilder: Moravek hatte vor der zweiten gelben Karte deutlich den Ball gespielt – der Platzverweis war somit eine klare Fehlentscheidung.

Nur die Latte verhindert den Führungstreffer

Die Gastgeber erhöhten nun stetig den Druck und hatten durch Origi (65./72.) und Jaeckel (66.) wiederholt gute Chancen auf den Führungstreffer.

Die gefährlichste Aktion gehörte jedoch den Fuggerstädtern. Lediglich die Latte verwehrte dem eingewechseltem Marco Richter in der 65. Spielminute seinen zweiten Bundesligatreffer. Mit einem Heber hatte der 20-Jährige VfL-Schlussmann Casteels zuvor kalt erwischt. „Ich habe vor der Aktion wirklich nachgedacht, was ich machen soll. Erst wollte ich rechts vorbei aber dann habe ich mich für den Lupfer entschieden. Ich mag solche Heber, vor allem wenn der Platz nass ist. Leider hat es nicht geklappt. Das wäre ein super Tor gewesen und hätte die starke Mannschaftsleistung gekrönt“, gab der glücklose Stürmer im Anschluss zu Protokoll. Nichtsdestotrotz sieht sich Richter persönlich auf einem guten Weg. „Ich möchte mich weiter in der Bundesliga etablieren. Ich stelle keine Ansprüche, sondern möchte mit meinen Leistungen überzeugen“, so der Offensivspieler, der erst im Sturmzentrum und nach dem Platzverweis auf dem rechten Flügel agierte.

Kurz vor Spielende sah dann auch noch Wolfsburgs Uduokhai die zweite gelbe Karte. Auf den Ausgang der Partie hatte jedoch auch der zweite Platzverweis der keineswegs unfair geführten Partie keine Auswirkung. „Ich bin mit dem Punkt absolut zufrieden und muss der Mannschaft ein großes Kompliment für die Leistung in Unterzahl machen. Das war kämpferisch ganz stark“, lobte Baum seine Elf nach Abpfiff.

FCA greift gegen Mainz nach der 40-Punkte-Marke

Besser als in Wolfsburg soll es kommenden Sonntag vor heimischer Kulisse laufen. Gegen die abstiegsbedrohten Gäste des 1. FSV Mainz 05 kann der FCA die 40-Punkte-Marke Knacken und damit die letzten, rechnerischen Zweifel am Klassenerhalt ausräumen. Seit vier Partien warten die bayerischen Schwaben bereits auf einen Sieg im eigenen Stadion. Zu lange, findet auch Gouweleeuw: „Unsere Fans warten schon zu lange auf einen Heimsieg. Wir wollen gegen Mainz gewinnen und ihnen damit auch etwas für ihre Unterstützung zurückgeben.“

Pünktlich zur möglichen Party im eigenen Stadion könnte dann auch Alfred Finnbogason wieder auf dem Platz stehen. Die Partie bei den Niedersachsen kam für den Isländer, der lange Zeit mit Wadenproblemen zu kämpfen hatte, noch zu früh. „Alfred wird erst wieder spielen, wenn er komplett fit ist“, hatte Baum vor Kurzem verlauten lassen. Gegen Mainz dürfen die Augsburger nun zumindest auf eine Rückkehr ihres Starstürmers in den Kader hoffen. Der Torriecher des 29-Jährigen wäre jedenfalls eine willkommene Bereicherung für die Offensive des FCA, der es nicht nur in Wolfsburg erneut an Durchschlagskraft im letzten Drittel mangelte.
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